Blumenwiese anlegen – so gelingt’s

Blumenwiese anlegen – so gelingt’s

© gartenanlegen.net
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Das Anlegen von Blumenwiesen bietet eine wunderbare Alternative zum kahl geschorenen Rasen. Allerdings ist Rasen im Gegensatz zur Blumenwiese nicht allzu trittempfindlich. Machen Sie sich daher von Anfang an bewusst, dass Sie mit blumenreichen Wiesen nur bedingt begehbare Areale anlegen. Interessant sind diese privaten ‚Naturschutzgebiete‘ vor allem für naturnahe Gärten, wie den Bauern- oder Naturgarten. Doch auch im Schattengarten macht sich eine Blumenwiese an geeigneter Stelle vortrefflich. Erfahren Sie hier, wie sie eine passende Blumenauswahl für ihre Blumenwiese treffen und was beim Anlegen und Pflegen von Wiesen dieser Art beachtet werden sollte.

 

 

 

Viel tausend Blumen stehen
im Sonnenglanze hier.
Kann sie nicht alle sehen,
wünsch´ aber alle mir

Hätt´ich doch tausend Augen
und Hände ohne Zahl.
Könnt´sie wohl alle brauchen,
die Wiesen pflückt ich kahl.

– Karl Enslin –

 

Welche Arten von Blumenwiese gibt es?

Dass Blumenwiese nicht gleich Blumenwiese ist, zeigt sich schon daran, wie groß die Vielfalt besagter Wiesen in der freien Natur ist. Dort, wie auch im heimischen Garten, lassen sich Blumenwiesen wie folgt einteilen:

 

  • Trocken- und Magerwiesen: Handelt es sich bei Blumenwiesen um ungedüngte Wiesen auf trockenen Sand-, Stein- oder Kalkböden, so spricht man von Trocken- bzw. Magerwiesen. Sie sind zum Beispiel für den Steingarten interessant, da sich Pflanzen, die trockene Standorte lieben, hier besonders wohl fühlen. Kennzeichnend für eine magere bis trockene Blumenwiese ist zudem, dass die Wildblumen, die sie bevölkern, überwiegend blütenreiche Halbsträucher oder Kleinstauden sind. Zu ihnen zählen unter anderem: Adonisröschen, Bergsandglöckchen, Blauweiderich, Fingerkraut, Glockenblume, Hornkraut, Klappertopf, Mädesüß, Nelken, Schlüsselblumen, Strohblumen, Sedum und Thymian. 

 

  • Fettwiesen: In Mitteleuropa wird der Großteil aller natürlich wachsenden und landwirtschaftlich genutzten Wiesen von Fettwiesen gestellt. Sie zeichnen sich durch einen nährstoffreichen („fetten“) Boden aus und besitzen einen Feuchtigkeitsgehalt, der für viele Wildblumen ideal ist. Kein wunder also, dass Fettwiesen die artenreichsten Blumenwiesen überhaupt und für Gartenformen wie den Bauern-, Landhaus- und Naturgarten typisch sind. Wählen können Sie hier beispielsweise aus folgenden Blumengattungen: Ackerwitwenblume, Atlasblume, Azalee, Bocksbart, Brunelle, Duftsteinrich, Flockenblume, Frauenmantel, Fuchsschwanz, Gänseblümchen, Glockenblume, Hahnenfuß, Hirtentäschel, Husarenknopf, Johanniskraut, Kamille, Kerbel, Klee, Kornblume, Kosmee, Löwenmaul, Löwenzahn, Mädchenauge, Margerite, Mohn, Pippau, Ringelblume, Salbei, Schafgarbe, Schleifenblume, Schmuckkörbchen, Spitzwegerich, Storchschnabel, Trollblume, Veilchen, Wegwarten und Wicken.

 

  • Feuchtwiesen: Feuchtwiesen sind wie Fettwiesen sehr reich an Nährstoffen. Jedoch kann der Feuchtigkeitsgehalt solcher Wiesen für viele Wiesenblumen tödlich sein. Auch ziehen allzu nährstoffreiche Wiesen gerne Unkraut an, was im Übrigen auch für Fettwiesen gilt. Dies bedeutet aber nicht, dass es keine Blumen gäbe, die sich auf Feuchtwiesen kultivieren lassen. Interessant sind besagte Blumenwiesen vor allem für den schwach beschienenen Schattengarten, denn Blumen, die gerne feucht stehen, haben oftmals auch mit lichtarmen Standorten kein Problem. In der Natur kann man Feuchtwiesen überwiegend in Sumpf- oder Moornähe finden. Beispiele für gute Feuchtwiesenblumen sind: Blutwurz, Distel, Engelwurz, Elfenblume, Hahnenfuß, Knabenkraut, Knöterich, Leberblümchen, Schaumkraut, Schwertlilie, Spitzwegerich, Sumpfdotterblume, Veilchen, Waldsimse, Wiesenknopf

 

  • einjährige und mehrjährige Blumenwiesen: Ergänzend zur Einteilung der Wiesen nach ihrer Bodenbeschaffenheit existiert im Bereich der Gartengestaltung noch eine weitere Klassifikation von Blumenwiesen. Sie orientiert sich an der Vegetationsdauer der Wildblumen, unter denen es sowohl einjährige krautige Pflanzen, als auch mehrjährige Stauden und Staudenkräuter gibt.

 

    • einjährige Blumenwiese – Auf einjährigen Blumenwiesen kommen hauptsächlich ein- bis zweijährige Sommerblumen (z.B. Husarenknopf, Kornblume, Kosmee, Sonnenblume, Strohblume) zum Einsatz. Die ein oder andere, mehrjährige Staude ist natürlich erlaubt, jedoch verdrängen zu viele Staudenpflanzen auf einem Fleck die kurzlebigen Blumen sehr leicht. Was sich bei der einjährigen Blumenwiese besonders anbietet, ist eine Mehrfachnutzung des Rasen- bzw. Wiesenareals. Da man einjährige Sommerblumenwiesen erst ab April aussäen kann, spricht nichts dagegen, das Areal zuvor mit Krokussen oder Hyazinthen zu besiedeln.

 

    • mehrjährige Blumenwiese – Sollen die Pflanzen Ihrer Blumenwiese kein kurzweiliges Vergnügen sein, lohnt es sich, auf mehrjährige Stauden unter den Wildblumen zu setzen. Sie erleichtern dank ihrer Robustheit die Pflege der Wiese enorm. Ein guter Tipp sind hier Wiesenkräuter, die in natürlichen Blumenwiesen sehr zahlreich zu finden sind. Johanniskraut, Salbei, Schafgarbe oder Spitzwegerich zu setzen. Auch blütenreiche Stauden wie Margeriten, Flocken- und Glockenblumen, Löwenzahn, Nelken oder Pippau sind auf der mehrjährigen Blumenwiese gut aufgehoben.

 

Anlegen einer Blumenwiese – Standort und Saatgut

Eine Blumenwiese am Wegesrand lädt zum Träumen ein | © gartenanlegen.net
Eine Blumenwiese am Wegesrand lädt zum Träumen ein | © gartenanlegen.net

Planen Sie die Anlage einer Blumenwiese sorgfältig und legen Sie Wert auf einen halbwegs guten Windschutz der Pflanzen. Wiesenblumen knicken sehr leicht und sollten deshalb keinen Starkwinden ausgesetzt sein. Ferner besteht auch bei Betreten der Wiesen hohe Knickgefahr. Als Tummelplatz für Kinder und Haustiere darf eine Blumenwiese deshalb nicht fungieren. Wer seine Blumenfelder dennoch durchwandern möchte, der mäht später am besten einen kleinen Fußweg in die Wiese ein.

Das Standortsubstrat für eine Blumenwiese darf anfangs nicht zu viele Nährstoffe enthalten, zieht dies doch unnötig Unkräuter an. Setzen Sie also stattdessen auf magere Böden, die sich nach der Ansaat zu einer halb-mageren Fettwiese heranziehen. Des Weiteren lieben die meisten Blumen sonnige Freiflächen und dürfen daher nicht allzu schattig stehen. Eine Ausnahme bilden Feuchtwiesenblumen wie Elfenblumen, Hahnenfuß, Leberblümchen und Sumpfdotterblumen.

Das wichtigste Utensil beim Anlegen einer Blumenwiese ist selbstverständlich das Saatgut, bei dem Sie zwischen käuflichen Fertigmischungen und einer eigens zusammengestellten Kreation wählen können. Eigene Mischungen sind hier meist vorzuziehen, wenn die Blumenwünsche des Gärtners sehr versiert sind. Zudem fehlen in vielen fertigen Mischungen heimische Wildblumen, die das authentische Erscheinungsbild einer Blumenwiese im Garten eigentlich ausmachen. Wer sein Saatgut selbst mischen möchte, muss jedoch einiges beachten:

  • Harmonie durch Vielfalt – Bei der Zusammenstellung von Saatgut für die Blumenwiese ist es in erster Linie notwendig, den künftigen Blumenbestand der Wiese fein aufeinander abzustimmen. Stellen Sie sicher, dass im Saatgut genügend Pflanzen von unterschiedlicher Wuchshöhe vorhanden sind. Auf diese Weise wirkt das Blumenmeer später lebendig und natürlich. Ein weiterer Aspekt, den Sie berücksichtigen sollten, ist die Blütezeit der Wiesenblumen. Im Idealfall wechselt der wieseneigene Blütenteppich in der Vegetationsphase mehrmals sein Blütenkleid und gibt so den natürlichen Jahreskreis der Blumen wieder.
  • die richtige Saatstärke – Die Mengenbestimmung des Saatguts, das fürs Anlegen von Blumenwiesen gebraucht wird, ist eine sehr kniffelige Angelegenheit. Einige raten dazu, 1,5 bis 4 g Saatgut pro m² auszubringen. Da aber nicht alle Samen nach der Ansaat auch aufgehen, empfiehlt es sich, die Saatstärke etwas großzügiger zu bemessen und zwischen 5 und 10 g pro m² auszusäen.
  • der richtige Grasanteil – Natürlich besteht eine Blumenwiese nicht allein aus Blumen und Kräutern. Wie der Rasen bedürfen auch Wiesen einer gewissen Grasbasis, die im Falle der Blumenwiese einen Saatgutanteil von etwa 1 bis 2,5 g pro m² stellt. Beliebte Grasarten für Blumenwiesen sind Glatthafer, Goldhafer, Haarschwingel, Rispengras, Rotschwingel, Ruchgras, Schafschwingel, Wiesenrispe, Kammgras und Zittergras.
  • das richtige Verhältnis von Ein- und Mehrjährigen – Der Anteil an Wiesenkräutern im Saatgut sollte zwischen 0,5 und 1,5 g betragen. Nach Abzug des Gras- und Kräuteranteils bleibt somit ein Restanteil von 3,5 bis 6 g für Blumensamen. Beim Anlegen einjähriger Blumenwiesen sollten die Blumen logischerweise hauptsächlich aus ein- und zweijährigen Pflanzen bestehen. Bei mehrjährigen Blumenwiesen ist der Anteil an Samen von Blumenstauden dagegen höher. Hier lassen sich die meisten Stauden auch als Containerware pflanzen.

 

Einzelheiten zu Standort und Saatgut für Blumenwiesen:

 

  • für Blumenwiese geschützten, sonnigen bis halbschattigen Standort wählen
  • bei der Substratwahl auf magere Böden setzen, um Unkraut fern zu halten
  • Saatgut kann entweder gekauft oder selbst gemischt werden
  • im Handel erhältliche Fertigmischungen sind häufig sehr enttäuschend
  • zum Selbstmischen zunächst die Zusammensetzung des Saatguts beachten
  • unbedingt Blumen mit unterschiedlicher Wuchshöhe und Blütezeit verwenden
  • auf einen m² Gartenboden kommen ca. 5 bis 10 g Saatgut
  • Saatgutanteil von Wiesengräsern: 1 bis 2,5 g pro m²
  • Saatgutanteil von Wiesenkräutern: 0,5 bis 1,5 g pro m²
  • Saatgutanteil von Wiesenblumen: 3,5 bis 6 g pro m²
  • bei einjährigen Wiesen überwiegend ein- und zweijährige Blumen aussäen
  • bei mehrjährigen Wiesen steht die Pflanzung von Blumenstauden im Vordergrund
© Jürgen Fälchle - Fotolia.com
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Blumenwiese anlegen – unsere Anleitung für Sie

Eine gute Vorbereitung ist beim Anlegen der Blumenwiese alles. Sorgen Sie demnach dafür, dass vor der Ansaat alle wichtigen Gerätschaften und Materialen zur Bodenoptimierung bereit. Welche das sind, erfahren Sie in der nachstehenden Anleitung:

  1. Schritt – Termin für die Ansaat wählen: Wie bereits weiter oben angedeutet, erfolgt die Ansaat einer einjährigen Blumenwiese ab Anfang bis Mitte April, auf jeden Fall aber nach den Eisheiligen. Bei mehrjährigen Blumenwiesen kann die Ausbringung von Saatgut hingegen auch im Herbst statt finden. Im darauffolgenden April werden dann nur noch die Containerstauden ausgebracht.
  2. Schritt – Boden vorbereiten: Vor dem Anlegen der Blumenwiese muss zunächst der Standortboden aufbereitet werden. Stecken Sie das Wiesenareal am besten mit einer Leine oder Schnur ab und lockern Sie das Substrat bis in eine Tiefe von 10 Zentimetern gut mit der Harke auf. Entfernen Sie alle Steine, Wurzel- oder Unkrautreste und zerkleinern Sie größere Erdbrocken sorgfältig. Der Boden sollte nach der Bearbeitung schön feinkrümelig sein. Als nächstes können Sie dann Nährstoffzusammensetzung des Bodens anpassen. Denkbar ist zum Beispiel das Ausbringen von Sand, Kalk oder speziellen Erdmischungen aus dem Fachhandel. Sobald der Boden optimiert wurde, nehmen Sie einen Rechen zur Hand und verteilen das Substrat eben auf der künftigen Wiesenfläche.
  3. Schritt – Blumenwiese aussäen: Vermengen Sie das Saatgut für Ihre Blumenwiese vorab mit etwas Sägemehl oder Sand. Auf diese Weise lassen sich die Samen gleichmäßiger, sowie lückenlos aussäen. Harken Sie das Saatgut nur leicht in die Erde ein, damit die Samen zwar etwas bedeckt, aber nicht vollständig von der Lichtzufuhr abgeschnitten sind. Wer Containerstauden pflanzen möchte, der achte darauf, dass der Wurzelballen der Gewächse vollständig im Erdboden verschwindet.

Blumenwiese pflegen – unsere Tipps für Sie

Nach dem Anlegen wird die Blumenwiese zunächst mit einem feinen Sprühaufsatz bewässert. Insbesondere in den ersten vier bis sechs Wochen sind blumenreiche Wiesen weiterhin gleichmäßig feucht zu halten, damit das Saatgut nicht austrocknet und zügig keimt. Ebenso ist es wichtig, Blumenwiesen nach dem Anlegen zu Mulchen. Tun Sie dies aber nicht mit Kompost oder Rindenmulch, sondern verwenden Sie feinen Kies oder Splitt mit einer Körnung zwischen 8 und 16 mm.

Ein erster Pflanzenschnitt ist ab einer Wuchshöhe der Blumen von 8 bis 10 Zentimetern angezeigt. Bei mehrjährigen Wiesen könnte im ersten Jahr mehrmaliges Mähen nötig sein, um Unkräutern vorzubeugen und einheitliche Wuchsstärken zu erzielen. In den Folgejahren reicht dann aber meist eine Mahd gegen Anfang bis Mitte September aus.

Was mit den Jahren dagegen zunimmt, ist der Nährstoffbedarf der Blumenwiese. Vor allem Rasen- und Wiesengräsern wird es in dem halb mageren, halb fetten Boden nach einiger Zeit zu unbequem. Im Vergleich zu den Wiesenblumen gehen Gräser dann schnell und deutlich zurück, wenn nicht hin und wieder gedüngt wird.

Betreten verboten: Ob ein- oder mehrjährige Blumenwiesen, betreten dürfen Sie das Blumenmeer nur über eingemähte Gehwege. Die zarten Pflänzchen sind sehr knick- und trittempfindlich, sodass jeder Fußtritt verheerende Folgen haben kann. Um die Blumenwiese richtig zu pflegen, ist folglich auch eine besondere Schonung der Wiesenfläche unabdingbar. Handelt es sich um mehrjährige Wiesen, lässt sich mit dem Gedanken kleiner Steinpfade spielen, die zu beiden Seiten von Wiesenblumen umgeben sind.

 

Fazit

Blumenwiesen mögen auf den ersten Blick wie ein neckisches Durcheinander aussehen, in Wahrheit erfordert ihre Anlage jedoch sehr viel Sorgfalt und Präzision. Allen voran geht es um das richtige Mischverhältnis von Wiesengräsern, Wiesenkräutern und Wiesenblumen, sowie um die Frage, ob Sie Ihre Blumenwiese zu einem ein- oder mehrjährigen Vergnügen machen möchten. Lassen Sie sich von Fehlschlägen aber nicht entmutigen, denn Experimentierfreudigkeit gehört auf dem Weg zum malerischen Blumenmeer auf jeden Fall mit dazu. Ein wunderbares Grundelement stellen Blumenwiesen für den Bauern-, Landhaus- und Naturgarten. Für den Schattengarten empfehlen wir, die Blumenwiese als Feuchtwiese zu halten.

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