Berberitze (Sauerdorn)

Berberitze (Sauerdorn)

Berberitze (Sauerdorn) – Tipps – pflanzen, Pflege, schneiden

© Axel Gutjahr - Fotolia.com
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Die Berberitze (Berberis) ist auch als Sauerdorn bekannt und gehört zur Gattung der Berberitzengewächse. Dabei kann die Pflanze zwischen 400 und 600 verschiedene Arten vorweisen. Sie als Hobbygärtner haben die Wahl zwischen Bodendeckern, Zwergbüschen (Wuchshöhe: 60 cm), Sträuchern (bis 1,50 Meter Wuchs) und kleinen Bäumen (selten bis 3,60 Meter). Je nach Art fallen dabei entweder die schwarzen bis roten Beeren, die herbstgefärbten Blätter oder die Blüten auf, die von blassgelb bis orange und selten auch einmal zart rot werden können. Im Garten kann die Berberitze je nach Wuchshöhe entweder als Bodendecker, Heckenpflanze oder einzelner dekorativer Strauch mit besonderer Färbung und schönen Beeren eingesetzt werden. Es sind zudem immergrüne und laubabwerfende Arten zu unterscheiden. Im Folgenden möchten wir Ihnen Ideen und Tipps zum Einsatz der Berberitzen im Garten aufzeigen.



Berberitze pflanzen – Tipps zum Standort und zur Pflanzung

Die Berberis können Sie im Garten an vielen verschiedenen Standorten pflanzen, denn das Gewächs stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden oder die Lichtverhältnisse. Auch wenn sich die meisten Arten in durchlässigen, leicht sauren Lehmböden besonders wohl fühlen, können Sie auch alkalische Böden vertragen. Lediglich auf zu nasse Bodenverhältnisse ohne ausreichende Drainage reagiert die Berberitze empfindlich. Um die beerenartigen Früchte zur vollen Entfaltung zu bringen und eine schöne Herbstfärbung der Blätter zu erreichen, ist ein sonniger oder halbschattiger Platz für die Berberis zu empfehlen. Gerade die immergrünen Berberitzen vertragen jedoch auch schattige Standorte recht gut. Als Hecken geben vor allem die immergrünen Arten eine sehr gute Figur ab und können mit bunten Gartenblumen als Unterpflanzung wunderschöne farbliche Kontraste bieten.

  • Durchlässige, leicht saure Böden werden von der Berberis bevorzugt
  • Pflanzung jedoch auch in alkalischen Böden möglich
  • Auf ausreichende Drainage achten, dauerhafte Nässe und Staunässe vermeiden
  • Laubabwerfender Sauerdorn entfaltet Früchte (rote Beeren), Blüten und Herbstfärbung der Blätter am besten an sonnigen Standorten
  • Immergrüne Arten der Berberitze vertragen auch schattige Standorte
  • Berberitzen mit einer Wuchshöhe ab 1,30 Meter können auch als Hecken genutzt werden

Wenn Sie eine Berberitze im Garten pflanzen möchten, sollten Sie sich vorher die Verwendung überlegen. Gerade für die Gartenhecke ist eine immergrüne Art natürlich besonders zu empfehlen. Diese wird vorzugweise im Herbst oder Frühjahr (Oktober oder März) gepflanzt, wobei das Wetter nicht allzu streng sein und der Boden keine Dauernässe aufweisen sollte. Laubabwerfende Berberitzen können auch im Herbst etwas früher oder im Frühling etwas später gepflanzt werden, um noch mildere Witterungsbedingungen zu nutzen.

Der Pflanzabstand bei Berberitzen sollte sich an der Wuchsbreite orientieren, damit der Strauch keinen anderen Gartenpflanzen in die Quere kommt. Soll eine dichte Hecke erzeugt werden, kann der Abstand jedoch auch auf 40-60cm verkürzt werden. Wenn Sie Ihrer Berberis einen prachtvollen Wuchs angedeihen lassen möchten, ist es wichtig, dass das Pflanzloch eine gewisse Breite aufweist. Die Wurzeln müssen sich gemütlich ausbreiten können (überlange Exemplare entfernen) und von der Pflanztiefe her können Sie einfach die Verfärbung am Stamm Ihrer gekauften Berberitze als Maß nehmen. In der Tiefe ist die Pflanze nämlich auch in der Baumschule gewachsen. Da viele Arten der Berberis Dornen aufweisen, sollten Sie beim Einpflanzen zudem Handschuhe tragen. Nun geht es ans Einpflanzen:

  1. Boden im Pflanzloch und ausgeschaufelte Erde mit etwas Gartenkompost vermengen.
  2. Berberitze mit ausgebreiteten Wurzeln ins Pflanzloch setzen.
  3. Wurzeln der Berberis mit ausgeschaufelter Erde bedecken
  4. Berberitze leicht auf und ab bewegen, um Hohlräume an den Wurzeln zu schaffen
  5. Weitere Erde einfüllen und festdrücken
  6. Zum Schluss das Pflanzloch um die Berberis komplett mit lockerer Erde auffüllen

Weitere Tipps zur Berberis im Überblick:

  • Immergrüne Berberitzen im März oder Oktober pflanzen
  • Laubabwerfende Arten der Berberis etwas später im Frühling oder früher im Herbst setzen
  • Pflanzabstand der Berberis an Wuchsbreite des Strauches orientieren
  • Bei Hecken den Abstand auf 40-60 cm verkürzen (für eine dichte Hecke)
  • Pflanzloch entsprechend breit wählen, um Wurzeln der Berberis genug Platz zu bieten
  • Bei der Pflanztiefe an der Verfärbung der Berberitze über den Wurzeln orientieren (so tief wurde sie bei der Aufzucht eingepflanzt)

Pflege der Berberitze – Gießen und Schneiden

Nachdem die Berberitze eingepflanzt wurde, muss in den ersten Wochen stets kontrolliert werden, ob die Wurzeln noch locker sind. Ist dies der Fall, sollten Sie die Erde wieder leicht festdrücken. Darüber hinaus ist es wichtig, gerade zu Beginn den Bereich um die Berberis regelmäßig zu harken, um dem Unkraut keine Chance zu geben.

Auch wenn die Berberis sehr gut mit verschiedenen Witterungsbedingungen klarkommt, sollten Sie die Sträucher gerade bei trockenem Wetter regelmäßig gießen. Ferner ist eine ausreichende Bewässerung gerade in der Anfangszeit nach der Pflanzung wichtig. Später holen die Wurzeln der Berberis sich das Wasser auch aus tieferen Erdschichten und eine Bewässerung ist wirklich nur in längeren Trockenzeiten nötig. Eine Mulchschicht verhindert zudem, dass die Erde unter der Berberitze zu schnell austrocknet. Hier noch einmal die wichtigsten Tipps zum Bewässern der Berberis im Überblick:

  • Nach dem Einpflanzen die Erde auf Lockerungen überprüfen
  • Im Bedarfsfall leicht andrücken, um Stabilität für die Berberitze zu erreichen
  • Gerade nach der Pflanzung braucht die Berberitze regelmäßig Wasser
  • Bei anhaltender Trockenheit gießen
  • Eine Mulchschicht schützt die Berberis vor dem Austrocknen

Es ist nicht unbedingt notwendig, Berberitzen regelmäßig zu schneiden. Trotzdem möchten Sie als Hobbygärtner ja sicherlich eine gewisse Form erhalten und gerade in einer Berberitzenhecke sollten herauswachsende Triebe natürlich entfernt werden. Dabei sollten Sie jedoch unbedingt Handschuhe tragen, da die viele Arten der Berberis Dornen aufweisen.

© unpict - Fotolia.com
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Wenn der Strauch kraftvoll wächst und Sie diese Entwicklung etwas drosseln möchten, ist ein entsprechender Schnitt im Sommer hilfreich. In dieser Zeit befindet sich die Berberitze nämlich im Wachstum und kann nach dem Verschluss der Schnittstellen nicht mehr genug Kraft für weiteres Wachstum aufbringen. Soll Ihre Berberis hingegen noch etwas kräftiger austreiben und wachsen, müssen Sie diese nach dem Laubabwurf (im Oktober/November – immergrüne Arten nach der Blüte) schneiden. Auf diese Weise schwächen Sie die Berberitze nicht zu sehr und regen zudem das Wachstum neuer Triebe im Frühling an. Ferner können Sie auch alte Triebe bis zum Grund abschneiden, um das Wachstum Ihrer Berberis zu fördern. Hecken erhalten zudem jedes Jahr einen Formschnitt im Spätsommer, bei dem gleichmäßig die Spitzen geschnitten werden. Darüber hinaus ist es wichtig, die Hecke aus Berberitzen unten etwas breiter zu halten, damit auch die unteren Triebe Sonnenlicht abbekommen.

Die wichtigsten Tipps zum Schneiden der Berberitzen:

  • Ein regelmäßiger Schnitt einzelner Sträucher ist nicht notwendig
  • Hecken erhalten jährlich einen gleichmäßigen Formschnitt im Spätsommer
  • Unbedingt Handschuhe tragen, um sich vor den Dornen der Berberis zu schützen
  • Je nach Zustand der Hecke entweder im Sommer (Wachstumsdrosselung) oder Spätherbst (Wachstumsanregung) schneiden
  • Alte Triebe der Berberitze bis zum Grund entfernen, um das Wachstum neuer zu fördern

Berberitzen vermehren – Samen oder Stecklinge?

Wenn Sie Ihre Berberis vermehren möchten, sollten Sie dabei vor allem auf Stecklinge oder Ableger setzen. Das Ziehen aus Samen birgt nämlich immer das Risiko, dass die neuen Pflanzen aufgrund der Hybridisierung von der Mutterpflanze abweichen. Stecklinge erhalten Sie durch eine Abtrennung von Achselsprossen im Spätsommer, die ungefähr eine Länge von 10 cm aufweisen sollten. In einem Frühbeetkasten mit Torf und Sand gedeihen die Stecklinge der Berberis besonders gut und Sie sollten diese erst im Frühjahr für 1-2 Jahre in ein Anzuchtbeet versetzen. Nach diesem Zeitraum ist es möglich, die junge Berberitze an ihren endgültigen Pflanzort zu versetzen.

  • Berberitzen sollten durch Stecklinge oder Ableger vermehrt werden
  • Achselsprossen von 10 cm im Spätsommer abtrennen
  • In einem Frühbeetkasten mit Torf und Sand bis zu Frühling halten
  • 1-2 Jahre in einem Aufzuchtbeet mit entsprechender Erde aufziehen
  • Danach die Berberis an den gewünschten Pflanzort versetzen

Schädlinge und Krankheiten

© Axel Gutjahr - Fotolia.com
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Der Befall durch Schädlinge oder Krankheiten hängt bei der Berberitze sehr von der jeweiligen Art ab. So ist die gemeine Berberitze (Berberis vulgaris) als Zwischenwirt für den Getreideschwarzrost bekannt und wurde im letzten Jahrhundert vor allem in den USA stark dezimiert. Bei der Thunberg-Berberitze tritt hingegen mitunter echter Mehltau oder auch der Befall durch Blattläuse auf.

Bekannte Arten der Berberitze

SorteFakten
Gemeine Berberitze (Berberis vulgaris, auch Sauerdorn)Blüte: Frühjahr, gelbe satte Blüten
Wuchshöhe: 1-2,5 Meter
Wuchsform: strauchartig, weit verzweigt
Standort: halbschattig
Früchte: orange-rote Beeren (im Oktober reife sattrote Beeren) essbar z.B. als Marmelade
Besonderheiten: Zwischenwirt für den Getreideschwarzrost, Blattwerk und Rinde leicht giftig
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii)Blüte: April-Mai, gelb
Wuchshöhe: 1,50-2 Meter
Wuchsform: dicht und aufrecht (gut für Hecken geeignet)
Standort: als Hecke fast überall im Garten
Früchte: rote längliche Beeren
Besonderheiten: scharlachrotes Herbstlaub, Pflanze leicht giftig



Fazit

Berberitzen sind sowohl als Sträucher als auch als Heckenpflanzen wunderbare Begleiter im eigenen Garten. Da Teile der Pflanzen je nach Art leicht giftig sind (die Beeren sind allerdings essbar), sollten Sie bei Kindern im Garten aufpassen. Ansonsten sind die Pflanzen recht anspruchslos und einfach zu handhaben. Wenn auch Sie eine wunderschöne rote Herbsthecke haben wollen, könnte die Berberitze oder auch Sauerdorn eine wirklich Alternative für Ihre Grünoase darstellen.

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