Basilikum – Anbau, Ernte und Überwintern

Basilikum – Anbau, Ernte und Überwintern

Der zu den Lippenblütlern gehörende Basilikum (Ocimum) ist ein beliebtes Würzkraut, das in Töpfen und im Freilandbeet angebaut werden kann. Seine Blätter zeichnen sich durch ihr besonders würziges Aroma aus, das vor allem in mediterranen Gerichten unerlässlich ist. Zustande kommt der Geschmack aufgrund pflanzeneigener ätherischer Öle wie Estragol und Cineol, die nicht nur für einen angenehmen Duft sorgen. Sie wirken nämlich gleichzeitig auch entzündungshemmend und appetitanregend. Sogar bei der Schädlingsabwehr im Garten kann der Basilikumgeruch behilflich sein. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass Basilikum bei uns nicht winterhart ist und deshalb im Haus überwintern muss. Auch was das richtige Pflegen von Ocimum anbelangt, gibt es ein paar Dinge zu beachten, die wir Ihnen nachstehend genauer erläutern möchten.

Wissenswertes: Der Name Basilikum leitet sich von dem altgriechischen Wort basileùs ab, das mit „König“ übersetzt werden kann. Basilikum ist daher auch als Königskraut bekannt. Die botanische Fachbezeichnung Ocimun entstammt hingegen dem griechischen Wort ozein für „riechen“ und nimmt ganz klar Bezug auf den besonderen Geruch des Würzkrautes Basilikum.



Basilikum anbauen – Standort und Ablauf

Das bis zu 1 Meter hohe Basilikum gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist weltweit in fast allen Regionen heimisch. In Europa werden sowohl ein- als auch mehrjährige Basilikumsorten angebaut, wobei vor allem mehrjährige Sorten für den Anbau im Freiland geeignet sind. Zwar sind auch hier grundlegende Vorkehrungen für den Winterschutz zu treffen. Doch insgesamt ist Chance, dass Ihr Ocimum die kalte Jahreszeit übersteht, hier deutlich höher. Von Sorten wie ‚Wildes Purpur‘ wird sogar gesagt, dass sie im Freien überdauern.

Neben einem vollsonnigen und windgeschützten Standort benötigt Basilikum einen aufgelockerten und feuchten Boden. Für optimale Bedingungen kann zusätzlich Sand untergemischt werden. Das Standortsubstrat sollte einen neutralen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 aufweisen. Als Pflanznachbarn eignen sich Tomaten, Kohlsorten und Gurken, wohingegen Mischkulturen mit Weintrauben, Majoran oder Dill eher ungeeignet sind.

Pflanztipp: Basilikumblätter eignen sich aufgrund ihres starken ätherischen Duftes nicht nur zur Ernte als Küchengewürz, sondern auch hervorragend zur Schädlingsabwehr im Gartenbeet.

 

Einzelheiten zum Standort für Basilikum:

  • Ocimum benötigt vollsonnigen und windgeschützten Standort
  • mit Blick aufs Überwintern vornehmlich winterharte Arten und Sorten wählen
  • lockerer, feuchter Boden, angereichert mit Sand ist am besten geeignet
  • pH-Wert des Bodens: neutral, von 6,5 bis 7,5 Punkten
  • Basilikum lässt sich in Töpfen oder im Freilandbeet anbauen
  • geeignete Pflanznachbarn: Gurken, Tomaten, Kohlsorten

 

Basilikumstrauch an sonnigem Standort | © Das Grüne Archiv

 

Der Anbau von Basilikum kann durch Aussaat oder das Einpflanzen bereits vorgezogener Jungpflanzen erfolgen. Saatgut und Jungpflanzen können Sie in Gärtnereien erwerben, Saatgut für ausgefallenere Sorten erhalten Sie im Onlinehandel. Bei der Aussaat bzw. Pflanzung gehen Sie dann wie folgt vor:

1. Schritt – Aussaattermin wählen: Basilikum benötigt für die Keimung warme Temperaturen. Daher sollten Sie das Küchenkraut erst ab Mitte Mai im Freiland anbauen, wenn die Temperaturen konstant mindestens 20 Grad betragen. Alternativ können Sie das Saatgut bereits im Frühjahr auf einer sonnigen Fensterbank vorziehen.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Für die Kultivierung oder Anzucht in Töpfen eignet sich Anzuchterde, die vorab mit Sand angereichert wird. In Freilandbeeten muss der Boden vor dem Anbau umgegraben, gut aufgelockert und anschließend mit Sand vermischt werden.

3. Schritt – Aussaat des Basilikums (optional): Ocimum ist ein Lichtkeimer, daher dürfen seine Samen nur oberflächlich auf die Erde gelegt und nicht mit Erde bedeckt werden. Drücken Sie das Saatgut also allenfalls leicht an und decken Sie das Anzuchtgefäß mit durchsichtiger und leicht zu durchlüftender Folie ab. Innerhalb von ein bis zwei Wochen kommt es dann zur Keimung der Basilikumsamen.

4. Schritt – Saatgut bewässern: Um schnell zu keimen, benötigt das Saatgut des Basilikums eine konstante Bodenfeuchte, die jedoch nicht in Staunässe enden darf. Für das maßvolle Gießen ist deshalb eine Sprühflasche ratsam, mit der die Basilikumanzucht unkompliziert gleichmäßig feucht gehalten werden kann.

5. Schritt – Jungpflanzen pikieren: Vorgezogene Basilikumpflänzchen können ins Freiland umgepflanzt werden, sobald sie eine Wuchshöhe von 10cm erreicht haben. Hierzu wird Wurzelballen der Jungpflanze vorsichtig aufgelockert, um anschließend die kräftigsten Triebe herauszuziehen. Diese werden in Gruppen mit je 5 Trieben in Abständen von 15 bis 30 cm gepflanzt. Im Topf sollten maximal 10 Triebe im Abstand von 10 bis 15 cm nebeneinander stehen. Bei vielen gekauften Basilikumpflanzen ist dies leider nicht der Fall. Ein Hauptgrund, weshalb gekaufte Exemplare schnell eingehen. Den Einzeltrieben bleibt bei zu dichter Pflanzung nämlich nicht genügend Platz, um sich zu entfalten.

 

Kurzschritte zur Aussaat und Pflanzung im Überblick:

  • Pflanz- bzw. Aussaattermin im Freien: Mitte Mai ab konstanten 20 °C
  • Vorzucht unter Glas ist schon im Frühling möglich
  • Boden vor der Pflanzung auflockern und mit Sand anreichern
  • die Samen des Basilikums nicht mit Erde bedecken, sondern nur leicht andrücken
  • bis zur Keimung vorsichtig mit Sprühflasche wässern
  • ab einer Wuchshöhe von 10 cm Jungpflanzen vereinzeln
  • Reihenabstand im Gartenbeet: 15 bis 30 cm bei Gruppenpflanzungen zu je 5 Stück
  • Pflanzabstand im Topf: 10 – 15 cm bei max. 5 – 10 Pflanzen pro Topf
  • Basilikumtriebe benötigen viel Platz und werden meist zu dich gepflanzt verkauft

 

Grüner und Roter Basilukum im Freilandbeet | © Das Grüne Archiv

 

Basilikum pflegen – gießen, düngen und ernten

Basilikum benötigt zur Geschmacksentfaltung ausreichend Wasser. Daher empfiehlt es sich, die Pflanze gerade in den trockenen Sommermonaten regelmäßig zu bewässern, um den Boden feucht zu halten. Das Wasser sollte die Blätter des Basilikums dabei nicht berühren, könnte dies doch Pilzerkrankungen begünstigen. Staunässe ist trotz des hohen Wasserbedarfs von Ocimum beim Pflegen natürlich zu vermeiden.

Für ein kräftiges Wachstum ist bei der Düngung des Basilikums vor allem Stickstoff enorm wichtig. Sie können ihn entweder durch regelmäßiges Düngen mit Kompost und Hornspänen oder durch das gießen mit Brennnesseljauche in den Standortboden einbringen. Die Düngung sollte alle 5 Wochen erfolgen und maßvoll von statten gehen, damit eine Überdüngung im Sommer nicht zu vermehrten Brennschäden führt.

 

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Bewässerung von Ocimum erfolgt von unten, ohne die Blätter zu benetzen
  • Staunässe ist trotz hohem Wasserbedarf des Basilikums zu vermeiden
  • Düngung erfolgt mit Hornspänen, Kompost oder Brennnesseljauche
  • insgesamt Basilikum bis zur Ernte alle 5 Wochen düngen

 

Bei der Ernte von Basilikum sollten nur so viele Blätter entnommen werden wie benötigt, um die Pflanze nicht zu schwächen. Am besten werden die größten Blätter unmittelbar an der obersten Blattachse abgezupft. Dies fördert das Wachstum neuer Triebe und verhindert gleichzeitig die Bildung von Blütenständen. Durch diese würden Basilikumblätter schnell an Aroma einbüßen. Am besten schmecken die Blätter, wenn sie unmittelbar nach der Ernte frisch verwendet werden. Für eine längere Einlagerung können die Blätter eingefroren oder in Öl eingelegt und zu Pesto verarbeitet werden. Wenn Sie ihr Basilikum richtig pflegen, ist eine Ernte das ganze Jahr über möglich.

Vermehrung durch Aussaat oder Wurzelteilung: Basilikum kann sowohl durch Aussaat, als auch durch Wurzelteilung vermehrt werden. Am häufigsten wird eine Vermehrung durch Wurzelteilung angewandt. Das Sammeln von Samen erfordert es nämlich, die Blüte der Pflanze abzuwarten, wodurch es zu Geschmacksverlusten kommt. Graben Sie zur Wurzelteilung also im Mai den Wurzelballen der Pflanze aus und teilen sie diesen vorsichtig in vier gleich große Stücke auf. Anschließend werden die Triebe vereinzelt in Töpfe oder Freilandbeete gesetzt.

 

Kurztipps zum Ernten und Vermehren:

  • Basilikum muss man nicht aufwändig pflegen
  • Es reicht, die Blütenstände zu entfernen, um den Geschmack der Blätter zu erhalten
  • zur Ernte nur so viele Basilikumblätter entnehmen, wie benötigt werden
  • für längere Haltbarkeit die Küchenkräuter einfrieren oder zu Pesto verarbeiten
  • Vermehrung durch Aussaat könnte Geschmacksverluste bedeuten
  • aus diesem Grund Ocimum am besten durch Wurzelteilung vermehren
  • hierzu im Mai Wurzelballen ausgraben und in 4 gleich große Stücke aufteilen
  • Triebe dann wie gewohnt vereinzeln und neu einpflanzen

 

Basilikum überwintern – Infos zum richtigen Winterschutz

Ocimum muss in unseren Breitengraden an einem sonnigen Standort im Haus überwintern. Topfbasilikum kann hierzu einfach ab Temperaturen von 10 °C ins Haus verlagert werden. Wurde das Basilikum hingegen ins Freiland gesät, so muss es vor Einsetzen des ersten Frostes aus dem Beet herausgenommen werden. Für den Winter pflanzen Sie es in einen Topf um und sorgen für die nötige pflege. Sobald die Temperaturen im Frühjahr wieder über 10 °C liegen, können die Pflanzen zurück ins Freiland.

 

Basilikum ‚Dark Opal‘ besticht mit magisch schwarz-violetten Blättern | © Das Grüne Archiv

Interessante Arten und Sorten des Ocimum

Die Gattung Ocimum beinhaltet gut 60 Arten, von denen sich die meisten problemlos anbauen lassen. Unterschiede gibt es hier vor allem in Sachen Geschmack. Von süßlichem oder pfeffrigem bis hin zu zitronigem oder gar Zimtaroma gibt es hier viele Varianten. Auch die Blatt- und Blütenfarbe kann von Art zu Art bzw. von Sorte zu Sorte verschieden sein. Zur besseren Übersicht hier einige Vorschläge:

SorteBeschreibung
Echtes Basilikum (Genovese Basilikum)
Ocimum basilicum
Blütezeit: Juni bis August
Blütenfarbe: weiße bis violette Blüten
Wuchshöhe: 30 - 60 cm
Herkunft: ungeklärt, wahrscheinlich Eurasien und Afrika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: grüne, rote oder violette Blätter mit süßlichem bis pfeffrigem Geschmack
gute Sorten: 'Aton', 'Aromata', 'Basilicco', 'Bordeaux', 'Magic Blue', 'Opal', 'Dark Opal', 'Palla Compatto', 'Provence', 'Sperlings Balkonstar'
Indisches Basilikum (Thai-Basilikum)
Ocimum tenuiflorum
Blütezeit: Juni bis August
Blütenfarbe: zartrosa bis violette Blüten
Wuchshöhe: 50 - 100 cm
Herkunft: Asien
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: rötliche Blätter mit süßlich-würzigem Nelken- oder Pimentgeschmack; in Asien auch als Tulsi oder Heiliges Basilikum bekannt
gute Sorte: 'Thai Magic'
Wildes Basilikum
Ocimum canum
Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: weiße oder purpurfarbene Blüten
Wuchshöhe: 20 - 40 cm
Herkunft: Afrika, Australien, Südamerika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: sehr robuste und ertragreiche Basilikumart mit feinwürzigem Geschmack
gute Sorte: 'Wildes purpur'
Zimtbasilikum
Ocimum x cinnamonum
Blütezeit: Juni bis August
Blütenfarbe: weiße bis zartrosa Blüten
Wuchshöhe: 30 - 60 cm
Herkunft: Südamerika
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: Hybridzüchtung mit grünen Blättern, purpurroten Stängeln und originellem Zimtgeschmack
gute Sorte: 'Cino'
Zitronenbasilikum
Ocimum x citrodorum
Blütezeit: Juni bis August
Blütenfarbe: weiße Blüten
Wuchshöhe: 20 - 30 cm
Herkunft: Afrika, Asien
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: einjähriger Basilikumhybride mit leicht säuerlichem Zitronengeschmack
gute Sorten: 'Lime', 'Sweet Lemon'

 

Basilikum – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Durch seinen starken Duft ist Basilikum in der Lage, zahlreiche Schädlinge von sich und Nachbarpflanzen fernzuhalten. Dennoch können Schnecken, die gemeine Wiesenwanze oder die Raupen der Ampfereule die Pflanze befallen und ihr Blattwerk vertilgen. Abhilfe schaffen hier Gartenschutznetze, die über die Pflanzen gelegt werden.

Befindet sich Ocimum längere Zeit in einem nass-kalten Klima, so kann dies das Auftreten von Erkrankungen begünstigen. Probleme machen dabei die Blattfleckenkrankheit, die Fusarium-Welke oder das Luzernemosaikvirus. Sie führen allesamt zum Absterben der Blätter. Dem können Sie am besten durch das Vermeiden von Staunässe und einem regengeschützten Standort vorbeugen. Sollte es dennoch zu einem Befall kommen, bleibt meist nichts anderes übrig, als die befallene Basilikumpflanze im Restmüll zu entsorgen. Nur so können Sie eine weitere Ausbreitung der Pflanzenkrankheit verhindern!



Fazit

Das aufgrund seines kräftigen Aromas beliebte Basilikum ist ein mediterranes Würzkraut, das Sie sowohl in Töpfen als auch im Freilandbeet anbauen können. Allerdings sind die wenigsten Basilikumsorten winterhart und müssen bei uns deshalb im Haus überwintern. Die Ernte des Basilikums erfolgt am besten in schonenden Mengen durch Abzupfen der größten Blätter. Daneben lässt sich die Pflanze aufgrund ihres ätherischen Geruchs auch zur Schädlingsabwehr im Garten oder auf dem Balkon einsetzen. Wenn Sie Ihr Basilikum gut pflegen, dürften Sie sehr lange etwas davon haben!

 

Die Kommentare sind geschloßen.