Bartfaden (Penstemon) – Pflanzen, Pflege, Schneiden

Bartfaden (Penstemon) – Pflanzen, Pflege, Schneiden

Der Bartfaden (Penstemon) ist eine robuste Staudenpflanze, die im Garten bereits im Frühjahr mit saftig grünen Blättern besticht. Dabei sorgt Penstemon nicht nur durch sein Blattgrün für optische Reize, sondern auch durch seine zarten Blütenrispen, an denen sich feine Blütenkelche tummeln. Bartfäden werden daher vor allem als dekorative Zierpflanzen gerne in Gärten kultiviert, wobei die Pflanzen in Stauden- und Steinbeeten, wie auch in Töpfen gleichermaßen gut zur Geltung kommen. Damit Bartfäden den Winter überstehen und im Frühjahr kräftig gedeihen benötigen sie allerdings einige Pflegemaßnahmen. Diese haben wir gemeinsam mit einer passenden Pflanzanleitung im Folgenden für Sie aufgeführt.



Bartfaden pflanzen – Standort und Ablauf

Der bis zu 3 m hohe Bartfaden zählt zur Familie der Wegerichsgewächse (Plantaginaceae) und ist in seiner ursprünglichen Form ausschließlich in Nordamerika zu finden. Dort gedeiht die Penstemon maßgeblich in den gemäßigten Klimaregionen des Westens. Ausgehend von seiner nordamerikanischen Heimat fand die blütenreiche Staude bereits im 19. Jahrhundert Verbreitung nach Europa, wo sie seitdem hauptsächlich gezüchtet wird. Und auch in Asien existieren diverse Arten der schönen Zierpflanze.

Für einen kräftigen Wuchs benötigt Penstemon einen warmen, sonnigen Standort, der zum Schutz vor Winden an einer Mauer liegen sollte. Das Standortsubstrat darf einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 aufweisen und sollte am besten kalkarm, sandig und humos sein. Je nach Art und Sorte ist Penstemon mehr oder weniger winterhart. Frostempfindliche Varianten pflanzen Sie diesbezüglich am besten in Töpfen, da die Stauden so zur Überwinterung leichter an einen geschützten Standort gebracht werden können. Winterarte Bartfäden dürfen dagegen ganzjährig im Freiland stehen, wo sie besonders gut mit anderen Staudenpflanzen wie Phlox, Schleierkraut, Glockenblumen oder Rittersporn harmonieren.

 

Einzelheiten zum Standort für Bartfaden:

  • Penstemon benötigt sonnigen und windgeschützten Standort
  • kalkarme, sandige und humose Standortsubstrate sind zu bevorzugen
  • pH-Wert des Bodens: schwach sauer bis neutral, zwischen 6,0 und 7,0 Punkten
  • frostempfindliche Bartfäden am besten im Topf pflanzen
  • winterharte Arten des Penstemon lassen sich auch im Freiland pflanzen
  • geeignete Pflanznachbarn: Glockenblumen, Phlox, Rittersporn und Schleierkraut

 

Bartfaden lässt sich am besten durch das Setzen von vorgezogenen Jungpflanzen in den eigenen Garten integrieren. Diese gibt es in Gärtnereien, bei Züchtern und im Online-Handel zu erstehen. Eine Aussaat der Staudenpflanze ist prinzipiell ebenso möglich, jedoch sind die Samen des Bartfadens häufig schwieriger zu finden und mühsamer aufzuziehen. Aus diesem Grund hier eine Anleitung zur deutlich leichteren Pflanzung von Penstemon:

1. Schritt – Pflanztermin wählen: Die Pflanzung von Bartfaden erfolgt im Frühjahr zwischen April und Mai. Wichtig ist, dass kein Spätfrost mehr drohen darf, weshalb Sie den Pflanztermin am besten in die Zeit nach den Eisheiligen legen.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Vor dem Einsetzen von Penstemon wird der Boden gründlich aufgelockert, Unkraut entfernt und die Erde mit Kompost und kleinen Kieselsteinen vermischt. Anschließend wird ein Pflanzloch ausgehoben, das sich an der Größe des Wurzelballens orientiert.

3. Schritt – Bartfaden pflanzen: Nachdem der Wurzelballen zuvor in Wasser getaucht wurde, kann der Bartfaden in das Pflanzloch eingesetzt und dieses mit Erde verfüllt werden. Der Pflanzabstand zu Nachbarpflanzen sollte etwa 30 cm betragen, damit sich Penstemon auch wirklich gut entfalten kann.

4. Schritt – Jungpflanze bewässern und stabilisieren: Nach der Pflanzung wird der junge Bartfaden kräftig angegossen. Da großwüchsige Bartfäden bei starken Windzügen leicht abknicken, empfiehlt es sich, die junge Staude zusätzlich an einer Rankhilfe zu befestigen.

 

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin für Penstemon: April bis Mai, auf jeden Fall nach den Eisheiligen
  • Boden vor der Pflanzung auflockern und Unkraut entfernen
  • danach Humus und Kieselsteine untermischen
  • das Pflanzloch für Bartfäden sollte 1 ½ mal so groß wie der Wurzelballen sein
  • Bartfaden vor dem Einsetzen noch einmal in Wasser tauchen
  • Pflanzabstand für Penstemon: 30 cm
  • abschließend kräftig angießen und großwüchsige Bartfäden an Rankhilfe fixieren

 

Penstemon ‚Rich Ruby‘ | © Das Grüne Archiv

 

Penstemon pflegen – gießen, schneiden und vermehren

Innerhalb seiner Blütezeit von Juni bis Oktober bildet Penstemon seine zierlichen Blütenrispen, die üppig mit Blütenkelchen versehen sind. Diese treten in einem großen Farbspektrum von Weiß, Rosa, Rot bis Violett und Blau auf. Vor allem in dieser Phase benötigt die Staude ausreichend Wasser, das ihr bei trockenem Boden umgehend durch Gießgänge zugeführt werden sollte. Natürlich ist Staunässe dennoch zu vermeiden. Ansonsten könnte die Staude schnell krankheitsanfällig werden.

Um eine Austrocknung zu verhindern, kann der Wurzelbereich des Bartfadens zusätzlich durch eine Mulchschicht geschützt werden. Des Weiteren ist für Penstemon eine alljährliche Düngung einzuplanen, die am besten im Frühling mit Kompost oder Hornspänen erfolgt.

 

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • in der Blütezeit von Juni bis Oktober benötigt Penstemon regelmäßige Bewässerung
  • ein Gießgang ist angezeigt, sobald der Boden trocken erscheint
  • Staunässe ist mit Blick auf die Krankheitsanfälligkeit des Bartfadens zu vermeiden
  • Wurzelbereich zum Schutz vor Austrocknung Standortboden mulchen
  • Düngung von Penstemon erfolgt im Frühling mit Kompost oder Hornspänen

 

Damit frostresistente Arten und Sorten des Penstemon gut über den Winter kommen, benötigen die Stauden im Herbst einen radikalen Rückschnitt. Dabei werden die Pflanzen bis bodennah eingekürzt. Auch frostempfindliche Sorten reagieren positiv auf einen Schnitt, bei dem vorrangig welke Blütenrispen entfernt werden. Die Blütezeit der Bartfäden wird hierdurch deutlich verlängert, da der Schnitt die Stauden zur Ausbildung neuer Triebe anregt.

Vermehrung durch Stecklinge: Die Vermehrung von Penstemon erfolgt am besten durch Stecklinge. Hierzu werden im ausgehenden Sommer Seitentriebe aus der Staude entnommen. Setzen Sie die Stecklinge anschließend in einen Topf mit Anzuchterde und bewässern Sie den Trieb gut. Schon im nächsten Frühjahr sollten die Stecklingstriebe dann ausreichend bewurzelt sein, um zurück ins Freiland zu ziehen.

 

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • welke Blütenstände des Penstemon abschneiden, um Blütezeit zu verlängern
  • winterharte Arten des benötigen bodennahen Rückschnitt im Herbst
  • für Vermehrung im Sommer Seitentriebe entnehmen
  • die Stecklinge anschließend in einen Topf mit Anzuchterde setzen
  • bei guter Bewässerung können die Triebe im nächsten Frühling wieder ins Freiland

 

Penstemon ‚Tabasco‘ | © Das Grüne Archiv

 

Bartfaden überwintern – so klappt’s

Zur Überwinterung winterharter Bartfäden ist es meist ausreichend, die gestutzten Stauden mit Reisig oder Stroh abzudecken. Sorten, die nicht frostresistent sind, werden hingegen an einem geschützten und hellen Platz im Haus überwintert. Wer kälteempfindlichen Penstemon zuvor im Garten kultiviert hat, muss die Staude hierzu natürlich ausgraben und in einen Topf verfrachten. Unkomplizierter ist es darum, entsprechende Arten des Bartfadens gleich im Kübel anzusiedeln.

 

Interessante Arten und Sorten des Penstemon

Penstemon existiert heute weltweit in über 300 verschiedenen Arten. Abhängig von ihrer Winterhärte können diese bei uns entweder ein- oder mehrjährig im Garten kultiviert werden. Auch gibt es zahlreiche Hybriden, deren frostresistente Sorten auch als „Lichtnelken“ bekannt sind. Eine Auswahl verschiedener Arten und Sorten des Penstemon haben wir nachstehend für sie aufgelistet:

SorteBeschreibung
Berg-Bartfaden
Penstemon alpinus
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: rotviolette bis blaue Blüten
Wuchshöhe: 15 bis 20 cm
Herkunft: Japan, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: alpiner Penstemon ist bis -23 °C winterhart
Blauer Bartfaden
Penstemon fruticosus
Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: azurblaue bis blauviolette Blüten
Wuchshöhe: 40 bis 50 cm
Herkunft: Amerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Penstemon fruticosus ist bis -23 °C winterhart
gute Sorten: 'Catherine de la Mere', 'Purple Haze'
Bunter Bartfaden
Penstemon hartwegii
Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: Blüten in allen Farben erhältlich
Wuchshöhe: 70 bis 100 cm
Herkunft: Mexiko, Mittelamerika
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: diese Art des Penstemon ist nur wenig frosthart und daher eher als Topfkultur geeignet
gute Sorten: 'Picotee Red', 'Sensation Mix', 'Tubular Bells Red'
Bronze-Bartfaden (Fingerhutbartfaden)
Penstemon digitalis

Blütezeit: Juli bis August
Blütenfarbe: weiß bis zartrosa
Wuchshöhe: 80 bis 100 cm
Herkunft: Kanada, Nordamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Penstemon digitalis ist bis - 23 °C winterhart
gute Sorten: 'Dark Towers', 'Husker's Red', 'Joke'
Roter Bartfaden
Penstemon barbatus
Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: rotviolette bis rote Blüten
Wuchshöhe: 5 bis 100 cm
Herkunft: Mexiko, Mittelamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -23 °C winterhart; Penstemon barbatus wächst aufrecht und besonders buschig
gute Sorten: 'Coccineus', 'Praecox Nanus Rondo'
Bartfaden Hybriden
Penstemon x cultorum
Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: Blüten in allen Farben
Wuchshöhe: 50 bis 60 cm
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: Penstemon Hybriden sind selten winterhart
gute Sorten:

Penstemon x cultorum 'Andenken an F. Hahn' (weinrot)

Penstemon x cultorum 'Garnet' (granatrot)

Penstemon x cultorum 'Hidcote Pink' (rosa)

Penstemon x cultorum 'Oeschber' (weiß)

Penstemon x cultorum 'Russian River' (dunkelviolett)

Penstemon x cultorum 'Schönholzeri' (rot)

Penstemon x cultorum 'Sperling's Landhaustraum' (rosa)

Penstemon x cultorum 'Stapleford Gem' (purpurblau)

Penstemon x cultorum 'Tabasco' (rosarot)

Lichtnelken:

Penstemon x cultorum 'Alice Hindley' (weiß-violett, winterhart)

Penstemon x cultorum 'Apple Blossum' (weiß-rosa, winterhart)

Penstemon x cultorum 'Rich Ruby' (dunkelrot, winterhart)

Penstemon x cultorum 'Sour Grapes' (blauviolett, winterhart)

 

Penstemon – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Der Bartfaden ist eine besonders resistente Staude, die nur selten von Schädlingen wie Blattläusen befallen wird. Diese machen sich durch vertrocknete Pflanzenteile und eine klebrige Schicht auf der Pflanze bemerkbar, können jedoch leicht durch Brennnesselsud oder den Einsatz von Schlupfwespen bekämpft werden.

Befindet sich Penstemon in einem von Staunässe geplagten Boden, so können Pilzerkrankungen wie die Stängelgrundfäule oder die Wurzelfäule auftreten, die ein Absterben der Staude herbeiführen können. Bereits befallene Pflanzen müssen unbedingt entfernt und separat im Hausmüll entsorgt werden, um eine Ausbreitung der Krankheitserreger im Garten zu vermeiden.



Fazit

Penstemon ist eine blütenreiche Staudenpflanze, die je nach Winterhärte der jeweiligen Arten im Freiland oder Topf kultiviert werden kann. Für ein kräftiges Wachstum benötigt sie einen sonnigen und windgeschützten Standort, der ein sandiges bis humoses Bodensubstrat aufweisen sollte. Mit regelmäßigen Gießgängen in den Sommermonaten und Rückschnitten im Herbst gedeiht Bartfaden zu einer üppig blühenden Staude heran, deren Blütenrispen auch als Schnittblumen für dekorative Akzente verwendet können. Wer die Blütezeit von Penstemon verlängern möchte, der sollte zudem welke Blütentriebe abschneiden. Auf diese Weise erstrahlen die farbenfrohen Blüten der Staude oftmals bis in den späten Herbst.

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