Der Baumschnitt – wann und wie am besten schneiden?

Der Baumschnitt – wann und wie am besten schneiden?

 

© Minerva Studio – Fotolia.com

Abgesehen von den Obstbäumen, bei denen Sie durch einen Rückschnitt für ein gleichmäßigeres Wachstum und damit eine reichere Ernte sorgen, brauchen Bäume normalerweise keinen Rückschnitt. Viele Gärtner sind zudem der Überzeugung, dass es den natürlichen Wuchs von Bäumen beeinträchtigt, wenn nicht sogar entstellt, wenn sie zu stark geschnitten werden. Es kann jedoch vorkommen, dass ein Baum im Laufe der Zeit zu groß wird und dadurch zu große Flächen beschattet oder dem Haus zu nahe kommt. Starke Äste, die zu brechen drohen, können außerdem eine Gefahr für Sie oder für Fußgänger darstellen, wenn der Baum an der Grundstücksgrenze steht. Darüber hinaus kann die Krone eines Baumes im Inneren kahl werden, wenn die Äste zu dicht stehen. In all diesen Fällen ist ein Rückschnitt durchaus sinnvoll.

 

 

Der Rückschnitt von Laubbäumen

Kugelschnitt an den hängenden Ästen einer jungen Trauer-Blutbuche. Der Schnitt sollte immer die natürliche Wuchsform der Baumäste unterstützen.

Bevor ein Baum im Herbst sein Laub verliert, entzieht er den Blättern die Nährstoffe und lagert diese für den Winter und das kommende Frühjahr ein. Wenn Sie einen Laubbaum schon schneiden, bevor er sein Laub abgeworfen hat, nehmen Sie ihm diese Möglichkeit. Dadurch kann es zu einem schlechten Wuchs und einer Anfälligkeit für Krankheiten kommen. Laubbäume schneiden Sie daher am besten in der Zeit vom Herbst bis zum beginnenden Frühling. Der Schnitt sollte jedoch in einem Zeitraum erfolgen, in dem es nicht friert. Durch die offenen Schnittstellen könnte sonst die Kälte eindringen und würde den Baum schädigen.

Vorsicht bei Bäumen, die leicht ausbluten!

Bei einigen Bäumen ist der Druck, mit dem sie im Frühling den Pflanzensaft bis in die Krone pumpen, sehr hoch. Ein Rückschnitt in dieser Zeit kann daher dazu führen, dass der Pflanzensaft aus den Schnittstellen tropft und kaum noch zu stoppen ist. Gärtner bezeichnen diesen Vorgang, der für den Baum schädigend sein kann, als ausbluten. Bäume, die zum Ausbluten neigen, schneiden Sie am besten im Sommer. Hierzu gehören

  • Birke
  • Ahorn
  • Walnuss

 

Schnittbesonderheiten bei Obstbäumen

Obstbäume sollten aus nur wenigen Hauptästen bestehen, damit alle Früchte genügend Licht bekommen und gut ausreifen. Bei den Obstbäumen ist es daher vor allem in den ersten Jahren wichtig, durch einen regelmäßigen Erziehungsschnitt Einfluss auf ihren Wuchs zu nehmen.

Zu beachten ist beim Schnitt von Obstbäumen, dass es je nach Obstsorte sowohl bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts als auch bei der Art und Weise des Schnitts individuelle Unterschiede gibt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Obstbäume durch gezielten Schnitt in verschiedene Wuchsformen zu überführen und so beispielsweise Säulen- oder Spalierobst heranzuziehen.

 

Spalierschnitt am Apfelbaum | © gartenanlegen.net

Das Schneiden von Nadelbäumen

Auch beim Rückschnitt von Nadelbäumen gibt es große Unterschiede. Einige lassen sich gut zurückschneiden und werden daher gerne als kunstvolle Solitäre, Hecken oder auch als Bonsai genutzt. Hierzu gehören zum Beispiel die Tanne, Lärche und Zypresse. Andere Nadelgehölze wie die Arten der Kiefer vertragen einen Rückschnitt dagegen eher schlecht bis gar nicht. Außerdem unterscheiden sich die einzelnen Arten durch den richtigen Zeitpunkt für den Rückschnitt. Wenn Sie einen Nadelbaum kürzen oder auslichten möchten, sollten Sie sich daher vorab über die entsprechende Koniferneart informieren.

 

Die Goldspitzen-Fichte ist eine der wenigen Fichtenarten, die einen Schnitt gut verträgt und deshalb selbst als Hecke kultiviert werden kann. Generell gilt: Nadelbäume dürfen niemals bis hinter ihren grünen Austrieb geschnitten werden. Ansonsten wächst an dieser Stelle nichts mehr nach.

 

Bäume richtig schneiden – Utensilien und Ablauf

Durch Quetschungen an Zweigen und Ästen entstehen leicht Krankheiten. Aus diesem Grund sollten Sie für den Rückschnitt nur eine scharfe Astschere oder bei besonders dicken Ästen eine scharfe Astsäge verwenden. Zusätzlich sind eine große Schubkarre für die Sammlung abgeschnittener Äste, sowie Baumharz zum Verschluss größerer Wunden sinnvoll. Für den Schnitt selbst gibt es dann folgende Orientierungshilfen:

  • Schneiden Sie einen Ast immer möglichst nah am Stamm bzw. am Hauptast ab. Über die Aststummel dringen sonst leicht Pilze oder schädigende Insekten in das Holz ein. Aus dem gleichen Grund empfiehlt es sich, größere Schnittstellen mit einem Wundverschluss zu bestreichen.
  • Wenn Sie einen Baum auslichten möchten, weil die Krone inzwischen zu dicht geworden ist, entfernen Sie am besten zunächst alle Zweige und Äste, die nach innen wachsen. Als nächstes nehmen Sie sich die Äste vor, die parallel und sehr nah beieinander wachsen und entfernen jeweils einen von ihnen. So sorgen Sie für einen schönen und kompakten Wuchs, bei dem alle Teile des Baums genügend Licht bekommen.
  • Sollte die Krone danach immer noch zu dicht sein, können Sie weitere Äste entfernen. Unabhängig davon, um welche Baumart es sich handelt, dürfen Sie tote Zweige und Äste jederzeit entfernen.

 

Verbotszeiten

Ein starker Rückschnitt von Bäumen, Gehölzen und Hecken oder gar das Fällen von Bäumen ist in den Monaten von März bis September verboten. Auf diese Weise sollen Vögel, die darin ihre Nester gebaut haben, geschützt werden. Der genaue Zeitraum, für den diese Regelung gilt, wird von den einzelnen Kommunen festgelegt, bei Fragen hilft Ihnen daher die Gemeindeverwaltung an Ihrem Wohnort weiter. Einen leichten Rückschnitt Ihrer Bäume, Sträucher und Hecken dürfen Sie jedoch auch in den Sommermonaten vornehmen und so Ihren Garten wieder ein wenig verschönern.

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