Apfelbaum schneiden – Infos zum richtigen Schnitt

Apfelbaum schneiden – Infos zum richtigen Schnitt

 

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Junge Apfelbäume benötigen einige Jahre, bis sie das erste mal geerntet werden können. Erst nach ungefähr drei Jahren bilden sich die ersten Äpfel. Wenn Sie den Baum regelmäßig zurückschneiden, können Sie diese Wartezeit aber enorm verkürzen. Und auch ältere Apfelbäume benötigen einen regelmäßigen Schnitt. Ihre Wuchshöhe kann je nach Sorte zwischen 40 Zentimetern und 20 Metern betragen. Auch der Jahreszuwachs ist mit 30 bis 60 Zentimeter beachtlich und lässt eine ausgewachsene Apfelbaumkrone ohne geeignete Gegenmaßnahmen schnell zu einem wuchernden Dickicht mutieren. Bei der Pflege von Apfelbäumen kommt es also auf den richtigen Baumschnitt an.

 

Was ist vor dem Apfelbaumschnitt zu beachten?

Eine gute Vorbereitung erleichtert beim Schneiden von Gehölzen wie dem Apfelbaum den geplanten Schnitt erheblich. So sollten Sie die Schneidgeräte vor dem Gebrauch auf jeden Fall schärfen, denn mit stumpfen Scheren oder Sägen lässt sich das robuste Holze der Apfelbäume kaum schneiden. Zudem begünstigen stumpfe Schneidwerkzeuge unsaubere Schnittflächen am Apfelbaum, über die Pilze und andere Krankheitserreger deutlich leichter in das Holz eindringen können. Alles in Allem dürfen folgende Hilfsmittel beim Apfelbaumschnitt auf keinen Fall fehlen:

  • Handschuhe zum Schutz der Hände
  • Leiter zum Schneiden von Ästen im oberen Bereich der Baumkrone
  • Gartenschere zum Entfernen dünner Zweige
  • Astschere zum Entfernen mittelstarker Äste
  • Bügelsäge zum Entfernen dicker Äste
Tipp: Größere Schnittflächen am Apfelbaum wirken äußerst einladend auf Krankheitserreger. Mit Blick auf die Wundheilung bedeuten sie zudem einen erhöhten Energieverlust, der gerade jüngere Apfelbäume schnell entkräften kann. Aus diesem Grund empfehlen wir zum Verschluss umfangreicher Baumwunden die Nutzung von Baumwachs, Baumpflastern oder Sprühverbänden, welche nicht nur die Heilung der Wundfläche beschleunigen, sondern Pilzen und Co. auch das Eindringen in den Apfelbaum erschweren.



Apfelbäume schneiden – der richtige Zeitpunkt

So wichtig wie die richtigen Hilfsmittel ist auch der passende Zeitpunkt für das Schneiden von Apfelbäumen. Dieser liegt wie bei vielen Gehölzen im zeitigen Frühjahr, etwa um Anfang bis Mitte März herum. Zu dieser Jahreszeit lässt der Austrieb noch etwas auf sich warten und der Apfelbaum steht noch nicht im Saft, was die Wundheilung positiv beeinflusst. Ein Baumschnitt im Herbst ist daher lediglich für ältere Apfelbäume ratsam, und auch nur, wenn die Menge an zu entfernendem Holz es zwingend erfordert.

Wichtig ist, dass am Tag des Schnitts die Temperaturen deutlich über Null liegen. Aus gutem Grund, denn bei Minusgraden neigen die Äste des Apfelbaums dazu, brüchig zu werden. Dies führt beim Schneiden zu erhöhter Verletzungsgefahr und im weiteren Verlauf zu einer verschlechterten Wundheilung. Um beides zu vermeiden und dem Apfelbaum nach dem Schnitt die besten Regenerationsmöglichkeiten zu bieten, haben sich Schnitttemperaturen von mindestens 5 Grad Celsius bewährt.

Tipps zum Schnitt am Apfelbaum

Geht es um die richtige Schneidmethode beim Apfelbaumschnitt, so muss zunächst zwischen verschiedenen Triebarten unterschieden werden. Wie umfangreich das Geäst beim Baumschnitt abgetragen wird, richtet sich nämlich danach, welche Funktion einzelne Triebe am Apfelbaum haben. Beim Apfelspalier müssen zum Beispiel tragende Leitäste mit horizonalem Wuchs ausgewählt werden, um dem Spalierobst seine typische Zaunform zu verleihen. Bei Säulenobst und Spindelbüschen sollte sich der Triebwuchs von Leitästen dagegen in die Vertikale richten, um eine schöne, aufrechte Baumform zu erzielen. Nachstehend ein kleiner Überblick:

  • Holztriebe am Apfelspalier mit sehr kurz gehaltenen Fruchttrieben | © gartenanlegen.net

    Holztriebe wachsen am Apfelbaum senkrecht mit Ansätzen von Fruchttrieben. Sie werden bis auf den Haupttrieb gekürzt und knapp oberhalb der Verzweigung abgeschnitten. Bei Obstspalieren müssen diese Triebe frühzeitig durch Drähte oder Schnüre am Wuchsgerüst fixiert werden, damit sie anstatt in die Höhe vermehrt waagrecht in die Breite auswachsen.

  • Fruchttriebe sind für eine ertragreiche Ernte selbstverständlich am wichtigsten. Folglich sollte man Äste dieser Triebart nur dann schneiden, wenn sie unansehnlich nach innen wachsen, andere Triebe im Wuchs oder das Sonnenlicht am Durchdringen der Baumkrone behindern.
  • Wasserschosse weisen einen senkrechten Wuchs auf und befinden sich meist im Inneren der Baumkrone. Da sie keine Früchte tragen, rauben diese Triebe dem Apfelbaum nur unnötig Energie. Sie werden deshalb gezielt abgetragen. Schneiden Sie hier direkt am Triebursprung, um sicher zu stellen, dass der Wasserschoss wirklich komplett entfernt wird.

Neben der richtigen Unterscheindung einzelner Triebarten ist beim Schneiden Ihres Apfelbaums unbedingt darauf zu achten, keine großen Aststummel am Baum zu belassen. Des Weiteren bedürfen besonders große Schnittflächen nach dem Schnitt eines entsprechenden Schutzes. Als vereinfachte Faustregel gilt hier: Schnittflächen, die größer als eine 1-Euro-Münze sind, sollten mit einem Wundschutzmittel nachbehandelt werden.



Fazit

In der Theorie hört sich das korrekte Schneiden eines Apfelbaums oft viel schwieriger an als es in der Praxis wirklich ist. Hat man erst einmal ein Gefühl für die verschiedenen Triebformen bekommen und weiß, wo der Schnitt anzusetzen ist, geht das Schneiden wie von ganz allein. Abgesehen von den benötigten Hilfsmitteln, der richtigen Zeit sowie den empfohlenen Schnitttemperaturen gibt es dann auch nicht mehr viel zu beachten. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Erfolg bei der Triebidentifizierung und dem Ermessen des Schnittbedarfs an Ihrem Apfelbaum. Beides sollte spätestens beim zweiten Jahresschnitt keine Probleme mehr bereiten.

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