Alkanna – Standort, Pflanzung und Pflege

Alkanna – Standort, Pflanzung und Pflege

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Die Alkannawurzel (Alkanna) verdankt ihren Namen den als Alkannarot bekannten Farbpigmenten ihrer Wurzeln. Diese werden schon seit dem Altertum zur Gewinnung von roten Naturfarbstoffen verwendet und dienen unter anderem der Herstellung von Kosmetik und Textilfarben. Im Garten fasziniert Alkanna durch ähnlich farbenfrohe Radblüten. Ihnen verleiht das Alkannarot je nach Art einen kräftig blauen oder gelben Farbton. Dank ihrer geringen Wuchshöhe von nur 15 bis 40 cm eignet sich Alkanna dabei hervorragend als Bodendecker für kleinere Blumenbeete im Stein- oder Mediterrangarten. Tipps zur Kultur der kleinen Färberpflanze erhalten Sie hier.

Alkanna pflanzen – Standort und Ablauf

Alkanna gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) und ist vorwiegend in den mediterranen Steppen und Halbwüsten Europas, Afrikas und Asiens heimisch. Dabei besticht die kleine mediterrane Blütenstaude aber durch eine hervorragende Winterhärte die bis -23 °C reicht. Nichtsdestotrotz wünscht sich die Alkannawurzel einen sonnigen bis vollsonnigen Standort. Lichtreiche Steingärten und Mediterrane Gartenkonzepte sind deshalb am besten für Alkanna geeignet.

Das Bodensubstrat für Alkanna sollte unbedingt tiefgründig und trocken sein. Aus diesem Grund sind stark durchlässige und sandig-kiesige Substrate am besten geeignet. Der pH-Wert des Bodens ist mit neutralen 6,5 bis 7 Punkten richtig gewählt. Die beliebtesten Arten der Alkanna sind die Schminkwurz (Alkanna tinctora) sowie die Orient-Alkannawurzel (Alkanna orientalis). Mit Blick auf die toxischen Eigenschaften der Alkanna ist es ratsam, die Pflanze außer Reichweite von Kindern und Haustieren anzusiedeln.

Vorsicht, Verwechslungsgefahr! – Alkanna wird nur allzu gerne mit der Ochsenzunge (Anchusa) verwechselt. Die ebenfalls zur Familie der Raublattgewächse zählende Pflanze sieht der Alkannawurzel nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern besitzt mit dem in ihr enthaltenen Anchusin auch ähnliche Pflanzenfarbstoffe. Ein entscheidender Unterschied zwischen den beiden Färberpflanzen ist allerdings, dass Ochsenzungen bei ausreichend geringer Dosierung nach wie vor als Kräuter in der Heilkunde zum Einsatz kommen können. Allerdings gilt auch hier unsere Bitte, von Privatexperimenten ohne ärztliche Rücksprache abzusehen.



Einzelheiten zum Standort für Alkanna:

  • Alkanna benötigt sonnige bis vollsonnige Standorte
  • Bodensubstrat sollte tiefgründig, trocken, gut durchlässig und sandig-lehmig sein
  • pH-Wert des Bodens: neutral, zwischen 6,5 und 7 Punkten
  • beliebte Arten: Schminkwurz und Orient-Alkannawurzel
  • Alkanna ist bis zu -23 °C frosthart und braucht allenfalls leichten Winterschutz
  • da die Pflanze giftig ist, nur außer Reichweite von Kindern und Haustieren kultivieren
  • Alkanna niemals mit Ochsenzunge (Anchusa) verwechseln
  • deren Arten werden nach wie vor als Kräuter in der Heilkunde genutzt


  1. Schritt – Wahl des Pflanztermins: Auch, wenn Alkannawurzel gut winterhart ist, empfiehlt es sich, die Pflanze erst nach den Eisheiligen, also von Ende April bis Mitte Mai im Garten auszubringen. Man sollte es der Blütenstaude beim Anwachsen im Boden nämlich nicht allzu schwermachen. Umso schöner und kräftiger blüht sie dann auch im Sommer.
  2. Schritt – Bodenvorbereitung: Lockern Sie den Standortboden für die Bedürfnisse der Alkanna tiefgründig auf und reichern Sie das Substrat gut mit Sand und Kies an. Störende Bodenhindernisse wie grobe Steine, Wurzelreste oder verklumpte Erdbrocken sind vor der Pflanzung zu entfernen. Eine Kiesdrainage im Pflanzlich ist für einen verbesserten Wasserablauf sinnvoll.
  3. Schritt – Pflanzung der Alkanna: Am schönsten kommt Alkanna in kleinen Tuffs zu je 3 bis 5 Stück zur Geltung. Der Pflanzabstannd zwischen einzelnen Exemplaren der Pflanze sollte 25 bis 30 cm betragen. Auf 1 m² kommen damit maximal 11 Pflanzen. Nach der Pflanzung wird Alkanna dann sparsam angewässert.


Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin für Alkanna: Ende April bis Mitte Mai, nach den Eisheiligen
  • Boden vor der Pflanzung tiefgründig auflockern
  • störende Bodenhindernisse werden entfernt
  • Drainage aus Kies verbessert den Wasserablauf
  • das Standortsubstrat vorab gut mit Sand und Kies anreichern
  • Pflanzabstand für Alkanna: 25 – 30 cm / 11 Pflanzen pro m²
  • nach der Pflanzung Alkanna sparsam anwässern
Achtung: In der Heilkunde des Altertums wurden die Wurzeln der Alkanna traditionell zur Behandlung von Hautkrankheiten und Wunden genutzt. Heute weiß man jedoch, dass Alkannawurzeln eine Reihe toxischer Alkaloide enthält, die krebserregend sowie leber- und fruchtschädigend wirken. Als Kräuter sind Arten der Alkanna also definitiv nicht zu empfehlen.


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Pflege und Verwendung der Alkanna – gießen, färben und vermehren

Schminkwurz und andere Arten der Alkanna sind nicht besonders scharf auf feuchte Böden. In Sachen Bewässerung sind sie daher ziemlich pflegeleicht. Gegossen wir nur an besonders heißen Tagen, an denen die Wasserverdunstung der Pflanze sehr hoch ist. Gießen Sie hier aber nur in den Morgen- oder Abendstunden, damit durch zu feuchte Blätter und Blüten keine Brennschäden an der Alkanna entstehen.

Da Alkannawurzel in freier Natur in nährstoffarmen Karglandschaften wächst, ist eine Düngung der Pflanze nicht notwendig. Auch der Schnittbedarf der Alkanna hält sich in Grenzen. Allenfalls werden welke Pflanzenteile abgezwickt.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Alkanna muss nur an sehr heißen Tagen gewässert werden
  • hier die Pflanze morgens oder abends mit Wasser versorgen
  • ein Gießen bei praller Mittagssonne kann im Sommer zu Brennschäden führen
  • welke Pflanzenteile der Alkanna werden regelmäßig ausgeputzt
  • Düngung ist bei Alkannawurzeln unnötig

Wir weisen noch einmal darauf hin, dass eine Verwendung von Alkanna-Arten als Kräuter zu privaten Heilkunde- oder Pflegezwecken sehr gefährlich sein kann. Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Brechreiz, Leberschäden und bei Schwangeren auch Fehlgeburten, sind hier nur einige der Denkbaren Nebenwirkungen einer äußerlichen oder innerlichen Anwendung. Das Färben von Seifen und Kosmetika mit Alkannarot können wir deshalb nur unter Vorbehalt empfehlen. Die toxischen Inhaltsstoffe der Pflanze können hier über die Haut in den Körper eindringen und dort genannte Nebenwirkungen auslösen. Das Färben von Textilien mit Auszügen der Schminkwurz ist hingegen unbedenklich, da die giftigen Alkaloide hier unlöslich und damit ungefährlich sind.

Wer das Alkannarot der Pflanze als natürliches Färbemittel für Textilien verwenden möchte, der kultiviert am besten die Schminkwurz. Sie wird seit dem Altertum zur Farbstoffgewinnung verwendet und ist heute ein Geheimtipp für all jene, die allergisch auf künstliche Textilfarbstoffe reagieren. Die Wurzeln ausgewachsener Schminkwurz-Exemplare wird zu Färbezwecken zunächst ausgegraben, zerkleinert und je nach Verwendungszweck in Alkohol oder Öl eingelegt. Danach werden die Wurzelstücke abgefiltert und der extrahierte Naturfarbstoff weiterverwendet. Wichtig beim Färben ist hierbei, zu wissen, welchen Farbton man erzeugen möchte. Basische Lösungsmittel verwandeln Alkannarot nämlich in violette oder blaue Farbtöne, werden in Öl eingelegte Alkannawurzeln einen roten Farbton erzeugen.

Vermehrung durch Aussaat: Schminkwurz und Co. können unkompliziert über Samen vermehrt werden. Diese kann man entweder im gut sortierten Pflanzenhandel kaufen oder nach der Blüte aus den kleinen Klausenfrüchten der Alkanna ernten. Da die Pflanze ein Kaltkeimer ist, müssen ihre Samen nach einer Quellzeit von 2 bis 4 Wochen bei etwa 20 °C zunächst für 6 Wochen kühl bei -3 bis 3 °C gehalten werden. Danach werden die Samen bei warmen Temperaturen ausgesät. Am besten ist es, die Aussaat im zeitigen Frühling unter Glas vorzunehmen und den Kältereiz im Kühlschrank zu erzeugen.


Kurztipps Färben und Vermehren:

  • zum Färben werden traditionell die Wurzeln der Schminwurz genutzt
  • die Wurzeln ausgewachsener Pflanzen hierfür zunächst ausgraben
  • danach werden die Wurzeln zerkleinert und in Alkohol oder Öl eingelegt
  • rote Farbe lässt sich aus Alkannarot nur über Ölauszüge gewinnen
  • basische Lösungen erzeugen dagegen violette oder blaue Farben
  • Vorsicht bei Seifen und Kosmetika!
  • hier ziehen Giftstoffe über die Haut in den Körper ein
  • das Färben von Textilien mit Schminkwurz ist dagegen unbedenklich
  • für Vermehrung Samen der Alkanna im zeitigen Frühling vorquellen
  • Quellzeit beträgt 2 – 4 Wochen und benötigt Temperaturen um 20 °C
  • danach die kaltkeimenden Samen für 6 Wochen bei -3 bis 3 °C Kältereiz aussetzen
  • abschließend Samen im Warmen unter Glas aussäen

Interessante Arten der Alkanna

Insgesamt gibt es etwa 30 Arten der Alkanna. Wie anfangs erwähnt, sind Schminkwurz und Orient-Alkannawurzel dabei die beliebtesten. Einzelheiten zu Besonderheiten der beiden Alkanna-Arten, sowie eine interessante Alternative finden Sie in der nachstehenden Übersicht:

SorteBeschreibung
Orient-Alkannawurzel
Alkanna orientalis

Blütezeit: Mai bis August
Blütenfarbe: gelbe Blüten
Wuchshöhe: 30 bis 40 cm
Herkunft: Arabien, Mittelmeerraum, Nordafrika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -23 °C winterhart
Schminkwurz
Alkanna tinctoria
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: himmelblaue Blüten
Wuchshöhe: 15 bis 30 cm
Herkunft: Nordafrika, Südosteuropa
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: bis -17 °C winterhart; Schminkwurz wird traditionell als Färbemittel verwendet
Sieber's Alkannawurzel
Alkanna sieberi

Blütezeit: März bis Mai
Blütenfarbe: zunächst gelbliche, später blaue Blüten
Wuchshöhe: 5 bis 15 cm
Herkunft: Kreta
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: bis -10 °C winterhart


Alkanna – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

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Es sind keine besonderen Schadbilder für Alkanna bekannt

Fazit

Bei der Alkanna handelt es sich um eine alte Färberpflanze, die früher auch in der volkstümlichen Heilkunde zum Einsatz kam. Inzwischen sieht man jedoch von einer Verwendung der Alkanna-Arten als Kräuter ab, da sie toxische Alkaloide führen. Als ziervolle Blütenstaude im Garten, ebenso wie als Lieferant für Naturfarbstoffe ist Alkanna aber nach wie vor in Gebrauch. Dabei zeigt sich die artabhängig gelb oder blau blühende Pflanze unwahrscheinlich pflegeleicht und robust. Denn auch wenn sie aus mediterranen Steppen und Halbwüsten stammt, ist Alkanna äußerst winterhart. Außerdem braucht Alkannawurzel im Garten bis auf einen sonnigen Standort und ein sandig-kiesiges Substrat eigentlich nichts. Selbst das Gießen und Düngen ist für den Großteil des Jahres völlig unnötig. Wenngleich sie für Experimente in der privaten Heilkunde also nicht geeignet scheint, ist Alkanna als kleinwüchsiger Bodendecker fürs Blumenbeet definitiv zu empfehlen.

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