Akelei – Standort, Aussaat und Pflege

Akelei – Standort, Aussaat und Pflege

© Igor Groshev - Fotolia.com
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Schon im Mittelalter war die Akelei (Aquilegia) eine beliebte Pflanze in hiesigen Kräutergärten. Ihre Stauden wurden damals trotz leichtem Giftgehalt sogar als Heilkräuter verwendet. Inzwischen hat es das anmutige Gewächs auch in diverse Privatgärten verschlagen, denn mit den farbenfrohen, filigranen Blüten ihrer zahlreichen Arten zaubert Aquilegia einen märchenhaften Akzent in jede heimische Flora. Wie Sie die Akelei dabei am besten kultivieren und pflegen, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Wissenswertes: Trivialnamen für die Akelei gibt es viele. Von Elfenhandschuh oder Elfenschuh über Kapuziner- und Narrenkappe bis hin zu Kaiser-, Teufels- und Zigeunerglocke nehmen hierbei die meisten Bezeichnungen Bezug auf die oftmals gespornten Blüten der Akeleien. Mit dem Gattungsnamen ‚Aquilegia‘ verhält es sich nicht anders. Dieser leitet sich von dem lateinischen Wort aquila für ‚Adler‘ ab, und gibt preis, dass die Blütensporne vieler Arten der Akelei an die Krallen eben jener Greifvögel erinnern.




Aussaat der Akelei – Standort und Ablauf

Heimisch ist die Gattung Aquilegia aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) in allen gemäßigten und kaltgemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel. Einige Arten kommen sogar in Nordafrika vor. Entgegen ihres zarten Erscheinungsbildes ist die Akelei also sehr robust und kommt sowohl mit sonnigen, als auch mit schattigen Standorten gut zurecht. Als besonders widerstandsfähige Varianten gelten diesbezüglich die Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris), die Rocky Mountain Akelei (Aquilegia caerulea), sowie die Zwergakelei (Aquilegia flabellata). Sie vertragen nicht nur vollsonnige, trockene Standorte, sondern auch kalte Temperaturen von bis zu -40 °C, womit besagte Arten der Umschreibung ‚klimaresistent‘ alle Ehre machen.

Etwas anspruchsvoller ist die elfengleiche Akelei hingegen in Bezug auf ihren Standortboden. Wählen Sie hier am besten ein feuchtes, sandiges und humoses Substrat mit basischem pH-Wert von 8,5 bis 10. Eine gute Bodendurchlässigkeit und Nährstoffzufuhr sollten ebenfalls gewährleistet sein. Starke Wurzelkonkurrenz mögen Akeleien an ihrem Standort eher weniger, weshalb wir für Arten der Aquilegia Beetnachbarn mit harmonisierendem Wurzelwuchs, zum Beispiel in Form von Eisenhut, Funkien, Narzissen, Phlox oder Tränendes Herz empfehlen.

Vorsicht! Wenngleich Aquilegia damals wie heute als Heilpflanze genutzt wird, sollten Laien von einer Nutzung absehen. Die giftigen Inhaltsstoffe der Akelei können bei falscher Dosierung zu Atemnot, Hautreizungen, Herz- und Verdauungsproblemen führen.


Einzelheiten zum Standort für Akeleien:

  • Aquilegia verträgt sowohl sonnige als auch schattige Standorte
  • Pflanze ist bis zu -40 °C winterhart
  • besonders robuste Arten: Aquilegia vulgaris, Aquilegia caerulea und Aquilegia flabellata
  • für Kultivierung von Aquilegia feuchte, humose und sandige Böden wählen
  • Substrat sollte zudem gut durchlässig und nährstoffreich sein
  • pH-Wert des Bodens für Akelei: basisch zwischen 8,5 und 10
  • gute Pflanznachbarn: Eisenhut, Funkie, Narzisse, Phlox und Tränendes Herz
  • Vorsicht, Aquilegia ist giftig und mag keine Wurzelkonkurrenz

Da eine Pflanzung der Akelei bis auf die Einhaltung eines Pflanzabstandes von 25 bis 30 Zentimetern zwischen einzelnen Stauden der Pflanze relativ unkompliziert ist, wollen wir in diesem Beitrag den Aussaatvorgang etwas genauer beleuchten. Dieser sollte von Beginn an sehr gezielt stattfinden, da Aquilegia sehr hartnäckige Wurzeln ausbildet, welche das nachträgliche entfernen der Pflanze von ungewünschten Standorten sehr schwierig macht.

  1. Schritt – der richtige Aussaattermin: Idealerweise säen Sie Aquilegia im Frühjahr zwischen März und Mai aus. Auf diese Weise haben ihre jungen Stauden bis zum Winter ausreichend Zeit, um sich am Standort zu etablieren. Einer Überwinterung ohne entsprechende Schutzvorkehrungen steht dann nichts mehr im Wege. Einzige Ausnahme sind kaltkeimende Arten wie Aquilegia chrysantha. Hier kann eine Ausbringung ins Freiland schon im zeitigen Frühjahr oder gar Spätwinter erfolgen.


  2. Schritt – Akelei aussäen: Sofern Sie den Pflanztermin für Ihre Akelei vor die Eisheiligen legen möchten, empfiehlt sich eine Vorzucht im Frühbeet. Streuen Sie das Saatgut der Aquilegia am gewünschten Standort aus und bedecken Sie die Samen, wenn überhaupt, mit einer maximal 3 bis 5 Millimeter dicken Erdschicht. Die Samen sollten bis zur Keimung gleichmäßig feucht gehalten werden.


  3. Schritt – Jungpflanzen pikieren: Sobald die jungen Akeleien eine Wuchshöhe von 5 Zentimetern erreicht haben und gut durchwurzelt sind, können Sie diese auf einen Abstand von 25 Zentimeter vereinzeln. Sind die Eisheiligen bereits vorüber, geht es für die Jungpflanzen hierbei gleich an den gewählten Standort im Freiland. Ist dem nicht so, findet das Pikieren der Aquilegia zunächst im Frühbeet statt.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Aussaattermin für Akelei: März bis Mai
  • kaltkeimende Arten der Aquilegia können schon im Februar ausgesät werden
  • warmkeimende Arten bei Aussaat vor den Eisheiligen zunächst im Frühbeet kultivieren
  • Saatgut der Aquilegia mit max. 3 bis 5 mm dicker Erdschicht bedecken
  • bis zur Keimung Stauden der Akelei gleichmäßig feucht halten
  • bei guter Bewurzelung und mind. 5 cm Wuchshöhe Keimlinge pikieren
  • im Abstand von 25 cm vereinzeln und dabei ggf. schon ins Freiland pflanzen

Richtige Pflege für Akeleien – gießen, düngen und schneiden

© monropic - Fotolia.com
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Ob vulgaris, caerulea oder flabellata – Arten der Akelei sind nicht nur in Sachen Standort äußerst unkompliziert. Auch was die Pflege anbelangt stellt die Aquilegia einen sehr anspruchslosen Gartenbewohner. So lange sie vor und während der Blütezeit unter der Vermeidung von Staunässe gut gewässert wird, fühlen sich ihre Stauden eigentlich immer wohl. Demzufolge ist beim Gießen lediglich darauf zu achten, dass der Standortboden nicht austrocknet. Ob Sie Ihre Aquilegia mit Regen- oder Leitungswasser gießen, ist dabei relativ einerlei.

Gedüngt wird die Akelei vor der Ausbildung ihrer Blüten. Verwenden Sie hierfür humus- und mineralhaltige Materialien (z.B. Hornspäne, Kompost oder Laubmulch) und ziehen Sie mit Blick auf die Giftigkeit der Pflanze bitte Handschuhe an. Weitere Düngemaßnahmen sind für Aquilegia nicht notwendig.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Akelei vor und während der Blütezeit ausreichend wässern
  • Staunässe ist hierbei selbstverständlich zu vermeiden
  • Regen- und Leitungswasser kann gleichermaßen für das Gießen verwendet werden
  • Düngung der Aquilegia vor der Blütezeit
  • Düngematerial sollte humusfördernd und mineralhaltig sein
  • empfohlen werden Hornspäne, Kompost oder Laubmulch
  • bei der Pflege von Aquilegia grundsätzlich Handschuhe tragen

Ein Rückschnitt bietet sich bei Aquilegia entweder im Frühling vor oder nach der Blüte im Herbst an. Schneiden Sie die Staude bodennah zurück und entfernen Sie bei Bedarf auch verwelkte Blüten, um eine Zweitblüte im Herbst zu fördern. Wer eine Vermehrung der Akelei durch Selbstaussaat anstrebt, beziehungsweise die Aussaat selbst steuern möchte, sollte einige Blüten nach der Welke allerdings stehen lassen, damit die samentragenden Balgfrüchte ausreifen können.

    Vermehrung durch Aussaat: Die Selbstaussaat von Aquilegia erfolgt zwar meist zuverlässig, kann aber zur Verkreuzung verschiedener Arten und zu hartnäckiger Verwilderung der Stauden im Garten führen. Zudem besteht die Gefahr, dass wurzelnde Sämlinge den gesunden Wuchs der Mutterpflanze beeinträchtigen. Wer eine kontrollierte Vermehrung wünscht, sollte die reifen Balgfrüchte der Akelei deshalb konsequent absammeln und im Frühjahr nach oben erläuterter Aussaatstrategie gezielt ausbringen. Einer besonderen Vorbehandlung bedürfen die Balgfrüchte der Aquilegia dabei nicht. Es reicht, das Saatgut im Winter kühl und trocken zu lagern.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Akelei entweder vor oder nach der Blüte, also im Frühling oder Herbst schneiden
  • ein Bodennaher Rückschnitt und das Entfernen welker Blüten genügt
  • Balgfrüchte mit Blick auf unkontrollierte Selbstaussaat vor der Reife entfernen
  • Selbstaussaat kann Mutterpflanze schwächen und zu Verwilderung führen
  • für kontrollierte Vermehrung reife Balgfrüchte im Frühling wie gewohnt aussäen
  • bis dahin Saatgut der Aquilegia trocken und kühl lagern

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Bislang sind etwa 75 Arten der Aquilegia bekannt, von denen die meisten unter Artenschutz stehen. Des Weiteren gibt es diverse Hybride und Sorten, deren Blüten in unterschiedlichen Farben und Formen erhältlich sind. Besonders vielfältig erscheinen dabei die Rocky-Mountain-Akelei (Aquilegia caerulea), sowie die Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris). Die Blütenformen ihrer Sorten und Hybriden reichen von langspornig über sternförmig bis hin zu gefüllt und lassen in Sachen Blütenfarbe kaum einen Wunsch offen. Hier eine kleine Auswahl zu den beliebtesten Gattungsarten:

SorteBeschreibung
Gemeine Akelei
Aquilegia vulgaris
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: gefüllte Blüten in allen Farben
Wuchshöhe: 30 bis 60 cm
Herkunft: Afrika, Asien, Europa
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: 'Barlow' (Hybridserie), 'Biedermeier', 'Clementine Red', 'Clementine Salmon Rose', 'Elfenschuh' (Hybridserie), 'Großmutters Garten', 'McKana' (Hybridserie), 'Nivea', 'Seet Rainbows', 'Olympia', 'William Guinness Double', 'Winky Blue & White Double'
Gold-Akelei
Aquilegia chrysantha
Blütezeit: Juni bis August
Blütenfarbe: gelbe, langspornige Blüten
Wuchshöhe: 80 bis 90 cm
Herkunft: Mittelamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: 'Yellow Queen'
Rote Akelei (Kanadische Akelei)
Aquilegia canadensis
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: rote, langspornige Blüten
Wuchshöhe: 80 bis 90 cm
Herkunft: Nord- und Mittelamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: 'Canyon Vista', 'Little Lanterns', 'Nana'
Rocky Mountain Akelei
Aquilegia caerulea
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: langspornige oder sternförmige Blüten in allen Farben
Wuchshöhe: 15 bis 80 cm
Herkunft: Rocky Mountains, Amerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: 'Alaska', 'Alba', 'Blue Star', 'Crimson Star', 'Florida', 'Georgia', 'Kansas', 'Koralle', 'Maxi', 'Red Hobbit', 'Silver Queen', 'Spring Magic Blue'
Zwergakelei
Aquilegia flabellata
Blütezeit: Juni bis Juli
Blütenfarbe: weiße, blau-weiße oder violett-weiße Blüten
Wuchshöhe: 15 bis 30 cm
Herkunft: Japan, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
gute Sorten: 'Juwel Purpur', 'Cameo Blau-Weiß', 'Cameo Rot-Weiß', 'Cameo Weiß', 'Ministar'

Mögliche Schädlinge bei Akeleien

© Boggy - Fotolia.com
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Wenn es an der robusten, winterharten, form- und farbvielfältigen Pflanze Aquilegia überhaupt ein Manko gibt, dann, dass ihre Stauden gelegentlich anfällig für zwei besondere Schadbilder sind:

    Wollläuse: Im Unterschied zu Blattläusen, welche nur vereinzelt Honigtau an einer befallenen Pflanze zurücklassen, sind Wollläuse berühmt berüchtigt dafür, die gesamte Pflanze mit wollig-wattigem Flaum zu überziehen. Zusätzlich zapfen sie Pflanzenblättern, -stängeln und -trieben wie alle Läuse Nährstoffe ab, was eine betroffene Aquilegia schnell kränkeln lässt. Ein gutes Mittel gegen die wollige Lausart ist eine ausgiebige Dusche mit Wasser. Auch ein gezieltes Absammeln der Schädlinge kann den Befall leicht stoppen.


    Akelei-Gallmücke: Blüten und Knospen der Akelei sind ein wahres Festessen für diese spezielle Art der Gallmücke. Wenn Sie die befallenen Pflanzenteile aber umgehend abzwicken und im Restmüll entsorgen, ist auch dieser Schädling schnell unschädlich gemacht und Ihre Aquilegia gerettet.



Fazit

Die filigran wirkende Aquilegia ist nicht nur sehr unkompliziert in Bezug auf Standort- und Pflegeansprüche, sie hat zudem auch eine unglaubliche Vielfalt an Blütenformen und -farben aufzuweisen. Ferner übersteht die Akelei selbst die kältesten Winter ohne Schutz und verspricht weitestgehende Schadbildfreiheit. Wenn Sie aus Ihrem Garten also einen märchenhaften Elfenhain machen möchten, dürfen Sie auf Aquilegia, die zu Recht auch unter dem Namen Elfenschuh bekannt ist, auf keinen Fall verzichten. Ideale Sorten für jeden Anlass bieten die Arten Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris), Rocky-Mountain-Akelei (Aquilegia caerulea) und Zwergakelei (Aquilegia flabellata). Aquilegia vulgaris ist dabei von Natur aus in Europa heimisch und fühlt sich darum in deutschen Gärten besonders wohl.

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