Willkommen im Grünen Archiv

Willkommen im Grünen Archiv

„Wer einen Garten hat, lebt schon im Paradies.“

So schrieb es einst die Essayistin und Botanikliebhaberin Aba Assa. Und sie hatte recht. Denn wer es erst einmal geschafft hat, sein eigenes Gartenkonzept gestalterisch zu verwirklichen, der wandelt fürwahr auf den Pfaden der Schöpfung. Auch wird jedem, der sich zu diesem Zweck intensiv mit der Kultur von Pflanzen beschäftigt, schnell klar werden, dass Denn Gärtnern nicht einfach nur ein Hobby ist, sondern eine Lebenseinstellung, in der die Liebe zur Natur im Vordergrund steht. Man muss schon eine Leidenschaft für die Botanik haben, um sein privates Naturidyll langfristig zu erhalten. Pflanzen ist eine Sache. Pflanzenpflege eine andere. Und nur wer beides wirklich liebt und lebt, kann als Pflanzenbesitzer langfristig erfolgreich sein.

Dabei muss es im übrigen nicht immer gleich ein ganzer Garten sein. Balkone und Räume lassen sich mit etwas Geschick nämlich ebenfalls in eine wahre Grünoase umwandeln. Belohnt wird das grüne Gärtnerherz in jedem Fall, denn es gibt nichts, das vergleichbar wäre mit dem Gefühl, in seinem eigenen Privathain zu stehen und die hiesige Blütenpracht genießen, leckere Gemüse- und Obstsorten ernten zu können, heilsame Kräuter und wohlriechende Gewürze selbst zu ziehen, oder einfach nur der wilden Botanik beim Wachsen zuzusehen.

Gleichzeitig ist das heimische Grün auch Quell der Ruhe und Erholung sowie Zuflucht für allerlei Tiere und Nützlinge. Ob heimische Vögel, Insekten wie Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge oder auch so manches Wildtier aus dem nahen Waldstück – sie alle profitieren von einer gut gepflegten Garten- oder Balkonbepflanzung. Wichtig ist hierbei eine durchdachte Planung, um den Traum vom floralen Idyll zu Hause umzusetzen. Das Grüne Archiv bietet Naturliebhabern hierzu ein umfangreiches Nachschlagewerk, das sich nicht nur die Kultur von Pflanzen alleine konzentriert. Darüber hinaus finden Sie bei uns auch interessante Anregungen zur Verwendung von Obst-, Gemüse- und Kräuterpflanzen sowie wertvolles Hintergrundwissen zur Gartenkunst. Die Tradition der botanischen Lehren zu bewahren liegt uns am Herzen und dafür reisen wir falls nötig sogar um die Welt, um ihnen erstklassiges Bild- und Infomaterial zu liefern. Das alles im Auftrag von Mutter Natur und ihren Schülern.

Mutter Natur und ihre Wächter

Die Kultivierung und Aufzucht von Pflanzen nahm in der Menschheitsgeschichte seit der Sesshaftwerdung unserer Art stets eine zentrale Rolle zur Sicherung des Überlebens ein. Überlieferungen wie jene vom biblischen Garten Eden und anderen legendären Gartenanlagen wie den Hängenden Gärten der Semiramis, die als eines der Sieben Weltwunder bekannt sind, zeugen noch heute von der besonderen Bedeutung der Pflanzenzucht für unsere Zivilisation. Eine Bedeutung die nicht nur von der Kreativität des menschlichen Geistes in Sachen Pflanzenarrangements zeugt, sondern auch wiedergibt, wie sehr die Natur seit jeher die Fantasie des Menschen beflügelte. Bestes Beispiel ist hier der botanische Begriff Flora für die Gesamtheit der Pflanzenwelt. Das Wort entstammt dem Lateinischen und war ursprünglich der Name der römischen Blumengöttin Flora, welche in der Antike den Frühling verkörperte und folglich für das Erblühen aller Pflanzen in der Natur zuständig war. In gewisser Weise gab Flora das Konzept des göttlichen Gärtners wieder – ein Charakter, der in vielen Kulturen festen Bestandteil hat.

Bei den Griechen nahm Demeter, die Göttin der Fruchtbarkeit, des Pflanzenwachstums und des Ackerbaus, diese Stellung ein. Die Kelten verehrten Brighid als Vegetationsgöttin. In der nordischen Mythologie kannte man Jörd als Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin und in der germanischen Nerthus und Rinda. In China besagen die Legenden, dass der erste Kaiser des Reiches, Urkaiser Shennong den Beinamen des göttlichen Gärtners trug. Er wurde gelegentlich auch Kräuterkaiser genannt und soll gemäß der Traditionellen Chinesischen Medizin der Verfasser des ersten Heilkräuterkompendiums gewesen sein. Im alten Ägypten war Geb der Schutzgott der Pflanzen. Sein Segen war für die Ackerbauern, welche die Felder an den Ufern des Nils bestellten und deren Ernteerfolg maßgeblich von dem fruchtbaren Schlamm abhängig war, den der Fluss an Land spülte, unerlässlich.

Die Liste der heiligen Patrone auf dem Gebiet der Gärtnerei und des Ackerbauchs ließe sich noch eine ganze Weile fortsetzen. Sie alle bezeugen, dass die Natur für den Menschen schon immer etwas wundersames, magisches und auch spirituelles an sich hatte. Die Kunst der Gärtnerei stellte hier eine Kardinaldisziplin des botanischen Studiums dar. Vielfach wurde eine professionelle Gartengestaltung im Altertum deshalb auch als Ausdruck spiritueller Erhabenheit dar. Wer einen idyllischen und wohl strukturierten Garten mit üppigem Ertrag und besonderem Blütenreichtum besaß, war dem Göttlichen, beziehungsweise der göttlichen Schöpfung stets ein Stück näher und konnte durch die detailgetreue nachbildung dieser natürlichen Schöpfung bisweilen sogar einen gewissen Herrscheranspruch geltend machen.

Ob Pharaonen, Könige, Kaiser oder Fürsten – sie alle ließen sich von ihren royalen Gärtnern unvergleichliche Gartenanlagen erschaffen, welche ihren stellvertretenden Schöpferstatus auf Erden untermauern sollten. Für das Volk behielt die Kultivierung von Gartenpflanzen dagegen lange Zeit ihren ursprünglichen, eher praktisch orientierten Aspekt. Wer sich durch Obst- und Gemüsegärten selbst versorgen konnte, hatte es bis ins Mittelalter deutlich leichter als jene, die ihre Lebensmittel auf dem Markt einkaufen und so zusätzliches Geld in Verpflegung investieren mussten. Auch konnten sich viele Menschen damals keine regelmäßigen Arztbesuche leisten, weshalb der Anbau von Heilkräutern ein fester Bestandteil zur privaten Gesundheitsvorsorge war. Selbstverständlich war hier und da auch im Privatgarten Platz für so manches kreatives Pflanzenarrangement, woraus sich im Laufe der Zeit traditionelle Gartenkonzepte wie der Bauerngarten entwickelten.

Das Erbe der Botaniker, Bauern und Kräuterkundigen

Einen entscheidenden Beitrag zur schier endlosen Pflanzenvielfalt, die sich in Gärten beobachten lässt, leisteten die Pflanzenliebhaber des Altertums. Botaniker reisten seinerzeit um die ganze Welt, um bis dato unbekannte Pflanzenarten zu entdecken. Die Reisen, die vornehmlich mit dem Schiff unternommen wurden, waren mitunter sehr gefährlich. Auch hielten ferne Länder oftmals gefährliche Krankheiten bereit, die den Entdeckern zu schaffen machten. Dem Drang drang der Pflanzenkundigen, die botanischen Archive ihrer Heimat mit Seiten neuen Wissens zu füllen, tat dies aber keinen Abbruch. Und so ist es Chefbotanikern wie Carl von Linné oder Leonhart Fuchs zu verdanken, dass sich unser Wissen um die Pflanzenwelt stetig vergrößerte.

Auch namhafte Kräuterkundige wie Hildegard von Bingen oder Hieronymus Bock und Mediziner wie Hyppokrates trugen in hohem Maße dazu bei, dass das Wissen um Pflanzen und ihre Verwendungsmöglichkeiten nicht verloren ging. Indem sie alte Schriften übersetzten und zusammentrugen oder ihre eigenen Beobachtungen zu Wirkung und Standortbedingungen verschiedener Gewächse festhielten, legten sie in vielen Fällen überhaupt erst den Grundstein für eine weitere Erforschung der behandelten Pflanzen. Ihre Werke gehörten schon zu Lebzeiten der Autoren zum Kulturschatz ihrer jeweiligen Heimatländer und waren sowohl Gärtnern als auch Ärzten ein unbezahlbarer Schatz. Doch gerade im gärtnerischen Bereich trieben diese „grünen Schriften“ einen Kultivierungseifer voran, wie er seines Gleichen sucht. Beispielsweise sind die Klostergärten des Mittelalters vornehmlich der Liebe zur Kräuterkunde zu verdanken. Die Leidenschaft der Botaniker und Taxonomen, fremde Pflanzen zu beobachten, brachte wiederum die botanischen Gärten hervor, die heute in jeder größeren Stadt zu finden sind und Besucher mit einer atemberaubenden Pflanzen- und Blütenvielfalt aus aller Welt faszinieren. Ebenfalls Anerkennung ist in diesem Zusammenhang den Bauernfamilien des Altertums geschuldet, deren Wissen um den Anbau von Feldfrüchten und Obstpflanzen sowohl der Gestaltung von Obst- und Gemüsegärten, als auch der professionellen Landwirtschaft den Weg ebnete.

Schätze des Wissens, die es zu wahren gilt

Heute sind Gärten noch weitaus mehr als ein Quell der Gesundheit, Nahrungsfülle und Blütenpracht. Sie sind Inspirationsquelle, Therapiezentrum, Wellnessoase und letzte Grünflächen in einer schnelllebigen und urbanen Gesellschaft, in der die Natur immer mehr aus dem alltäglichen Leben verschwindet. Diesem Trend entgegen zu wirken, daran wollen wir mit unserem Botanikarchiv mitwirken. Durch naturrelevante Beiträge, detaillierte Pflanzratgeber, Infos zu Gestaltungsmöglichkeiten mit und Verwendungszwecken von Pflanzen ist es unser Ziel, die Welt wieder ein Stückchen grüner zu machen. Darüber hinaus sind wir auch bemüht, schon fast Vergessenheit geratene Schätze botanischen Wissens zu bewahren. Ob antike Kräuterweisheiten, Gestaltungskniffe des Altertums oder der Schutz vom Aussterben bedrohter Pflanzenarten – das Grüne Archiv bringt alles unter einen Hut.