Schattengarten – Die Erleuchtung für sonnenarme Standorte

Schattengarten – Die Erleuchtung für sonnenarme Standorte

© emer - Fotolia.com
© emer – Fotolia.com

Der Schattengarten ist das ideale Konzept für Gartenbesitzer, die bei der Gartengestaltung spärliche Lichtverhältnisse berücksichtigen müssen. Dabei besteht entgegen weitläufiger Meinung kein Grund zur Sorge, dass der Mangel an Licht hinderlich für das Ausgestalten eines farbenfrohen Pflanzenparadieses wäre. Auch wenn es manche überraschen mag, doch ein Garten, beziehungsweise Gartenbereich, der im Schatten liegt, eröffnet viele originelle Gestaltungsideen.

So lassen sich mit schattenverträglichen Stauden, Sträuchern und Bäumen beispielsweise schattenspendende Oasen ausgestalten, die gerade im Sommer Zuflucht vor der Hitze versprechen. Ebenso ist die Nachbildung von Landschaftsszenerien im Schattengarten kein Problem, wenngleich sich die Szenerien in diesem Fall etwas anders gestalten, als es etwa beim Steingarten der Fall ist. Wie Sie die beste Lösung für Ihren Schattengarten auswählen und welche Schattenpflanzen Ihnen bei der Gartengestaltung zur Verfügung stehen, können Sie in diesen Gartentipps nachlesen.

Den Schatten für Schönes Nutzen

Standorte mit Schattenlage verkommen im Garten nicht selten zu unliebsamen, optischen Problemzonen. Oftmals wurden zuvor schon vergeblich unzählige Pflanzen angesiedelt, die im Schatten jedoch nicht wirklich Fuß fassen wollten. Einige Gartenbesitzer geben ihre Experimentierfreudigkeit an besagten Standorten irgendwann frustriert auf und nutzen den dunklen Fleck als botanische Rumpelkammer. Gerade was das Experimentieren anbelangt, sollten Sie bei Gartenbereichen im Schatten aber nicht resignieren. Mit etwas Kreativität lassen sich in schattigen Gärten nämlich viele individuelle Konzepte umsetzen. Sie alle können mit der richtigen Strategie sehr viel Freude bei der Gartengestaltung bereiten.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem blühenden Wall aus schattenliebenden Blütensträuchern oder einem Dschungelambiente aus hoch wachsenden Schattenstauden und -sträuchern? Auch kämen kleine Waldszenerien in Frage, die sich mit im Wald heimischen Schattenpflanzen und der richtigen Standortvorbereitung problemlos im eigenen Garten nachbilden lassen. Selbst verträumte Haine, in deren Mitte ein Pavillon oder Teich Platz findet, sind im Schattengarten gut aufgehoben. Mehr noch, profitieren besagte Ruhepole im Garten sogar von der besonderen Atomsphäre der im Schatten verborgene Standorte erzeugen.

Natürlich darf im Schattengarten auch das Schattenbeet nicht fehlen. Hier stehen dem Gärtner von Prachtstaudenrabatten über Kräuterbeete bis hin zur Nutzpflanzenzucht alle Optionen offen. Ob Blatt- und Wurzelgemüse, Beerenfrüchte und Obst, oder imposante Blütenstauden wie Rhododendron. Möglich ist in Schattengärten vieles, wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet.

© emer - Fotolia.com
© emer – Fotolia.com

Schattengärten anlegen und gestalten

Schattenpflanzen besitzen die Fähigkeit, das wenige Licht, das ihnen an ihren Naturstandorten zur Verfügung steht, effizient zu nutzen. Hierfür benötigen sie allerdings einen perfekt auf ihren Nährstoffhaushalt abgestimmten Standort, der nicht bei jeder Pflanze gleich aussieht. Daneben variiert die tatsächliche Schattentoleranz einzelner Gewächse, was bei der Gartengestaltung ebenfalls berücksichtigt werden muss. Legen Sie bei der Planung Ihres Schattengartens deshalb unbedingt Wert auf folgende Punkte:

  1. Schattenzonen definieren: Wer Schattenpflanzen richtig setzen möchte, der muss zunächst zwischen lichtem Halbschatten und Vollschatten unterscheiden. Während einige der schattenverträglichen Gewächse selbst im Vollschatten bestehen, benötigen andere wenigstens hellen Halbschatten. Pflanzen mit Vorliebe für Letzteres erfordern es, dass ihr Standort zumindest drei bis fünf Stunden pro Tag vom Sonnenlicht beschienen wird. Bei der Planung Ihres Schattengartens ist es also sinnvoll, zu beobachten, welchen Verlauf die Sonne tagsüber in Ihrem Garten nimmt. So erfahren Sie, wie lange ihr Licht auf die jeweiligen Standorte fällt.
  2. Standortkriterien beachten: In ihrer natürlichen Umgebung stehen zahlreiche Schattenpflanzen an unberührten Orten. Dementsprechend schlecht reagieren Sie im Garten auf störende Einflüsse. Der ausgewählte Platz im Schatten sollte deshalb eine ruhige Lage genießen. Nachträgliche Bodenarbeiten oder ein Umsetzen der Pflanzen ist nicht zu empfehlen, da die standorttreuen Pflanzen keine groben Erschütterungen des Bodens vertragen. Die Gewächse stehen somit bestenfalls an Standorten, die zwar manchen Formschnitt erlauben, den Pflanzen ansonsten jedoch ungestörte Entfaltungsmöglichkeiten versprechen.
  3. Boden nachhaltig vorbereiten: Mit Blick auf die Empfindlichkeit von Schattenpflanzen gegenüber Störfaktoren am Standort, sollten Standortsubstrate im Schattengarten möglichst gleichbleibende Bedingungen aufweisen. Meist ist frischfeuchter, durchlässiger Boden mit guter Luftzirkulation eine gute Wahl, um die Pflanzen zufrieden zu stellen. Stark verdichtete Böden sind zu diesem Zweck tiefgründig aufzulockern und mit Quarzsand der Körnung 1 bis 2 anzureichern. Daneben benötigen die im Schatten stehenden Gewächse eine angemessene Nährstoffzufuhr. Hierfür raten wir zum einen, den Standortboden vor der Pflanzung mit Humus anzureichern. Das zusätzliche Einarbeiten von Rindenmluch kann darüber hinaus den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens regulieren und damit die Bewässerung im Schattengarten enorm erleichtern.
  4. Rasenwahl im Schattengarten: Rasenflächen machen sich im Schattengarten durchaus gut, vorausgesetzt, es handelt sich um speziellen Schattenrasen. Entsprechende Rasenmischungen stellen wir Ihnen im Abschnitt ‚Pflanzen für den Schattengarten‘ genauer vor. Zu erwähnen ist aber bereits jetzt, dass auch Schattenrasen ein Mindestmaß an Tageslicht benötigt, um Bestand zu haben. Er sollte folglich nicht im vollen Schatten, sondern nur im hellen Halbschatten angelegt werden.
  5. lichtreflektierende Oberflächen: Um die Helligkeit in Ihrem Schattengarten zu erhöhen, können sie flache Steinelemente oder Wasseroberflächen nutzen, welche das Licht für gewöhnlich wunderbar reflektieren. Wege und Gewässer haben im lichtarmen Garten folglich nicht nur einen gewissen Zierwert. Sie können nämlich auch dabei helfen, die rar gesäten Sonnenstrahlen optimal zu nutzen. Nicht zuletzt verleihen sie dem Schattengarten auch Struktur und Charme. So wird aus einem dunklen Dickicht im Schatten schnell ein einladendes Naturambiente, das trotz seiner Lage zu glänzen vermag.
  6. Die richtige Pflege: Pflegeschritte im Bereich der Wurzeln empfehlen wir bei Schattenpflanzen nur im Notfall auszuführen. Zwar sind leichte Humusgaben im Herbst durchaus denkbar, von Vermehrungsversuchen via Wurzelteilung oder einem Umpflanzen der Gewächse ist jedoch abzusehen. Gegossen werden die schattenliebenden Pflanzen nach Bedarf. Vermeiden Sie dauerhafte Bodentrockenheit ebenso wie anhaltende Staunässe, die gerade im Schatten vermehrt zu Pilzkrankheiten wie Wurzelfäule oder Mehltau führt. Gelegentliches Auslichten der Schattenpflanzen ist erfreulicher Weise kein Problem und kann mitunter sogar die wachstumsfördernd wirken.
  7. Die richtige Nachbarschaft: Nicht alle Pflanzen harmonieren im Schattengarten gleich gut miteinander. Vermeiden sollten Sie vor allem flachwurzelnde Gehölze, die einen hohen Nährstoffverbrauch haben und den Boden somit schnell auslaugen. Tiefwurzelnde Sträucher und Bäume können Sie dagegen bedenkenlos in den Schattengarten integrieren. Weitere Informationen zu geeigneten Schattengehölzen erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Pflanzen für den Schattengarten – eine Übersicht

© emer - Fotolia.com
© emer – Fotolia.com

Überraschend ist es nicht, dass viele Pflanzen, die im Schatten gut gedeihen, aus dem Wald stammen. Hier, wo die Sonnenstrahlen nur vereinzelt durch die Schlupflöcher der Baumkronen dringen, hält sich am Boden nur, was in Sachen Lichtzufuhr genügsam ist. Das schöne daran: Zu diesen floralen Schattenkünstlern zählen neben kleineren Strauchbäumen auch viele Wildbeeren und Kräuter. Sogar Gemüsebeete und blühende Rabatten lassen sich ohne Weiteres mit einer bunten Vielfalt an Schattenpflanzen füllen. Hierzu nun ein kleiner Überblick:

    schattenverträgliche Prachtstauden: Wer denkt, im Schattengarten müsse man auf blühfreudige Stauden verzichten, der irrt. Einige der beliebtesten Prachtstauden, darunter der berühmte Rhododendron, finden sich an schattigen Standorten wunderbar zurecht. Sie können als Staudensolitäre zu einem wahren Blickfang im Schatten werden. Selbstverständlich dürfen Sie mit den Schattenprachtstauden getrost auch gängige Beetformen wie Rabatten oder Inselbeete kreieren. Verwenden können Sie hierfür neben Rhododendron zum Beispiel:

    Anemonen, Astilben, Blaues Immergrün, Christrosen, Hortensien, Schneeball oder Silberkerze

  • schattenverträgliche Kräuter: Früher war es üblich, kleine Wanderungen in den Wald oder zum Waldrand zu unternehmen, wenn der private Kräutervorrat aufgestockt werden musste. Die großzügige Auswahl an Heil- und Gewürzkräutern, die den Menschen damals zur Verfügung stand, können Sie wunderbar in einem kleinen Schattenkräuterbeet ziehen. Wenn dieses dann noch von einem nachgestalteten Waldambiente umgeben wird, ist die Wirkung perfekt. Empfehlenswerte Schattenkräuter für dieses Vorhaben sind unter anderem:

    Bärlauch, Bergenie, Brennnessel, Dill, Eisenhut, Frauenmantel, Liebstöckel, Minze, Petersilie, Sauerampfer, Schnittlauch, Waldmeister

  • Schattengemüse und Schattenobst: Erstaunlich vielfältig ist auch das Obst- und Gemüseangebot, die sich im Schatten zu halten weiß. In Sachen Schattenobst sind Schattenmorellen und andere Sauerkirscharten zu empfehlen. Und auch Walderdbeeren können Sie im Schattenbeet getrost anbauen. Geht es um Schattengemüse, versprechen insbesondere Blatt-, Wurzel- und Kohlgemüse, sowie einige Hülsen- und Steinfrüchte im Schattengarten eine gute Ernte. Zu den genannten Gemüsearten zählen beispielsweise:

    Blumenkohl, Bohnen, Broccoli, Cichorium, Endivie, Erbsen, Escariol, Feldsalat, Kohlrabi, Kopfsalat, Mangold, Mohrrüben, Radieschen, Rhabarber, Rosenkohl, Rote Beete, Spinat, Weißkohl

  • Wald- und Waldrandstauden: Stauden, die im Wald oder am Waldrand wachsen, besitzen fast durchgehend eine gute Verträglichkeit in Bezug auf Schatten. Zudem stören sie sich nicht an der Beschattung durch Nachbargewächse und dulden bis zu einem gewissen Maß sogar Wurzelkonkurrenz. Nun denken beim Thema Wald- und Waldrandstauden viele zunächst an blütenlose Grünpflanzen. Tatsächlich tut sich aber gerade bei diesen beiden Staudenarten eine magische Blütenvielfalt auf. Daneben eignen sich die Stauden meist wunderbar als Bodendecker, die sich für eine Unterpflanzung hoher Prachtstauden im Schattenbeet anbieten. Hier eine kleine Auswahl:

    Akelei, Buschwindröschen, Elfenblume, Funkie, Geissbart, Geissblatt, Glockenblume, Goldtröpfchen, Hartriegel, Herbstanemone, Hyazinthe, Immergrün, Kriechender Günsel, Lungenkraut, Maiglöckchen, Milchstern, Prachtspiere, Schaublatt, Schaumblüte, Schneeglöckchen, Sterndolde, Storchschnabel, Tränendes Herz, Veilchen, Waldschmiele, Waldsimse, Waldsteinie

  • Waldsträucher und Waldbäume: Für den Schattengarten geeignete Waldsträucher werden vor allem von Beerensträuchern gestellt, die, zur Freude des Schattengärtners, sehr schmackhafte Früchte tragen. Ebenfalls denkbar ist der ein oder andere Baum im Schattenhain, sofern es sich bei der ausgewählten Baumart um einen Tiefwurzler handelt. Insgesamt stehen Ihnen für den Schattengarten folgende Waldgehölze zur Verfügung:

    Brombeere, Eibe, Esskastanie, Heckenkirsche, Heidelbeere, Himbeere, Kirschlorbeer, Lebensbaum, Mispel, Preiselbeere, Schattenglöckchen, Stachelbeere, Waldbeere, Walnuss, Weißdorn, Zwergtanne, Zwergzypresse

  • Farne, Gräser und Kletterpflanzen: Teiche oder natürliche Flussläufe im Halbschatten lassen sich mit Farnen und Gräsern gut verzieren. Kletterpflanzen schaffen dagegen exzellente räumliche Elemente, etwa in Form von Rundbögen, Säulen oder Fassadenbegrünung. Ein absolutes Muss sind hier diese Pflanzen:

    Efeu, Frauenfarn, Goldschuppenfarn, Haselwurz, Hirschzungenfarn, Japanwaldgras, Königsfarn, Mauerwein, Pfeifenwinde, Seggen, Straussfarn, Streifenfarn, Waldmarbel

Ein Garten im Schatten – Tipps zur Gestaltung

Wenn Sie Schwierigkeiten dabei haben, Ihren Schattengarten auszugestalten, raten wir zu einem kleinen Spaziergang in die Wälder. Finden Sie eine landschaftliche Szenerie, die ihnen zusagt, und versuchen Sie diese Impression anschließend im Garten umzusetzen. Ein kleiner Bachlauf, ein verborgener Waldhain, oder leichte Anhöhen, über die ein schmaler Steinpfad führt – denkbar ist im Schatten vieles. Dabei sollten Sie leblose Objekte wie Gartenbeleuchtung und Dekoration bevorzugt im Vollschatten ansiedeln, während der helle Halbschatten Pflanzen und Rasenflächen vorbehalten ist. Ferner dürfen stehende Gewässer nicht allzu dunkel installiert werden. Fließendes Gewässer, ebenso wie glatte Steinwegflächen hellen hingegen so manche finstere Ecke wunderbar auf und transportieren bei richtiger Lage Licht bis an vollschattige Standorte.

Fazit

Schattengärten sind der ideale Tummelplatz für Pflanzen, die ursprünglich im Wald beheimatet sind. Das schließt sowohl Wildbeerensträucher und Bäume, als auch zahlreiche Kräuter und Prachtstauden mit ein. Sogar Gemüsebeete sind im Schattengarten gut aufgehoben, wobei Sie während der Gartengestaltung stets zwischen Voll- und Halbschatten unterscheiden sollten. Letzterer eignet sich diesbezüglich als Standort für Pflanzen und Teiche. Standorte im Vollschatten weisen Sie dagegen besser Gartenelementen zu, die nicht auf Licht angewiesen sind, oder die Dunkelheit zusätzlich erhellen. Wenn Sie dann noch die reflektierende Oberfläche von Fließgewässern und Gartenwegen geschickt zur Lichtstreuung einsetzen, wird Ihr Schattengarten garantiert zum Lichtblick um Dunkeln.

Die Kommentare sind geschloßen.