Paprika – Standort, Anzucht und Ernte

Paprika – Standort, Anzucht und Ernte

Bereits um 7.000 v. Chr. war Paprika (Capsicum) in Südamerika als Nutzpflanze bekannt. In Europa wurde das vitaminreiche Gemüse jedoch erst im 16. Jahrhundert populär, wo viele neue und exotische Pflanzen des Neuen Kontinents Botaniker und Gärtner aller Lande beschäftigten. Heute gehört Paprika praktisch zum Standardgemüse auf unseren Tellern und misch die heimische Küche mit seinen farbenfrohen, teils äußerst scharfen Schoten gehörig auf. Wie Sie Capsicum dabei im eigenen Garten am besten anbauen, verraten wir Ihnen nachstehend.

Wissenswertes: Zur Gattung Capsicum gehören auch Chilis, Peperonis, Habaneros und Jalapeños. Aufgrund ihrer Schärfe bescherten sie dem Paprika seiner Zeit den Namen Spanischer Pfeffer. Der Zusatz ’spanischer‘ geht dabei auf die Tatsache zurück, das die ersten Paprikapflanzen über spanische Erkundungs- und Handelsschiffe aufs europäische Festland gelangten. Bis heute gebräuchlich ist ferner der Begriff Cayennepfeffer. Besagtes Gewürzpulver wird nicht, wie der Name zunächst vermuten lässt, aus Pfeffer, sondern aus getrockneten Chilis gemahlen.

 

Paprika anbauen – Standort und Ablauf

Paprika gehört zusammen mit Tomaten und Kartoffeln zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Da sie ursprünglich aus Südamerika stammen, sind Paprikapflanzen ein warmes Klima gewöhnt und darum bei uns nicht winterhart. Folglich wird das Gemüse den Frühling über im Gewächshaus oder auf der Fensterbank vorkultiviert. Sobald die Außentemperaturen im Sommer etwa 20 Grad betragen, können Sie die Arten von Capsicum jedoch in ein Garten- bzw. Gemüsebeet umsiedeln, oder als Topfkultur auf dem Balkon anbauen.

Bei guter Pflege erreicht Paprika eine Höhe von rund 1,5 Metern. Kultiviert werden sollten Pflanzen der Gattung Capsicum dabei in neutralem bis leicht saurem Boden mit einem pH-Wert zwischen 6,2 und 7,0. Das Substrat sollte durchlässig, humos und nährstoffreich sein, eine sandig-lehmige Beschaffenheit aufweisen, und der Paprika einen guten Luftaustausch mit dem Boden ermöglichen. Auch ist es sinnvoll, einen geschützten und lichtreichen Standort zu wählen, der den klimatischen Ansprüchen von Capsicum genügt. Da Paprika besonders kälteempfindlich ist, raten wir daneben zu einer Vorzucht im Haus, bis die Temperaturen im Freien warm genug sind, um die Pflanzen in den Garten umzupflanzen.

Pflanztipp: Andere Nachtschattengewächse wie Auberginen, Kartoffeln oder Tomaten sind als direkte Nachbarschaft für Paprika ungeeignet. Stattdessen empfehlen sich Pflanzen wie Gurken oder Karotten als Beetnachbarn.

Einzelheiten zum Standort für Paprika:

  • Paprikapflanzen benötigen im Garten Außentemperaturen von mind. 20 °C
  • geschützte und lichtreiche Standorte sind für Capsicum ebenfalls wichtig
  • bis zum Sommer Paprika nur unter Glas im Gewächshaus anbauen
  • alternativ ist eine Vorzucht im Topf, bspw. auf der Fensterbank möglich
  • für das Gemüse gut durchlässigen, humosen und nährstoffreichen Boden wählen
  • sandig-lehmige Substrate sind für Paprikapflanzen am besten geeignet
  • pH-Wert des Bodens: schwach sauer bis neutral, zwischen 6,2 und 7,0
  • eine Vorzucht der Pflanzen im Haus ist bis zum Sommer ratsam
  • direkte Beetnachbarschaften zu Tomaten, Karotten oder Auberginen sind ungünstig
  • bessere Pflanzpartner für das Gemüse sind Gurken und Karotten
Paprika kommen auch im Kübel schön zur Geltung

Paprikasamen können Sie im Garten oder Topf selbst aussähen, oder als vorgezogene Setzlinge aus dem Handel pflanzen. Sofern Sie selbst aussäen, sollten Sie die jungen Keime im Haus oder im temperierten Gewächshaus vorziehen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

1. Schritt – Aussaattermin wählen: Aussäen können Sie Paprika im Haus oder Gewächshaus gegen Ende Februar / Anfang März. Eine direkte Freilandaussaat ist zu dieser Zeit noch nicht empfohlen. Pflanzen Sie die vorgezogenen Paprika also erst aus, wenn die Temperaturen im Garten bei konstanten 20 Grad liegen, was für gewöhnlich ab Anfang Juni der Fall ist.

2, Schritt – Boden vorbereiten: Für die Anzucht von Paprikas im Gewächshaus ist spezielle Anzuchterde ausreichend. Für die spätere Umsiedelung der Pflanzen ins Freiland muss das Standortsubstrat aber gegebenenfalls optimiert werden. Mischen Sie hierfür am besten etwas gut verrotteten Kompost und Sand unter.

3. Schritt – Paprika aussäen: Im Gewächshaus und im Topf werden die Samen der Capsicum 1 Zentimeter tief in die Erde eingesetzt und danach mit Erde bedeckt. Die Abdeckung des Saatguts mit schwarzer Mulchfolie ist sinnvoll, um eine gute Bodenerwärmung und dadurch eine schnellere Wurzelentwicklung zu erzielen.

4. Schritt – Saatgut bewässern: Die Standorterde sollte für die Bedürfnisse der Paprikapflanzen ausreichend, jedoch nicht übermäßig, mit Feuchtigkeit versorgt werden. Gießen Sie nur bodennah, um das noch zarte Pflanzengrün nicht zu beschädigen. Die ersten Keimlinge sprießen nach etwa zwei bis drei Wochen.

5. Schritt – Jungpflanzen pikieren: Sobald die Keimlinge ihr erstes Blattpaar ausgebildet haben, ist die richtige Zeit gekommen, um die jungen Pflanzen zu pikieren. Tun Sie dies im Ende Mai oder Anfang Juni, sobald nachts kein Spätfrost zu befürchten ist. Sollten die Temperaturen hier bereits nicht mehr unter 20 Grad fallen, kann das Gemüse auch gleich ins Freiland umziehen. Beachten Sie hierbei den benötigten Pflanzabstand von 50 Zentimetern oder setzen Sie jede Paprika in einen eigenen Topf. Wichtig ist auch, bereits nach dem Pikieren jede Pflanze gebührend abzustützen. Hierzu eignet sich ein Bambusstab sehr gut.

Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Aussaattermin für Paprikapflanzen: Ende Februar bis Anfang März
  • Vorzucht erfolgt unter Glas im Gewächshaus oder Topf für die Fensterbank
  • Pflanzen erst gegen Ende Mai oder Anfang Juni in den Garten umsiedeln
  • Freiland- und Gewächshausboden vor der Aussaat gut auflockern
  • Substrat ggf. mit Kompost und / oder Sand anreichern
  • Saatgut der Paprika in einer Tiefe von 1 cm aussäen
  • danach mit Erde bedecken und diese mit schwarzer Mulchfolie überspannen
  • Standortboden bis zur Keimung stets ausreichend feucht halten
  • Keimung erfolgt nach 2 – 3 Wochen
  • Jungpflanzen werden pikiert, sobald sie ein Blattpaar ausgebildet haben
  • Pflanzabstand für Paprika im Garten- oder Gewächshausbeet: 50 cm
  • alternativ auf je eine Pflanze pro Topf vereinzeln
  • junge Pflanzen nach dem Pikieren mit Bambusstab abstützen
Paprikastaude im Beet setzt bunte Akzente

Pflege von Paprika – gießen, ernten und vermehren

Bis Juli bilden Paprikas ihre charakteristischen Schoten aus. Die Pflanzen wachsen dabei deutlich schneller als Tomaten, wobei diese der Paprika in Sachen Wasserbedarf dennoch sehr ähneln. Beide Pflanzen benötigen nämlich sehr viel Wasser, weshalb sie gerade im Sommer nahezu täglich gegossen werden müssen. Bewässert werden sollte das Gemüse nur von unten, da den Blättern der Pflanze ansonsten Verbrennungen durch zu hohe Lichteinstrahlung drohen.

Eine regelmäßige Düngung ist für den vitaminreichen Paprika ebenfalls wichtig. Empfohlen werden hierzu natürliche Dünger wie Hornspäne oder Kompost. Auch Brennnesseljauche eignet sich zur Nährstoffgabe sehr gut. Chemische Düngemittel, insbesondere mit Chlorzusatz, sind für Gemüse generell zu vermeiden, könnte dies doch der Verzehreignung schaden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • während der Fruchtbildung im Sommer Paprikapflanzen regelmäßig bewässern
  • zum Schutz vor Verbrennungen ausschließlich bodennah gießen
  • zur Düngung der Pflanzen nur natürliche Düngemittel nutzen
  • Hornspäne, Kompost und Brennnesseljauche sind ideal
  • auf chemische Düngung, v.a. mit Chlorzusatz, ist zu verzichten
reife Chilischoten | © Das Grüne Archiv

Zur verbesserten Pflege der Paprikas, sollte die erste Blüte rechtzeitig entfernt werden. Dies regt das Triebwachstum der Pflanzen an und führt im Nachhinein zu einer üppigeren Blüten- bzw. Fruchtbildung. Ernten kann man Paprika dann bereits ab August. Überhaupt erfreut das Gemüse durch eine besonders lange Erntezeit, da die Früchte bereits unreif, also grün geerntet werden können. In diesem Zustand hat Paprika nur einen schwach süßen Geschmack, was für die Zubereitung deftiger Gerichte jedoch manchmal von Vorteil ist.

Wer eher süßliche Geschmacksnoten der Paprikas bevorzugt, der erntet die Pflanzen erst, wenn die Schoten sich gelb (mild süß) oder rot (sehr süß) gefärbt haben. Nach der Ernte können Sie Paprika im Kühlschrank gut eine Woche lang lagern. Klein geschnitten und eingefroren hält sich Paprika sogar noch länger.

Vermehrung durch Aussaat: Möchten Sie keimfähige Paprikasamen erhalten, sollten Sie das Gemüse länger als üblich an der Pflanze belassen. Eine Schote genügt aber für gewöhnlich, um den Saatgutbedarf fürs nächste Jahr zu decken. Nach der Ernte trocknen Sie die Samen dann einfach und lagern Sie an einem trockenen, dunklen Ort. Die Aussaat erfolgt im nächsten Frühjahr wie gewohnt.

Kurztipps zum Gießen, Düngen und Vermehren:

  • Erste Blüte der Paprikapflanzen zur Anregung des Triebwachstums entfernen
  • Erntezeit für Paprika: August bis Oktober
  • das Gemüse ist sowohl im roten, als auch im grünen und gelben Zustand erntereif
  • Paprika ist im Kühlschrank bis zu 1 Woche lagerfähig
  • für längere Haltbarkeit das Gemüse klein schneiden und einfrieren
  • für Vermehrung durch Aussaat Paprika etwas länger an der Pflanze belassen
  • Samen aus der Frucht entfernen und trocknen
  • Saatgut nach dem Trocknen an einem trockenen, dunklen Ort aufbewahren
  • Aussaat im Gewächshaus oder Garten wie gewohnt im folgenden Frühjahr
Vielfältige Paprika | © Das Grüne Archiv

Wichtige Arten und Sorten der Gattung Capsicum

Gewöhnlichen, mild und süß schmeckenden Paprika durch Arteneinteilung von scharfen Chilis, Peperonis, Habaneros oder Jalapeños abzugrenzen, ist schlichtweg unmöglich. Denn auch, wenn Paprika mitunter recht vielfältige Fruchtformen und Farben treibt, handelt es sich dabei doch fast ausschließlich um Wuchsformen des Schwarzen Pfeffers (Capsicum annuum). Ob Gemüsepaprika, Spitzpaprika, oder die scharfen Chilis, in Deutschland werden üblicher Weise  immer Sorten dieser Art angeboten, auch wenn sie sich in Geschmack und Erscheinungsbild drastisch unterscheiden.

Eine Ausnahme bezüglich der Artenzuordnung bilden  Hanaberos. Sie gehören zu einer Paprikaart, die bislang noch keinen offiziellen, deutschen Namen hat, in der Botanik aber als Capsicum chinense bekannt ist. Verwirrend, denn die Pflanze stammt überhaupt nicht aus China, sondern wie alle Paprika aus Südamerika. Bekannte Wichtige Sorten der Habanero sind dabei:

  • ‚7-Pot‘
  • ‚Ají Dulce‘
  • ‚Adjuma‘
  • ‚Habanero‘
  • ‚NuMex Suave‘
  • ‚Red Savina‘
  • ‚Trinidad Moruga Scorpion‘
  • ‚Trinidad Perfume‘

 

Erhältlich sind Habaneros, ebenso wie andere Paprika, von grün über gelb und orange bis rot und violett in allen Farben. Ähnlich wie der Süßegrad bei Gemüsepaprika steigt dabei auch der Schärfegrad von Habanero und Co, je röter sich das Gemüse färbt. Die Form und Größe der Schoten lässt hingegen nicht immer darauf schließen, ob das Gemüse nun eine gewisse Schärfe besitzt oder nicht.

nicht jede der kleinwüchsigen Paprikasorten ist automatisch scharf. Während rote und grüne Chilis (links) und rote Habanero (rechts) eine intensive Schärfe besitzen, sind orange Snackpaprika (Mitte rechts) süß und mild im Geschmack

Damit Sie bei der Sortenwahl den Durchblick behalten, hier eine kleine Sortenauswahl zur meistangebauten Paprikaart, dem Spanischen Pfeffer:

KategorieBeschreibung
Schwarzer Pfeffer
Capsicum annuum
Frucht: runde, blockige, glockenförmige oder längliche Schoten
Fruchtfarbe: grün, gelb, orange, rot oder violett
Fruchtreife: 60 bis 90 Tage
Schärfegrade: 0 - 10 Scoville
Sorten:

milder Gemüsepaprika: 'Blockpaprika', 'Frühzauber', 'Korosko', 'Langer Süßer', 'Purple Beauty', 'Pusztagold', 'Toscana'

scharfer Paprika: 'Cayenne', 'Dutch Red', 'Jalapeño', 'Kirschpaprika', 'Pasilla', 'Poblano', 'Tepin'

Vorsicht! Spielen Sie beim Verzehr von Paprika mit mehr als 3 Scoville nicht den Übermütigen, wenn Sie die Schärfe bislang nicht gewöhnt sind. Menschen, die schon ihr leben lang scharf essen, haben diesbezüglich eine höhere Toleranz. Der Organismus ungeübter ‚Scharfesser‘ könnte dagegen könnte bei zu viel Schärfe mit Magenreizungen, Magenverätzungen, Schweißausbrüchen und sogar Kreislaufbeschwerden und Atemnot reagieren.

 

bunter Paprikasalat mit Tomaten | © Das Grüne Archiv

Paprika – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Als artverwandte Gemüsesorten erhöhen Beetnachbarn wie Tomaten oder Kartoffeln das Schadbildrisiko von Capsicum enorm. Ebenso können Pflegefehler und eine falsche Wahl des Standortbodens für Schäden an Paprikapflanzen sorgen. Generell müssen Sie mit folgenden Schadbildern rechnen. Dabei stellt die Rübenkräuselkrankheit die wohl unliebsamste Erkrankung von Paprika dar. Dabei verformen sich die Blätter der Pflanze und bleichen aus. Ein Mittel gegen den Pflanzenvirus gibt es leider nicht, weshalb betroffene Paprikapflanzen umgehend und komplett entsorgt werden müssen. Werfen Schmeißen Sie die Pflanzen aber nicht in den Kompost, sondern in den Restmüll, damit sich der Krankheitserreger durch eine spätere Kompostdüngung nicht weiter im Garten ausbreitet. Ebenfalls sehr häufig an Paprikapflanzen zu finden ist Mehltau, wobei dieser aber mit Spritzungen aus Brennnesselsud in Schach gehalten werden kann.

Paprikapflanzen sind vor allem im Garten und auf dem Balkon anfällig für Schädlinge wie Asseln, Blattläuse oder auch die Rote Spinne. Abhilfe kann der Einsatz von Nützlingen wie Marienkäfern, Schlupfwespen und Raubmilben schaffen. Das Spritzen mit Brennnesselsud oder einem Gemisch aus Rapsöl und Wasser im Verhältnis 1:10 hat sich auch hier bewährt.

Fazit

Paprika verträgt sich im Gemüsebeet nicht besonders mit anderen Nachtschattengewächsen wie Tomaten, Kartoffeln oder Auberginen. Direkt nebeneinander sollten Sie die Pflanzen daher nicht anbauen. Ebenso benötigt das südamerikanische Gemüse einen lichtreichen und warmen Standort. Damit sich die Paprikapflanzen optimal entwickeln, ist zudem eine gute Bewässerung und Düngung nötig. Hat man die Anbau- und Pflegeschritte aber erst einmal verinnerlicht, lassen sich nach dem selben Prinzip auch Chili, Habaneros, Jalapeños und Peperoni kultivieren, denn diese gehören wie der Paprika ebenfalls zur Gattung Capsicum. Übertreiben Sie es hier aber nicht gleich mit dem Verzehr, wenn Sie Schärfe bislang nicht gewohnt sind.

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