Kräuterarten

Kräuterarten

Gartenkräuter gibt es bekanntlich in allen Formen, Farben und Geschmäckern. Grob zu unterscheiden ist dabei zwischen einjährigen und mehrjährigen Pflanzen. Einjährige Kräuter welche vorzugsweise als Gewürz- und Heilpflanzen zum Einsatz kommen, sind diesbezüglich häufig nur deshalb als solche definiert, weil sie lediglich im ersten Standjahr eine reiche Ernte versprechen. Aus diesem Grund werden viele Kräuter nur einjährig kultiviert und verkauft, obwohl sie durchaus länger in Kultur verbleiben könnten. Es gibt jedoch auch einige Kräuter, die tatsächlich nur sehr schwer mehr als ein Standjahr überlieben. Zumindest in unseren Breitengraden. Ohne weitere Pflege oder besondere Wintervorkehrungen sterben sie meist kurz nach der Ernte ab.

Übrigens: Dass einjährige Kräuter wie Petersilie, Basilikum oder Bohnenkraut meist von krautigen Pflanzen gestellt werden, ist hierbei nicht schwer zu erahnen. Mehrjährige Gartenkräuter, zum Beispiel Salbei, Lavendel, Rosmarin oder Thymian, verholzen dagegen für gewöhnlich und sind somit entweder kleine Sträucher oder Halbsträucher.

Mehrjährige Kräuter stammen überwiegend aus Südeuropa und werden darum gerne als Mediterrane Kräuter bezeichnet. Auch besitzen die meisten Mehrjährigen einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, die ihnen ein außergewöhnliches Aroma verleihen und weshalb sie auch beliebte Duftkräuter sind. In aller Regel zeichnen sich mehrjährige Kräuter durch einen Hang zu sonnigen Standorten aus und dürfen mit Blick auf die richtige Pflege auf keinen Fall übergossen werden. Zu üppige Wassergaben wirken sich nämlich nachteilig auf die Ausbildung der heilsamen und aromatischen Pflanzenöle aus. Ebenso kann Staunässe an Kräutersträuchern leicht zu Wurzelfäule führen und dem Kräuterkult im eigenen Garten so schnell ein jähes Ende setzen.

Pflegeleichter sind da schon die einjährigen Kräuterpflanzen. Ihnen entstammt ein Großteil unserer heimischen Heilkräuter, und auch Gewürzkräuter hat das einjährige Pflanzensortiment reichlich vorzuweisen. In ihren Pflege- und Standortansprüchen relativ genügsam, gedeihen einjährige Gartenkräuter an wesentlich unproblematischer als mehrjährige und haben normaler Weise selbst mit halbschattiger oder schattiger Lage kein Problem. Gewässert werden die Kräuter wie die Mehrzahl aller krautigen Pflanzen regelmäßig, wobei natürlich auch hier Wasserstau im Boden vermieden werden muss, um Fäulniskrankheiten vorzubeugen.

Duftkräuter

Die Bezeichnung Duftkräuter schließt sowohl einige Küchen- als auch Heilkräuter mit ein. Ihr unverkennbares Aroma macht die duftenden Kräuter zu hoch geschätzten Zusätzen für Räucherwerk, Duftöle oder Entspannungsbäder und kann gelegentlich sogar als Tee getrunken werden. Für das charakteristische Aroma verantwortlich sind ätherische Öle und Harze der Gartenkräuter, deren stoffliche Zusammensetzung von Pflanze zu Pflanze verschieden ist.

Das wohl beliebteste Duftkraut der Welt: der Lavendel

Viele Duftkräuter sind mehrjährige Pflanzen, die Licht und sparsame Wassergaben lieben. Auf trockenen Sand-, Kies- und Steinböden gedeihen sie deshalb am besten. Auch wirken Duftkräuter wie Lavendel oder Salbei oft abschreckend auf Schädlinge, sodass ihr für Menschen betörender Duft bisweilen eine wunderbare Schädlingsabwehr darstellt. Als Duftkräuter im Garten anbauen lassen sich beispielsweise:

  • Echtes Labkraut
  • Katzenminze
  • Lavendel
  • Mädesüß
  • Oregano
  • Pfefferminze
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Thymian
  • Zitronenkraut
  • Zitronenmelisse

 

Gewürzkräuter

Unter den Gewürzkräutern für die Küche existieren sowohl verholzende als auch krautige Pflanzen. Einige Gewächse vereinen in den Arten ihrer Gattung sogar beide Pflanzenformen. Der Übergang von Kraut zu Gehölz ist bei dieser Gruppe der Gartenkräuter demnach fließend, was sich sehr gut an Gewürzen wie Basilikum oder Majoran beobachten lässt. Die zwei Kräuter treiben zu Beginn krautig aus, verholzen mit zunehmendem Alter aber mehr und mehr. Ein regelmäßiger Schnitt ist bei zahlreichen Küchenkräutern deshalb wichtig, wenn die Kräuterernte auch nach mehreren Jahren noch üppig ausfallen soll.

als Küchengewürz unverzichtbar: die Petersilie

Neben Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen wie dem richtigen Schnitt spielt bei Gewürzen aus dem Bereich der Gartenkräuter vor allem der Standort eine wichtige Rolle. Wie bereits erwähnt sind viele Küchenkräuter eigentlich wärmere Klimazonen gewohnt oder nur bedingt Kälte- und Witterungsresistent. Während sich heimische Gewürze wie Petersilie, Schnittlauch oder Bohnenkraut aber noch durchaus an schwierige Standorte gewöhnen können, sieht es bei mediterranen Strauchkräutern wie Majoran oder Rosmarin anders aus. Sie können nur an dauerhaft sonnigen, warmen und trockenen Standorten stehen. Eine Überwinterung im Garten ohne geeignete Schutzmaßnahmen wird damit häufig zum Problem. Natürlich dürfen Sie im Kräuterbeet trotzdem getrost mediterrane Küchenkräuter pflanzen, wenngleich die Anzahl robuster Gartenkräuter stets überwiegen sollte. Insgesamt können Sie in Sachen Gewürz- und Küchenkräuter für den Garten aus folgenden Pflanzen wählen:

  • Basilikum
  • Bärlauch
  • Beifuss
  • Bohnenkraut
  • Chili
  • Estragon
  • Dill
  • Fenchel
  • Hopfen
  • Kerbel
  • Kresse
  • Koriander
  • Kreuzkümmel
  • Kümmel
  • Liebstöckel
  • Majoran
  • Minze
  • Nelke
  • Oregano
  • Petersilie
  • Rettich
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Schnittlauch
  • Schnittsellerie
  • Thymian
  • Wermut

 

Heilkräuter & Teekräuter

Gartenkräuter mit heilsamen Eigenschaften sind oft auch wertvolle Teekräuter. Dies liegt vor allem daran, dass sich die Heilwirkung von Kräutern durch das Trinken von warmem Kräutersud am besten nutzen lässt. Des Weiteren ist eine Anwendung der Heilkräuter in Form von Salben, Cremes, Ölauszügen, Tinkturen oder Zusätzen für Heil- und Dampfbäder möglich. Zu diesem Zweck werden die Gartenkräuter nach der Ernte getrocknet und ggf. extrahiert.

ein traditionelles Allheilmittel: die Kamille

Die Pflege- und Standortansprüche von Heil- und Teekräutern sind sehr unterschiedlich. Gleiches gilt für die Pflanzenteile, die als heilsames Kraut verwendet und deshalb bei der Ernte entnommen werden. Von Blüten, Stängeln und Blättern, bis hin zu Früchten, Wurzeln und Rinden lassen sich sehr verschiedene Teile von Heilpflanzen als Kräuter nutzen. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass manche Pflanzenteile von heilsamen Gartenkräutern mitunter auch giftig sein können. Eine unbedenkliche Auswahl finden Sie nachstehend:

  • Alant
  • Andorn
  • Angelikawurz
  • Arnika
  • Aronia
  • Augentrost
  • Bärlauch
  • Beifuß
  • Beinwell
  • Bibernelle
  • Birkenrinde
  • Brennnessel
  • Eichenrinde
  • Frauenmantel
  • Huflattich
  • Johanniskraut
  • Kamille
  • Lavendel
  • Lindenblüten
  • Löwenzahn
  • Melisse
  • Pfefferminze
  • Ringelblume
  • Salbei
  • Schachtelhalm
  • Schafgarbe
  • Schöllkraut
  • Spitzwegerich
  • Thymian
  • Weißdorn

 

Unkräuter

Unkräuter genießen oftmals einen Ruf, der schlechter ist, als es besagte Pflanzen verdient hätten. Beispielsweise fallen Pflanzennamen wie Beifuß, Brennnessel und Spitzwegerich mit Vorliebe dann, wenn es um Unkrautvernichtung zur Pflege von Rasen- und Beetflächen geht. Dabei haben die genannten Gewächse mehr als nur einen positiven Nutzen und lassen sich unter anderem als Heilkraut, Salat oder Gewürz verwenden. Unliebsame Rasenbesucher wie Löwenzahn oder Gänseblümchen haben gar auf der Blumenwiese einen festen Platz und sind als Gartenblumen in der Kategorie Unkräuter völlig fehl am Platze. Damit sie aber wissen, bei welchen vermeintlichen Unkräutern nach dem Anbau eine wuchernde Ausbreitung drohen könnte, hier eine kleine Übersicht:

  • Ackerminze
  • Ackerschachtelhalm
  • Amarant
  • Ampfer
  • Beifuß
  • Brennnessel
  • Breitwegerich
  • Disteln
  • Ehrenpreis
  • Farne und Gräser
  • Fuchsschwanz
  • Gänseblümchen
  • Günsel
  • Gundermann
  • Hahnenfuß
  • Hirtentäschel
  • Klatschmohn
  • Klee
  • Kletten-Labkraut
  • Knöterich
  • Kreuzkraut
  • Löwenzahn
  • Nesseln
  • Quecke
  • Schafgarbe
  • Scharbockskraut
  • Spitzwegerich
  • Storchschnabel
  • Wicken

 

ein als Unkraut verkanntes Heilkraut: die Brennnessel

Giftkräuter

Der Vollständigkeit halber sei abschließend auch den Giftkräutern ein Absatz gewidmet. Zu ihnen gehören all jene Pflanzen, die mindestens ein giftiges Pflanzenteil aufweisen, was Samen, Wurzeln, Stängel, Blätter, Rinden, Blüten und Früchte gleichermaßen mit einschließt. Wenn Sie entsprechende Kräuter und Gehölze also im Garten pflanzen möchten, sollten Sie die giftigen Gartenkräuter immer klar von Nutzkräutern abgrenzen. Eine Kultivierung außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren ist ebenfalls dringend angeraten. Zu den Kräutern mit giftigen Pflanzenteilen, die diesbezüglich relativ häufig im Garten anzutreffen sind, zählen:

  • Alraune
  • Bilsenkraut
  • Eisenhut
  • Fingerhut
  • Jakobskreuzkraut
  • Salbei
  • Petersilie
  • Wermut
  • Wein-Raute

 

Fazit

Die Gesamtheit aller Gartenkräuter umfasst sowohl mehrjährige Sträucher und Halbsträucher, als auch Stauden und einjährige krautige Pflanzen. Einjährigen Kräutern und Krautstauden wie Petersilie, Schnittlauch und Bohnenkraut wird dabei meist eine sehr pflegeleichte Art nachgesagt. Mehrjährige Strauchkräuter wie Majoran, Basilikum oder Rosmarin sind hingegen nicht selten mediterraner Herkunft und wünschen sich entsprechende Standortverhältnisse und Sonderbehandlung in der Pflege. Die Verwendung der Kräuter im Garten richtet sich dann natürlich danach, ob die Gartenstandorte den Pflanzenansprüchen genügen. Für die Ausbringung im Garten in Frage kommt entweder die Aussaat oder Auspflanzung der Kräuter. Eine Ernte ist im Großteil aller Fälle schon ab dem ersten Standjahr möglich.