Kopfsalat – Aussaat, Pflege, Sorten

Kopfsalat – Aussaat, Pflege, Sorten

In Deutschland gilt der Kopfsalat (Lactuca sativa var. capitata) als wohl beliebtester Salat überhaupt, weshalb er als Privatkultur im Garten auch sehr häufig zu finden ist. Dabei ist der Ableger des Gartensalats mit seinen bis zu 500 g schweren und im Durchmesser mindestens 20 cm großen Salatköpfen ein absolutes Schwergewicht unter den Salatpflanzen. Wie Sie die namhafte Größe im Garten am besten anbauen und welche Sorten Ihnen dabei zur Auswahl stehen, darüber informieren wir Sie in diesem Ratgeber.

 

Kopfsalat säen oder pflanzen – Standort und Ablauf

Garten- und Kopfsalat gehören zur Gattung der Lattiche (Lactuca), einem sehr artenreichen  Gewächs aus der Familie der Korbblüter (Asteraceae). Insgesamt hat der Gartensalat eine Kulturgeschichte von gut 4500 Jahren vorzuweisen, wobei der in Mitteleuropa so beliebte Kopfsalat eine eher neuzeitliche Sonderzüchtung darstellt. Anbauen lässt er sich jedoch ähnlich unkompliziert wie andere Arten des Gartensalats.

Mit einem sonnigen Beetstandort und einem gut durchlässigen, nährstoffreichen und humosen Standortsubstrat ist bei Kopfsalaten schon viel gewonnen. Ist der Boden dann noch mäßig sauer (Mindest-pH-Wert: 5,5 Punkte) und wird gleichmäßig feucht gehalten, fühlen sich die Pflanzen im Garten rund um wohl. In Sachen Standorttemperaturen verträgt der Salat auch kälteres Klima. Allerdings sollten speziell während der Keimung 12 bis 16 Grad am Standort vorherrschen und die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht etwa 5 Grad betragen.

Pflanztipp: Garten- und Kopfsalat gehören zu den wenigen Gemüsearten, die sich im Gemüsebeet mit so gut wie allen Pflanzen vertragen. Empfohlen wird daher, den genügsamen Salat neben Starkzehrern wie Tomaten, Kartoffeln, Gurken oder Paprika zu pflanzen, die nicht nur ungeeignete Beetnachbarn, sondern auch ihren Standortboden auf eine harte Nährstoffprobe stellen.

Einzelheiten zum Standort für Kopfsalat:

  • Lactuca sativa var. capitata benötigt einen sonnigen Standort
  • Boden sollte durchlässig, humos und nährstoffreich sein
  • pH-Wert des Bodens: mäßig sauer mit mind. 5,5 Punkten
  • Temperatur während der Keimung: konstante 12 bis 16 °C
  • danach verträgt Kopfsalat auch kühlere Temperaturen
  • der Salat harmoniert perfekt mit starkzehrenden Pflanzen
  • generell sind so gut wie alle Gemüsesorten als Beetnachbarn denkbar
frischer Kopfsalat | © Das Grüne Archiv

Kultivieren lässt sich Kopfsalat entweder durch die Aussaat von Samen oder durch die Ausbringung von vorgezogenen Jungpflanzen aus dem Gartenhandel. Nachstehend finden Sie ein paar wichtige Infos zum richtigen Vorgehen in beiden Fällen:

1. Schritt – Aussaat- / Pflanztermin wählen: Wann Kopfsalat im Garten oder Gewächshaus ausgebracht wird, hängt stark von der Sorte ab. Es gibt sowohl Früh- als auch Sommersorten des Salats, wobei Sie eine Frühausbringung im Gewächshaus bereits ab Februar, im Freiland ab April vornehmen können. Eine Aussaat bzw. das Pflanzen von Sommersorten ist von April bis August denkbar. Hier ist darauf zu achten, dass der Boden im April nicht mehr von Spätfrösten heimgesucht wird. Gerade junge Pflanzen sind diesbezüglich sehr empfindlich und benötigen zu Beginn ggf. noch eine Abdeckung, die regelmäßig gelüftet werden sollte. Ein Tipp noch am Rande: Wenn Sie zwischen Frühling und Sommer durchgehend ernten möchten, lohnt es sich, zeitlich leicht versetzte Kulturen des Kopfsalates zu planen, die dann ab Februar im Rhythmus von jeweils 3 bis 6 Wochen ausgebracht werden.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Bei richtiger Standortwahl müssen Sie keine besondere Bodenoptimierung für die geringen Ansprüche des Kopfsalats vornehmen. Es reicht, wenn Sie das Bodensubstrat gut auflockern und von störenden Bodenhindernissen wie Steinen, Wurzel- oder Unkrautresten befreien. Natürlich ist gut verrotteter Kompost immer eine gute Idee, um Pflanzen von Beginn an eine nachhaltige Nährstoffversorgung zu bieten. Spezielle Mineraldüngungen und Substratmischungen sind für Kopfsalat aber normalerweise nicht nötig. Eine Ausnahme könnten Topfkulturen bilden, bei denen wir zur Nutzung spezieller Gemüseerde raten.

3. Schritt – Kopfsalat säen: Die Aussaat der Salatsamen erfolgt in 1,5 Zentimeter tiefe Erdkuhlen. Bedecken Sie das Saatgut nur sehr leicht mit Erde, denn Kopfsalat gehört zu den lichtkeimenden Pflanzen. Bei Sommersaaten empfiehlt es sich, das hitzeempfindliche Saatgut für 48 Stunden auf feuchtem Küchenpapier im Kühlschrank vorkeimen zu lassen und erst danach ins Beet zu säen. Sobald sich die Jungpflanzen im Garten ansehnlich entwickelt haben, werden Sie vereinzelt.

4. Schritt – Kopfsalat pflanzen: Egal ob sie die Jungpflanzen selbst vorgezogen haben oder nicht. An ihren finalen Standort sollten man die Salate im Abstand von etwa 25 bis 30 Zentimetern pflanzen. Setzen Sie den jungen Salat auch nicht zu tief, könnte dies doch zur Fäulnis führen.

5. Schritt – Schutzmaßnahmen erwägen: Bis Kopfsalat im Frühsommer ausgewachsen ist, benötigt seine Anzucht hin und wieder einen besonderen Schutz vor extremer Kälte. Ein Gewächshaus oder Frühbeet im Garten ist hier wahrlich Gold wert, doch auch Gartenvlies und Folie haben sich als gute Schutzmaßnahme bewährt, wenn sie nur regelmäßig gelüftet werden.

Kurzschritte zum Anbau im Überblick:

  • Aussaat- und Pflanztermin für Frühsorten: Februar bis April
  • Aussaat- und Pflanztermin für Sommersorten: April bis August
  • Sommersaaten vor dem Säen auf feuchtem Küchenpapier im Kühlschrank vorkeimen
  • Frühlingssorten im Garten am besten unter Glas, Gartenvlies oder Folie ausbringen
  • die Schutzabdeckung muss regelmäßig gelüftet werden
  • für dauerhafte Ernte alle 3 bis 6 Wochen neuen Salat einsäen oder pflanzen
  • Boden vor der Ausbringung gut auflockern und Bodenhindernisse entfernen
  • etwas gut verrotteter Kompost zur Grunddüngung kann nicht schaden
  • Samen in 1,5 cm Kuhlen säen
  • Jungpflanzen später auf 25 – 30 cm Pflanz- und Reihenabstand vereinzeln
  • gekaufte Vorzuchten stehen im selben Abstand im Gemüsebeet
  • Pflanzen insgesamt nicht zu tief setzen, um Fäulnis vorzubeugen

 

Kopfsalat im Beet neben Endiviensalat

 

Kopfsalat im Garten – gießen, düngen, ernten

Bereits nach dem Säen der Salatsamen im Garten müssen diese gleichmäßig feucht gehalten werden. Die konstante Bewässerung ist auch für den Wuchs des Kopfsalats von Bedeutung, denn damit er sich zum klassischen Salatkopf mit zarten Blättern entwickelt, muss das wasserhaltige Blattgemüse viel Feuchtigkeit aufnehmen. Bleibt eine gute Bewässerung hingegen aus, wächst der Salat eher in die Höhe denn in die Breite und entwickelt darüber hinaus sehr harte Blätter. Apropos Blätter, diese sollten beim Gießen jedoch keine direkte Dusche von oben abbekommen, da sie sehr empfindlich auf den Wasserschwall reagieren. Besser ist es, bodennah zu gießen. Staunässe ist bei aller Feuchtigkeitsliebe von Kopfsalat natürlich dennoch zu meiden. In anhaltenden Trockenperioden muss die Bewässerung entsprechend angepasst werden.

Wer sich größeren Bewässerungsaufwand ersparen möchte, der kann die Standorterde um den Wurzelbereich des Kopfsalats mit einer Schicht Mulch versehen. Für zusätzliche Düngemaßnahmen reicht Kompost gänzlich aus, wohingegen Stallmist und sehr stickstoffhaltige Düngemittel nicht geeignet sind. Sie treiben den Nitratgehalt des Salats empfindlich in die Höhe und machen ihn anfälliger für Schädlings und Fäulniskrankheiten.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Kopfsalat im Garten immer gleichmäßig feucht halten
  • Trockenheit führt zu Höhen- statt Breitenwachstum und verursacht harte Blätter
  • Salat immer von unten her gießen ohne die Blätter zu benetzen
  • Staunässe ist trotz Wasserliebe des Kopfsalats zu meiden
  • das Mulchen im Gemüsebeet kann die Bewässerung erleichtern
  • gedüngt wird mit Kompost
  • von Stallmist und zu stickstoffhaltigen Düngemitteln ist abzusehen
  • Kopfsalat könnte ansonsten anfälliger für Schädlinge und Fäulnis werden
  • zudem provoziert Stickstoff ungesunde Nitratwerte im Salat

Für die weitere Pflege von Kopfsalat ist es zum einen wichtig, Unkraut im näheren Umfeld der Salatpflanzen konsequent zu jäten. Zum anderen sollte das Gemüsebeet regelmäßig auf unliebsame Schädlinge wie Schnecken oder Raupen untersucht werden, bei denen der Salat ganz oben auf der Speisekarte steht. Ernten können Sie die Pflanzen bei Selbstaussaat nach ungefähr 8 Wochen. Sie etwas früher zu ernten schadet aber auch nicht und hat keinerlei Auswirkungen auf die Eignung zum Verzehr. Eine Lagerung der geernteten Salatköpfe erfolgt durch das Einwickeln in feuchtes Küchenpapier mit anschließender Aufbewahrung im Kühlschrank. Hier hält sich Kopfsalat gut zwei Tage.

Kurztipps zur Ente und weiteren Pflegemaßnahmen:

  • zur Pflege des Kopfsalats regelmäßig Unkraut jäten
  • Gemüsebeet auch auf Schädlinge hin kontrollieren
  • Ernte bei Aussaat nach ca. 8 Wochen möglich
  • nur so viel Salat ernten, wie verzehrt werden kann
  • Lagerung ist nur zwei Tage möglich
  • hierfür Salat in feuchtes Küchenpapier einwickeln
  • danach im Kühlschrank aufbewahren
die zarten Blätter des Kopfsalats | © Das Grüne Archiv

 

Interessante Sorten des Lactuca var. capitata

Man geht davon aus, dass Lactuca sativa var. capitata im 16. Jahrhundert aus einer Kreuzung des Gartensalats mit dem Zaunlattich (Lactuca serriola) entstand. Der Kopfsalat ist also ein Salathybrid, dem es heute an Sortenreichtum wahrlich nicht mangelt. Da er so beliebt ist, gibt es inzwischen über 30 verschiedene Sorten, die sich maßgeblich durch besondere Schädlings- und Temperaturresistenzen unterscheiden. Ebenso wird zwischen alten und neuen Sorten unterschieden. Zur besseren Übersicht hier eine kleine Auswahl:

SorteBeschreibung
Kopfsalat 'Irina' (neue Sorte)
Lactuca sativa var. capitata 'Irina'
Erntezeit: ab Mai
Besonderheiten: Frühsorte fürs Freiland oder Gewächshaus; resistent gegen Blattläuse, Salatmosaikvirus und Mehltau
Kopfsalat 'John' (neue Sorte)
Lactuca sativa var. capitata 'John'
Erntezeit: ab Juli
Besonderheiten: Sommersorte fürs Gewächshaus; resistent gegen Mehltau
Kopfsalat 'Laibacher Eis' (alte Sorte)
Lactuca sativa var. capitata 'Laibacher Eis'
Erntezeit: ab Juli
Besonderheiten: gekrauste Sommersorte fürs Freiland
Kopfsalat 'Maikönig' (alte Sorte)
Lactuca sativa var. capitata 'Maikönig'
Erntezeit: ab Mai
Besonderheiten: Frühsorte fürs Freiland
Kopfsalat 'Maiwunder' (alte Sorte)
Lactuca sativa var. capitata 'Maiwunder'
Erntezeit: ab Mai
Besonderheiten: Wintersorte für milde Lagen; Aussaat erfolgt im September, die Auspflanzung im Oktober
Kopfsalat 'Osaka' (neue Sorte)
Lactuca sativa var. capitata 'Osaka'
Erntezeit: ab Mai
Besonderheiten: Frühsorte fürs Freiland oder Gewächshaus; resistent gegen Mehltau und Blattläuse

 

Kopfsalat – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Sollte ein Kopfsalat gelblich gescheckte oder gar nekrotisierende Blätter aufweisen, handelt es sich womöglich um den Salatmosaikvirus. Er wird im Garten gerne durch Blattläuse übertragen, was der Hauptgrund für schnelle Behandlungsmaßnahmen bei bestehendem Befall ist. Ferner entziehen die Schädlinge dem Salat auch wichtige Nährstoffe, was bei solch zartem Blattgemüse wie dem Kopfsalat schnell zu Kümmerwuchs führt. Gegen die Blattläuse vorgehen können Sie zum Beispiel mit einer Kaffeesprühung. Alternativ können Sie auf Sorten zurück greifen, die gegen Salatmosaikvirus und Blattläuse resistent sind.

Staunässe am Garten- bzw. Beetstandort lockt Pilzkrankheiten wie Mehltau magisch an. Demzufolge ist diese Erkrankung meist auf falsche Standortwahl oder Gießroutine zurück zu führen. Glücklicher Weise gibt es inzwischen viele mehltauresistente Sorten, die den ein oder anderen Fehler beim Anbauen verzeihen. Sie sind demnach für Anfänger in Sachen Salatanbau perfekt geeignet. Als Kur für befallene Pflanzen eignen sich Sprühungen mit Zwiebel-, Knoblauch- oder Schachtelhalmsud.

Schnecken sind im Garten immer wieder ungebetene Gäste. Zu allem Überfluss haben sie sich den Kopfsalat auch noch als Lieblingsspeise ausgewählt, was Gärtnern immer wieder angefressene Salatköpfe beschert. Oftmals genügt es aber, wenn der Oberboden im Beet auf Schleimspuren hin untersucht wird und die Tierchen bei unerlaubtem Grenzübertritt abgesammelt werden. Ebenso können Sie einen Schneckenzaun um den Salat anbringen, damit er vor Angriffen durch die Schädlinge sicher ist.

Fazit

Kopfsalat ist wie die meisten Salatpflanzen ein unkomplizierter Bewohner im Gemüsebeet. Zudem lässt er sich neben fast jedem Gemüse anbauen, was ihn zu einem allseits beliebten Pflanznachbarn macht. Leider ist der beliebteste Salat Deutschlands aber auch für Schädlinge ein gefundenes Fressen. Geeignete Pflege- und Schutzmaßnahmen während der Aufzucht der Pflanzen können einem extremen Befall jedoch meist zuverlässig vorbeugen. Zudem gibt es zahlreiche schädlingsresistente Sorten, die definitiv eine Überlegung wert sind.

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