Chinakohl – Anbauen, Standort, Aussaat und Ernte

Chinakohl – Anbauen, Standort, Aussaat und Ernte

© emuck - Fotolia.com
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Der in China auch als Baicai bekannte Peking- bzw. Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis) ist ein schmackhaftes Blattgemüse, das sich im Garten problemlos als Alternative zu den heimischen Kohlsorten anbauen kann. In China wird die Kohlart mit den auffällig krausen, weiß-grünen Blättern und dem mild-süßlichen Geschmack schon seit dem 5. Jahrhundert n. Chr. kultiviert. In Europa fand Chinakohl dagegen erst im 20. Jahrhundert Verbreitung. Verwenden lässt sich der Blattkohl sowohl für Suppen und Pfannengerichte, als auch in Rohform als Salat. Besonders gesund machten den Chinakohl dabei sein hoher Gehalt an Vitamin C, Calcium, Kalium und Magnesium. Wer das Kohlgemüse im heimischen Gemüsegarten anbauen möchte, sollte bei der Aufzucht und Pflege aber einige Dinge beachten. Welche das sind, erklären wir Ihnen nachstehend.



Chinakohl anbauen – Standort und Ablauf

Wie unsere heimischen Kohlsorten zählt Chinakohl zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Anders als europäische Varianten des Kohls stammt Chinakohl aber aus China, wo er aus einer Kreuzung der Speiserübe (Brassica rapa subsp. rapa) und Pak Choi, dem Chinesischen Senfkohl (Brassica rapa subsp. chinensis) hervorging. Es handelt sich beim Chinakohl also um eine kultivare Züchtung, die bis zu 60 cm hoch und ganze 3 kg schwer werden kann.

Für ein optimales Wachstum benötigt Chinakohl einen sonnigen bis halbschattigen Standort, der vor Wind geschützt sein sollte. Als Standortsubstrat eignet sich humoser Lehm- oder Lössboden mit einem pH-Wert zwischen 7,0 und 8,0 am besten. Des Weiteren ist ein tiefgründiger und kalkhaltiger Boden zu empfehlen. Da Chinakohl zu den Starkzehrern zählt, benötigt er am Standort zahlreiche Nährstoffe, die durch Kompostdüngung in den Boden eingebracht werden können. In Mischkultur gedeiht Chinakohl gut neben Salaten, Karotten, Erbsen, Bohnen und Spinat. Ungeeignet sind hingegen andere Kohlsorten, Lauch, Radieschen, Rettich und Kartoffeln.

Anbautipp: Die berüchtigte Kohlhernie macht auch Chinakohl gelegentlich zu schaffen. Einem Befall durch diese Pilzkrankheit können Sie aber durch Beachtung der Fruchtfolge vorbeugen. Diese besagt, dass man an Standorten, auf denen zuvor starkzehrender Kohl stand, etwa 7 Jahre lang keine andere Kohlart mehr anbauen darf. Der vorgeschwächte Boden sorgt nämlich für Mangelerscheinungen und macht das Kohlgemüse so deutlich anfälliger gegen Krankheiten und Schädlinge.


Einzelheiten zum Standort für Chinakohl:

  • Chinakohl benötigt windgeschützte, sowie sonnige bis halbschattige Standorte
  • als Substrat humosem, tiefgründigem und kalkhaltigem Lehm- oder Lössboden wählen
  • pH-Wert des Bodens: neutral, von 7,0 bis 8,0 Punkten
  • der Blattkohl gehört zu den Starkzehrern
  • nach der Beetkultur darf man 7 Jahre keinen anderen Kohl am Standort anbauen
  • das ausgezehrte Standortsubstrat befördert ansonsten Kohlhernie und Schädlinge
  • gute Pflanzpartner für Mischkultur: Erbsen, Bohnen, Karotten, Spinat, Salate
  • schlechte Beetnachbarn: andere Kohlsorten, Kartoffeln, Lauch, Radieschen und Rettich

Der Anbau von Chinakohl erfolgt meist durch Aussaat, da sich vorgezogene Jungpflanzen nur selten im Fachhandel finden lassen. Entsprechendes Saatgut erhalten Sie in großer Sortenvariation in Gärtnereien oder auch im Online-Handel. Bei der Aussaat gehen Sie wie folgt vor:

  1. Schritt – Wahl des Aussaattermins: Für ein gesundes Wachstum benötigt Chinakohl warme Temperaturen und Licht. Um robuste Jungpflanzen zu erhalten, empfiehlt es sich deshalb, das Saatgut ab Anfang Juli auf einer lichtreichen Fensterbank in Töpfen vorzuziehen. Alternativ kann die Aussaat bis August auch direkt im Freiland erfolgen.
  2. Schritt – Vorbereitung des Bodens: Zur Vorzucht des Chinakohls in Töpfen wird Anzuchterde verwendet. Der Boden von Freilandbeeten muss vor dem Anbau dagegen tiefgründig umgegraben und mit Hornspänen oder Kompost angereichert werden. Ein wenig Kalk kann auch nicht schaden und verbessert die Standortbedingungen zusätzlich.
  3. Schritt – Aussaat des Chinakohls: Für eine Anzucht in Töpfen werden pro Topf zwei Samenkörner in die Erde gesetzt. Eine Direktsaat im Freilandbeet erfolgt in Reihen mit einem Reihenabstand von 40 cm. Die Saattiefe beträgt in beiden Fällen 1,5 cm. Nach der Aussaat wird das Saatgut des Chinakohls erstmalig bewässert. Insgesamt ist der Boden bis zur Keimung konstant feucht zu halten.
  4. Schritt – Jungpflanzen pikieren: Sobald die Keimlinge des Chinakohls 3 bis 4 Keimblätter entwickeln haben, können sie pikiert werden. Vereinzeln Sie die die Jungpflanzen hierzu auf einen Abstand von 30 cm. Achten Sie hier bitte sehr genau auf einen gebührenden Pflanzabstand, um keine Krankheiten und Schädlinge durch zu dichte Bepflanzung anzulocken. Das Pikieren ist normaler Weise ca. 4 Wochen nach der Keimung möglich.


    Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

    • Aussaattermin für Chinakohl: Juli bis August
    • Vorzucht im Topf erfolgt auf einer lichtreichen Fensterbank
    • hier ist Anzuchterde die beste Substratwahl
    • im Freiland vor dem Anbau Boden tiefgründig umgraben
    • zur Bodenoptimierung Kalk, sowie Kompost oder Hornspäne untermischen
    • Saattiefe für Samen des Chinakohls: 1,5cm
    • Reihenabstand im Freilandbeet: 40 cm
    • nach dem Säen das Saatgut konstant feucht halten
    • die Keimdauer beträgt ca. 4 Wochen
    • Keimlinge mit 3 – 4 Blättern werden dann auf einen Abstand von 30 cm vereinzelt
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    Pflege des Chinakohls – gießen, düngen und ernten

    Chinakohl ist im Beet auf einen gleichbleibend feuchten Boden angewiesen. Aus diesem Grund sind regelmäßige Gießgänge unabdingbar. Verwenden können Sie für die Bewässerung sowohl Regen- als auch Leitungswasser. Ist letzteres zudem noch leicht kalkhaltig, eignet es sich wunderbar, um die Vorliebe des Chinakohls für Kalk du befriedigen. Staunässe ist mit Blick auf Fäulniskrankheiten natürlich trotz allem zu vermeiden.

    Während der Wachstumsphase sollte der Standort des Blattkohls regelmäßig gehackt werden. Dies verhindert das Entstehen von Unkraut und macht den Boden luft- und wasserdurchlässiger. Um den Nährstoffgehalt des Bodens für das starkzehrende Kohlgemüse aufrecht zu erhalten, empfiehlt sich eine Düngung mit Kompost und Brennnesselschnitt, die etwa alle vier Wochen ausgebracht wird.

    Kurztipps zum Gießen und Düngen:

    • hoher Wasserbedarf des Chinakohls macht regelmäßige Bewässerung erforderlich
    • kalkhaltiges Leitungswasser ist für die Bedürfnisse des Blattkohls ideal
    • Staunässe ist trotz Wasserhunger der Kohlsorte zu vermeiden.
    • zur Vorbeugung gegen Unkraut das Standortsubstrat regelmäßig durchharken
    • Düngung erfolgt alle vier Wochen mit Kompost oder Brennnesselschnitt

    Die Haupterntezeit für Chinakohl beginnt in den Herbstmonaten ab Oktober, solange die Kohlköpfe noch straff geschlossen sind. Für eine direkte Verwendung wird der Blattkohl mit einem Messer am Wurzelansatz abgeschnitten. Die Wurzeln müssen anschließend aus der Erde entfernt werden. Sie dürfen jedoch nicht auf dem Kompost landen, da hier ein erhöhtes Risiko von Krankheitsausbreitungen besteht.

    Sofern Sie das Kohlgemüse länger lagern möchten, müssen Sie ihn mitsamt des Wurzelwerks aus der Erde ziehen. Anschließend lässt sich der Chinakohl in feuchtes Zeitungspapier einschlagen und so mehrere Wochen dunkel im Keller lagern. Alternativ können Sie den Kohl auch für einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Zum Einfrieren oder Einlegen eignet sich der Blattkohl hingegen nicht, seine Blätter hierbei ihre charakteristische Konsistenz verlieren.

    Kurztipps zur Ernte und Lagerung:

    • Erntezeit für Chinakohl: Oktober bis November
    • für Frischverzehr den Blattkohl am Wurzelstrunk abschneiden
    • Wurzeln hier nach der Ernte aus dem Beet entfernen und im Restmüll entsorgen
    • für längere Haltbarkeit das Kohlgemüse mitsamt seiner Wurzeln aus der Erde ziehen
    • anschließend ist eine Lagerung des Chinakohls im Keller oder Kühlschrank möglich
    • vom Einfrieren der Kohlblätter ist Mit Blick auf Konsistenz und Geschmack abzuraten

    Interessante Sorten des Brassica rapa subsp. pekinensis

    Chinakohlsorten unterscheiden sich maßgeblich durch die Färbung ihrer Blätter, sowie ihre Schadbildresistenz. Zudem lassen sich manche Sorten besser und länger lagern als andere, was bei der Sortenwahl durchaus eine wichtige Rolle spielen könnte. Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, hier die wichtigsten Sorten des Chinakohls im Überblick:

    SorteBeschreibung
    Chinakohl 'Autumn Fun'
    Brassica rapa subsp. pekinensis 'Autumn Fun'

    Erntezeit: Oktober bis November
    Eigenschaften: grüne Kohlblätter mit gelblichem Blattherz
    Besonderheiten: Sorte mit hoher Resistenz gegen Kohlhernien
    Chinakohl 'Bilko'
    Brassiva rapa subsp. pekinensis 'Bilko'


    Erntezeit: Oktober bis November
    Eigenschaften: dunkelgrüne Kohlblätter
    Besonderheiten: gute Lagersorte mit guter Kohlhernieresistenz
    Chinakohl 'Green Rocket'
    Brassica rapa subsp. pekinensis 'Green Rocket'

    Erntezeit: Oktober bis November
    Eigenschaften: dunkelgrüne Kohlblätter
    Besonderheiten: die Sorte ist besonders resistent gegen Fäulniskrankheiten und Schädlingsbefall
    Chinakohl 'Lung Nga Pak'
    Brassica rapa subsp. pekinensis 'Lung Nga Pak'

    Erntezeit: Oktober bis November
    Eigenschaften: gelb-grüne Kohlblätter
    Besonderheiten: Sorte hat große Ähnlichkeit mit Staudensellerie; der chinesische Sortenname heißt übersetzt "Zahn des weißen Drachens"
    Chinakohl 'Orange Queen'
    Brassica rapa subsp. pekinensis 'Orange Queen'

    Erntezeit: Oktober bis November
    Eigenschaften: grüne Kohlblätter mit orangem Blattherz
    Besonderheiten: relativ neue Sorte mit kurzer Kulturgeschichte
    Chinakohl 'Osiris'
    Brassica rapa subsp. pekinensis 'Osiris'

    Erntezeit: Oktober bis November
    Eigenschaften: dunkelgrüne Kohlblätter
    Besonderheiten: gute Lagersorte
    Chinakohl 'Parkin'
    Brassica rapa subsp. pekinensis 'Parkin'





    Erntezeit: Oktober bis November
    Eigenschaften: grüne Kohlblätter
    Besonderheiten: ertragreiche Sorte mit großer Widerstandsfähigkeit gegen Kohlhernien und Schädlingsbefall


    Chinakohl – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

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    Schädlinge wie die Raupen des Kohlweißlings, die Kohlfliege und Blattläuse können den Blättern des Chinakohls erhebliche Schäden zufügen. Gegen die Plagegeister helfen Gemüseschutznetze, Nützlinge (z.B. Marienkäfer und Schlupfwespen) und das Spritzen der Kohlpflanzen mit Brennnesselsud. Pappkrägen, die um den Wurzelhals herum angebracht werden, verhindern zusätzlich die Eiablage des Kohlweißlings.

    Um Erdflöhen vorzubeugen, sollte der Boden stetig feucht gehalten werden. Hierbei ist allerdings unbedingt darauf zu achten, dass keine Staunässe auftritt, da diese das Auftreten von Pilzerkrankungen wie der Kohlhernie begünstigt. Gegen die Kohlkrankheit kann nur präventiv vorgegangen werden, indem der Boden gekalkt und wasserdurchlässig gehalten wird. Auch die bereits erwähnte Einhaltung von Pflanzabständen kann dabei helfen, eine Ausbreitung der Pilzkrankheit zu unterbinden. Chinakohl, der bereits von der Kohlhernie befallen ist, muss aus dem Beet entfernt und im Restmüll entsorgt werden.



    Fazit

    Chinakohl ist eine mild-süßlich schmeckende Kohlart, die sich bei uns ab Juli in Freilandbeeten anbauen lässt. Neben einem besonders nährstoff- und kalkhaltigen Boden benötigt die Pflanze regelmäßige Gießgänge und monatliche Düngungen. Ebenso sollte durch das Vermeiden von Staunässe und die Einhaltung von Pflanzabständen im Beet einem Schadbildbefall vorgebeugt werden. Bei guter Pflege lässt sich der Blattkohl dann von Oktober bis November ernten.

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