Bärlauch im Garten – Tipps und Infos

Bärlauch im Garten – Tipps und Infos

Vor nicht allzu langer Zeit drohte der Bärlauch (Allium ursinum) als Küchenkraut und Heilpflanze fast in Vergessenheit zu geraten. Inzwischen erfreut sich die Lauchart aber wieder großer Beliebtheit und wird beim Kochen gern als Ersatz für den artverwandten Knoblauch genutzt. Dabei ist die Heilwirkung von Allium ursinum der des Knoblauchs relativ ähnlich. Wie sein berühmter Vetter stärkt nämlich auch Bärlauch Herz- und Gefäßgesundheit und schützt vor Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Bluthochdruck. Im Garten anbauen lässt sich die Pflanze dabei ganz gut, folgt sie doch im Großen und Ganzen den Standortansprüchen der meisten Laucharten. Nichts desto Trotz, hier ein paar Infos und Kulturtipps zum Bärlauch.



Über den Bärlauch

Der Bärlauch gehört als Art zur Gattung Lauch und ist daher eng mit dem Schnittlauch und dem Knoblauch verwandt, bei denen es sich ebenfalls um Küchenkräuter der Lauchgattung handelt. Diese zählt wiederum zu den Lauchgewächsen (Allioideae), die eine eigenständige Untergruppe in der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) darstellen.Gemeinsam ist den Arten des Lauchs dabei, dass sie eine essbare und mitunter auch sehr aromatische Pflanzenzwiebel ausbilden. Es erscheint daher sehr verwunderlich, dass gerade der Bärlauch lange Zeit nicht mehr so häufig in Verwendung war, wie seine Artgenossen, die praktisch zum Standardinventar einer jeden Küchen gehören.

Erfreulicher Weise erlangt der Bärlauch allmählich aber wieder mehr Aufmerksamkeit im kulinarischen, und auch im heilkundlichen Bereich. Geschmacklich ähnelt der Bärlauch dabei stark dem Knoblauch. In der mitteleuropäischen Küche war die Lauchart einst auch deutlich gebräuchlicher als der aus Asien stammende Knoblauch. Denn die Heimat des Bärlauchs liegt neben Asien auch in Europa, wo er seit jeher hauptsächlich in Wäldern wächst. Dort breitet er sich oft auf großen Flächen aus und bildet so ganze Wiesenbestände. Eine besondere Empfehlung ist Allium ursinum deshalb für Waldgärten sowie Unterpflanzungen von Großsträuchern.

Bärlauch auf einer Waldlichtung | © Michael Haas

Der Bärlauch erreicht eine Höhe von bis zu 50 cm. Wie alle Lauchgewächse bildet er keine Wurzeln, sondern eine Zwiebel aus, die ihn schon sehr zeitig im Frühjahr austreiben lässt. Seine Blütezeit liegt zwischen April und Mai. Dann bilden sich an der Pflanze die für Laucharten typischen, runden  Blütendolden mit vielen weißen Blüten aus. Sie verströmen einen angenehmen Duft und weisen auf die aromatischen Besonderheiten des Bärlauchs hin. Sie sind einem hohen gehalt an pflanzlichen Aromakomponenten in der Pflanze zu verdanken, die sich ganz wie beim Knoblauch aus zahlreichen ätherischen Ölen zusammensetzen. Die gleichen Stoffe gestalten auch die heilpflanzliche Wirkung des Bärlauchs, die nicht nur Herz- und Gefäßkrankheiten, sondern dank einer stark antibiotischen Wirkung auch gegen die verschiedensten Infektionskrankheiten, wie etwa Bronchitis oder Hautinfektionen etwas auszurichten weiß.

Bärlauch im Garten

Wenn Sie Bärlauch in Ihrem Garten anbauen möchten, kaufen Sie am besten in einer Gärtnerei eine vorgezogene Pflanze. Denn eine Aussaat ist beim Bärlauch meist recht schwierig und langwierig. Suchen Sie einen Standort im Halbschatten aus, gedeiht Allium ursinum als typische Waldpflanze doch am besten im Schutz schattenspendender Gehölze. Der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen ist der Frühling oder der Herbst. Lockern Sie dann zunächst den Boden gut auf und setzen Sie die Pflanze so tief in den Boden, dass die Oberkante des Topfballens mit der Erdoberfläche abschließt. Danach schlämmen Sie den Boden mit reichlich Wasser ein und achten in der folgenden Zeit darauf, dass der Boden feucht bleibt. Wenn Sie gleich mehrere Pflanzen setzen möchten, lassen Sie zwischen ihnen einen Abstand von 20 bis 30 Zentimetern. Der Bärlauch benötigt einen lockeren, feuchten und nährstoffreichen Boden, der ruhig kalkhaltig sein darf.

Bärlauchblüte | © Das Grüne Archiv

Alternativ zu einer Topfpflanze können Sie auch Bärlauchzwiebeln kaufen, um sie in Ihrem Garten zu setzen. Bei dieser Variante brauchen Sie allerdings ein wenig Geduld, denn es kann einige Jahre dauern, bis Sie von diesen Pflanzen zum ersten Mal ernten können. Bärlauchzwiebeln setzen Sie am besten zum Ende des Sommers. Hierzu graben Sie Pflanzlöcher in einem Abstand von rund 20 Zentimetern und setzen die Zwiebeln so tief in den Boden, dass sie zwei Zentimeter mit Erde bedeckt sind.

Bärlauch – Pflege und Ernte

Abgesehen von ausreichend Wasser braucht der Bärlauch keine besondere Pflege. Auch für einen Winterschutz müssen Sie nicht sorgen, denn er ist gut frosthart. Der Bärlauch erinnert geschmacklich an Knoblauch und wird daher auf recht ähnliche Weise in der Küche genutzt. Bei ihm sind es jedoch die Blätter, die Sie klein geschnitten Ihren Speisen, einem Quark oder einem Dip zufügen. Sie bewahren ihr Aroma am besten, wenn sie nicht erhitzt werden. Die beste Zeit, um Bärlauchblätter zu ernten, sind die ersten Monate des Jahres bis zur Blüte. Danach verlieren sie ihr Aroma und können als Gewürz nicht mehr genutzt werden. Wenn Sie auch danach noch Bärlauch in der Küche verwenden möchten, sollten Sie daher einen Teil der Blätter vor der Blüte abschneiden und als Vorrat einfrieren. Entfernen Sie jedoch nicht alle Blätter, denn der Bärlauch sammelt über die Blätter Nährstoffe und lagert sie in seiner Zwiebel ein. Diese Nährstoffe benötigt er für den Austrieb im folgenden Jahr.



Pflanz- und Pflegetipps im Überblick

  • Pflanzzeit: Frühling oder Herbst (bei Zwiebeln nur im Herbst)
  • Standort: halbschattig (am besten unter Bäumen oder Sträuchern)
  • Pflanzabstand: 20 bis 30 Zentimeter
  • Pflege: für ausreichend Feuchtigkeit sorgen (ggf. mulchen, damit der Boden nicht austrocknet)
  • Ernte: bis zur Blüte im April/ Mai
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