Aubergine – Standort, Anbau und Ernte

Aubergine – Standort, Anbau und Ernte

Bereits seit der Antike wird die Aubergine (Solanum melongena) als Gemüsepflanze kultiviert. In die mitteleuropäische Küche hielt sie dabei im Verlauf des 13. Jahrhunderts, also gut 400 Jahre vor anderen Nachtschatten wie Tomaten oder Kartoffeln Einzug. Da das längliche Gemüse im geschälten Zustand ihr eiförmiges, weißes Fruchtfleisch offenbart, wird sie im Volksmund auch Eierfrucht genannt. Ungeschält stechen Auberginen im Gemüsebeet dagegen durch ihre meist auffallend violette Färbung hervor. Es sei jedoch erwähnt dass dieses klassische Violett nicht die einzige, mögliche Schalenfarbe der Aubergine ist. Auch die Blütenfärbung von Solanum melongena variiert je nach Sorte zwischen weiß, rosaviolett und blauviolett. Wie Sie das farbenfrohe Gemüse im Garten am besten kultivieren, verraten wir Ihnen nachstehend.

Wissenswertes: Auberginen sind besonders nahrhaft und wirken sich auf die Gesundheit verdauungsfördernd und cholesterinsenkend aus. Außerdem enthält das Gemüse kaum Kalorien, dafür aber viel Calcium und Terpene, denen krebshemmende Eigenschaften nachgesagt werden. Ob als Hauptspeise oder Gemüsebeilage – aus Solanum melongena lässt sich also so manches Rezept zaubern, das nicht nur köstlich schmeckt, sondern zudem auch sehr gesund ist. Wie wäre es zum Beispiel mit Auberginensalat oder gebackenen Auberginen? Letztere geben, mit Olivenöl abgeschmeckt, beispielsweise ein wunderbares Grillgemüse ab. Selbst leckere Aufläufe und Gratins lassen sich mit Auberginen problemlos verwirklichen, wobei die Eierfrüchte hier am besten mit Kartoffeln, Tomaten und Zucchini harmonieren.



Aussaat der Auberginen – Standort und Ablauf

Gemeinsam mit anderen Nachtschatten wie Tomaten und Kartoffeln gehören Auberginen zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Ihr Ursprung liegt höchstwahrscheinlich in Südasien, weshalb Solanum meongena ein sonnenreiches und vor allem warmes Klima von mindestens 25 Grad bevorzugt. In unseren Gefilden ist die Eierfrucht also nicht winterhart und wird daher meist nicht direkt im Garten, sondern in geschützten Gewächshäusern angebaut. Dort gedeiht sie bei guter Pflege zu ca. 1,50 Meter hohen Pflanzen heran.

Auberginenpflanzen benötigen im Garten einen lockeren und humusreichen Boden. Das Bodensubstrat sollte einen schwach sauren bis neutralen pH-Wert, zwischen 6,0 und 7,0 Punkten aufweisen. Bei der Aussaat der Pflanzen müssen Sie ferner darauf achten, dass man die Eierfrucht nicht neben Artgenossen wie der Kartoffel, Paprika oder in unmittelbarer Nähe zu Tomaten pflanzen darf. Da die Nachtschattengewächse unter der Erde allesamt sehr viel Platz und Nährstoffe benötigen und größere Wassermengen nicht gleichermaßen gut vertragen, könnten es zu Wachstums- und Wurzelkonkurrenzen kommen. Auch sind Nachtschattengewächse erfahrungsgemäß sehr anfällig für Schadbilder der gleichen Art, sodass sich ein Schadbefall bei Nachbarpflanzungen schnell vermehren könnte.

Pflanztipp: Anstelle von anderen Nachtschattengewächsen empfehlen sich Beetnachbarn wie Salat oder Kohlgemüse. Da die Aubergine zudem besonders kälteempfindlich ist, könnte eine Vorzucht im Haus das Beste sein, bis die Außentemperaturen im Garten warm genug sind, um die Eierfrucht auszupflanzen.

 

Einzelheiten zum Standort für Auberginen:

  • Auberginenpflanze benötigt im Garten Außentemperaturen von mind. 25 °C
  • Anbau von Auberginen erfolgt darum am besten im Gewächshaus
  • Vorzucht im Haus könnte für das kälteempfindliche Gemüse sinnvoll sein
  • zur Kultivierung humusreichen und lockeren Boden wählen
  • pH-Wert des Bodens: schwach sauer bis neutral, zwischen 6,0 und 7,0
  • Solanum melongena niemals neben anderen Nachtschattengewächsen pflanzen
  • besser geeignet sind Beetnachbarn wie Salat oder Kohlrabi

 

Aubergine | © Steffen Graul

Auberginensamen können Sie im Garten entweder selbst aussähen oder als vorgezogene Setzlinge aus dem Gartenhandel pflanzen. Bei der Selbstaussaat sollten Sie die jungen Keime wie bereits erwähnt zunächst im Haus oder in einem temperierten Gewächshaus vorziehen. Gehen Sie hierbei wie folgt vor:

1. Schritt – Aussaattermin wählen: Die Aussaat von Auberginen im Haus oder Gewächshaus erfolgt zwischen Februar und März. Eine direkte Freilandaussaat im Garten ist ab Mai möglich. Achten Sie aber auch dann noch darauf, dass die Außentemperaturen nicht mehr unter 25°C fallen.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Für die Anzucht der Pflanzen im Gewächshaus reicht spezielle Anzuchterde aus. Für eine Freilandaussaat empfiehlt es sich, das Beet aufzulockern und mit Kompost anzureichern.

3. Schritt – Aussaat der Aubergine: Im Gewächshaus, wie auch im Topf werden die Samen der Auberginenpflanze 1 Zentimeter tief in die Erde gesetzt, fest angedrückt und danach mit Erde bedeckt. Die Abdeckung mit durchsichtiger Folie ist abschließend sinnvoll. Zum adäquaten Luftaustausch müssen Sie die Folie jeden zweiten Tag lüften. Alternativ ist es möglich, die Folie mit Luftlöchern zu versehen.

4. Schritt – Bewässerung des Saatguts: Die Standorterde sollte für die Bedürfnisse der Auberginen stets leicht feucht gehalten werden. Nach etwa zwei Wochen zeigen sich dann bereits erste Keimlinge, welche ebenfalls ausreichend und ausschließlich bodennah gewässert werden sollten.

5. Schritt – Piekeren der Jungpflanzen: Nach vier Wochen, wenn die Keimlinge bereits ein vollständiges Blattpaar ausgebildet haben, können Sie die jungen Pflanzen pikieren. Nach den Eisheiligen ist das Gemüse dann gegebenenfalls bereit, ins Freiland ungesiedelt zu werden. Halten Sie beim Vereinzeln einen Abstand von 50 Zentimetern ein, oder Sie setzen sie jede Aubergine einzeln in einen Topf, der dann auf der Veranda oder im Gewächshaus am besten aufgehoben ist. Da der Nachtschatten äußerst schnell in die Höhe wächst, benötigen die Pflanzen bereits nach dem Pikieren eine gute Stütze, beispielsweise in Form eines Bambusstabes.

Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Aussaattermin für Aubergine im Gewächshaus: Februar bis März
  • Aussaattermin für Aubergine im Freiland: Mai ab konstanten 25 °C Außentemperatur
  • Freiland- und Gewächshausboden vor der Aussaat gut auflockern
  • Saatgut der Solanum melongena in einer Tiefe von 1 cm aussäen und andrücken
  • danach mit Erde bedecken und mit Folie überspannen
  • Folie zuvor entweder mit Löchern versehen oder alle 2 Tage entlüften
  • Standortboden bis zur Keimung stets leicht feucht halten
  • Keimung erfolgt nach ca. 2 Wochen
  • Jungpflanzen werden pikiert, sobald sie ein Blattpaar ausgebildet haben
  • Pflanzabstand beträgt dann 50 cm
  • die jungen Auberginen entweder ins Beet oder in einen Topf pflanzen
  • nach dem Pikieren ausreichend abstützen, z.B. mit Bambusstab
junge Auberginenpflanze | © Das Grüne Archiv

Aubergine pflegen – gießen, ernten und vermehren

Im Laufe der Sommermonate bildet die Aubergine ihr Fruchtgemüse aus. Hierbei benötigt die Eierfrucht viel Wasser, hohe Temperaturen und ausreichend Nährstoffe. Bei der Bewässerung sollten Sie darauf achten, die Gemüsepflanze nur von unten zu gießen. Ansonsten könnte die Pflanze leicht Verbrennungen durch starke Sonneneinstrahlung erleiden.

Gedüngt werden Auberginen regelmäßig. Hierzu eignen sich vor allem natürliche Dünger wie Stallmist, Kompost oder Hornspäne. Chemische Düngemittel sind für Gemüse nicht zu empfehlen. Insbesondere Chlorzusätze sind in diesem Zusammenhang zu vermeiden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • während der Fruchtbildung von Juni bis September Auberginen regelmäßig gießen
  • generell benötigen Auberginenpflanzen reichlich Wasser
  • die Gemüsepflanzen zum Schutz vor Verbrennungen aber nur bodennah wässern
  • Düngung der Aubergine erfolgt mit natürlichen Düngemitteln
  • auf Chemie, insbesondere auf Chlor, ist zu verzichten

 

gebackene Auberginen | © Das Grüne Archiv

Während der Blütenbildung kann es sinnvoll sein, die Blüten der Aubergine auf 5 bis 9 Stück zu begrenzen. Überschüssige Blüten werden demnach entfernt, was gemeinhin zu größeren Früchten führt. Die Ernte kann dann bereits ab Hochsommer erfolgen. Kontrollieren Sie zuvor aber, ob die Auberginen eine straffe und glatte Haut aufweisen, die sich leicht eindrücken lässt. Das Fruchtfleisch darf keine grünen Stellen mehr haben, da diese giftiges Solanin enthalten. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass Solanum melongena niemals roh verspeist werden sollten. Nur durch das Garen lassen sich giftige Inhaltsstoffe, wie sie für viele Solanaceae typisch sind, zuverlässig abtöten.

Rezepte für die Zubereitung von Auberginen gibt es jedoch viele. So lässt sich mit Auberginenauflauf und Auberginengratin beispielsweise eine schmackhafte Hauptspeise aus dem Gemüse herstellen. Als Beilage machen sich Auberginen in Form von Auberginensalat oder gebackenen Auberginenscheiben sehr gut. Der zarte Geschmack der kalorien- und fettfreien Eierfrüchte lässt sich hierbei am besten mit Olivenöl verfeinern. Wer seine Auberginen nach der Ernte gerne lagern möchte, kann dies bis zu eine Woche lang durch die Aufbewahrung im Kühlschrank tun. Klein geschnitten lässt sich die Aubergine sogar einfrieren und so noch länger haltbar machen.

Vermehrung durch Aussaat: Für keimfähige Auberginensamen sollten Sie eine der Auberginenfrüchte länger als üblich an der Pflanze reifen lassen. Sobald diese eine gelblich-braune Färbung annimmt, können Sie die Samen aus dem Fruchtfleisch entfernen, trocknen und an einem dunklen, trockenen Ort im Haus aufbewahren. Die Aussaat im Garten, Haus oder Gewächshaus erfolgt im nächsten Frühjahr wie gewohnt.

Kurztipps zum Ernten, Schneiden und Vermehren:

  • Blütenstände der Aubergine auf 5 bis 9 Blüten reduzieren
  • auf diese Weise erzielt man größere Früchte
  • Erntezeit für Auberginen: Juli bis Oktober
  • Auberginen sind erntereif, wenn sich ihre Haut leicht eindrücken lässt
  • das Fruchtfleisch darf keine grünen Stellen mehr aufweisen
  • Solanum melongena niemals roh verzehren, sondern nach Rezept zubereiten
  • das Gemüse ist im Kühlschrank bis zu 1 Woche lagerfähig
  • für noch längere Haltbarkeit Auberginen am besten einfrieren
  • für Vermehrung durch Aussaat eine Aubergine an der Pflanze belassen
  • Samen entnehmen, sobald die Frucht gelblich-braun ist
  • nach dem Trocknen das Saatgut an einem dunklen und trockenen Ort aufbewahren
  • Aussaat im Garten bzw. Gewächshaus erfolgt wie gewohnt im Frühjahr

 

Aubergine ‚Grafitti‘ | © Das Grüne Archiv

Interessante Sorten der Solanum melongena

Auch wenn die meisten Auberginen im traditionellen Violett kennen, gibt es zahlreiche Sorten mit anderen Farbmustern. Von Weiß bis Orange und sogar in zweifarbiger Panaschierung sind Auberginen in einer bunten Vielfalt erhältlich. Darüber hinaus unterscheiden sich die Sorten von Salonum melongena in der Feste ihres Fruchtfleisches, sowie in ihrer Form, denn nicht jede Aubergine ist zwangsläufig länglich. Hier eine kleine Auswahl:

SortenBeschreibung
Aubergine 'Antigua'
Solanum melongena 'Antigua'
Erntezeit: ab August
Blüte: zartrosa Blüten
Frucht: weiß-violett panaschierte, längliche Früchte
Kocheigenschaften: mild-fruchtige Sorte mit weichem Fruchtfleisch
Aubergine 'Blaukönigin'
Solanum melongena 'Blaukönigin'
Erntezeit: ab Mitte Juli
Blüte: blauviolette Blüten
Frucht: dunkelviolette, längliche Früchte
Kocheigenschaften: alte, ertragreiche Sorte mit mild-fruchtigem Aroma
Aubergine 'Casper'
Solanum melongena 'Casper'
Erntezeit: ab Mitte Juli
Blüte: weiße Blüten
Frucht: weiße, längliche Früchte
Kocheigenschaften: Sorte mit sehr mildem Pilzgeschmack
Aubergine 'Obsidian'
Solanum melongena 'Obsidian'
Erntezeit: ab Mitte Juli
Blüte: rosaviolette Blüten
Frucht: schwarz-violette, runde Früchte
Kocheigenschaften: mild-würzige Sorte mit festem Fruchtfleisch
Aubergine 'Ophelia F1'
Solanum melongena 'Ophelia F1'
Erntezeit: ab Mitte Juli
Blüte: weiß-rosa Blüten
Frucht: kleine, violette Früchte
Kocheigenschaften: sehr aromatische kleinwüchsige Mini-Aubergine; ideal für Topfpflanzungen
Aubergine 'Thai Long Green'
Solanum melongena 'Thai Long Green'
Erntezeit: ab August
Blüte: weiße Blüten
Frucht: grüne, gurken- bis peperoniförmige Früchte
Kocheigenschaften: traditionelle Wok-Aubergine mit mild-fruchtigem Geschmack
Aubergine 'Turkish Orange'
Solanum melongena 'Turkish Orange'
Erntezeit: ab Ende August
Blüte: weiße Blüten
Frucht: orange bis orange-grün panaschierte, runde Früchte
Kocheigenschaften: kleinwüchsige Sorte aus der Türkei mit herbem Aroma

Aubergine – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Auch wenn Tomaten und Kartoffeln wunderbare Zutaten für Auberginengerichte sind, als direkte Beetnachbarn von Auberginen im Garten erhöhen die artverwandten Gemüsesorten das Schadbildrisiko von Solanum melongena jedoch enorm. Kommen dann noch Pflegefehler hinzu, sind so manche Schadbilder an der Auberginenpflanze sehr wahrscheinlich.

So verursacht feucht-warmes Klima zum Beispiel nicht selten Grauschimmel an der Auberginenpflanze. Im Garten kommt ein solch schädliches Standortverhältnis meist in Gewächshäusern vor, da sich die Luft hier sehr leicht aufheizt und Bodenfeuchtigkeit rasch aufnimmt. Befallene Blätter müssen hier umgehend entfernt und separat im Hausmüll entsorgt werden, damit sich die Pilzkrankheit nicht weiter ausbreitet. Ist der Befall sehr umfangreich, bleibt womöglich nur die Komplettentsorgung der Pflanze.

Vor allem bei Freilandkultur im Garten aind Auberginen auch anfällig für die Weiße Fliege sowie den Kartoffelkäfer. Auch Spinnmilben und die Grüne Grukenlaus können Auberginen zu schaffen machen, vor allem dann, wenn sich diese in unmittelbarer Gesellschaft von Tomaten, Kartoffeln und Paprika befinden. Abhilfe kann der Einsatz von Nützlingen, wie Raubmilben, Marienkäfern oder Schlupfwespen schaffen. Auch das Spritzen mit Brennnesselsud oder Gemischen aus Rapsöl und Wasser im Verhältnis 1:10 hat sich bewährt. Bei einem Kartoffelkäferbefall müssen die Pflanzen zusätzlich regelmäßig kontrolliert und verbliebene Käfer abgesammelt werden.



Fazit

Auberginen stellen ein sehr nahrhaftes Gemüse dar, das kaum Kalorien hat und mit ihren vielfältigen Sorten eine wunderbare Grundlage für zahlreiche Rezepte liefert. Vor allem in Kombination mit Olivenöl, Zucchini und Kartoffeln liefert das Gemüse so manch leckere Hauptspeise oder Beilage. In europäischem Klima können Auberginen im Garten aber meist nur unter Glas angebaut werden, da sie hohe Temperaturen benötigen, um ihre charakteristischen Eierfrüchte auszubilden. Ebenso muss Solanum melongena regelmäßig gewässert und gedüngt werden, wobei allzu feucht-warmes Klima mit Blick auf mögliche Pilzerkrankungen der Pflanze dennoch zu meiden ist. Um einem Befall durch Schädlinge wie dem Kartoffelkäfer vorzubeugen, ist es weiterhin ratsam, Auberginen nicht neben anderen, schädlingsträchtigen Nachtschattengewächsen anzubauen.

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